Zum ersten Mal wird ein Pirat Gemeindepräsident

In Eichberg SG ist der 31-Jährige Softwareentwickler Alex Arnold zum Gemeindepräsidenten gewählt worden. Der Vertreter der Piratenpartei distanzierte gleich zwei Widersacher aus der SVP deutlich.

Seine Regionalpartei existiert erst seit November, trotzdem wurde er nun bereits zum Gemeindepräsidenten gewählt: Alex Arnold. (Bild: Alexarnold.ch)

Seine Regionalpartei existiert erst seit November, trotzdem wurde er nun bereits zum Gemeindepräsidenten gewählt: Alex Arnold. (Bild: Alexarnold.ch)

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Als erster Vertreter der Piratenpartei ist Alex Arnold in Eichberg zum Gemeindepräsidenten gewählt worden. Der 31-jährige Softwareentwickler setzte sich deutlich gegen zwei SVP-Kandidaten durch.

Eine überparteiliche Findungskommission hatte den Präsidenten der Piratenpartei St. Gallen/Appenzell als Nachfolger der abtretenden SVP-Gemeindepräsidentin vorgeschlagen. Arnold, der in Eichberg aufgewachsen ist und auf der Gemeinde eine Verwaltungslehre absolviert hat, sei für das Amt bestens qualifiziert.

Deutliches Resultat

Das Wahlresultat fiel deutlich aus: Arnold holte 349 Stimmen, der erste SVP-Kandidat Walter Freund 145 Stimmen und der zweite SVP-Kandidat James Mock 61 Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 65 Prozent, wie die Gemeinde im St. Galler Rheintal mitteilte.

Die regionale Piratenpartei, die sich wie die Mutterpartei für Bürgerrechte im Zeitalter des Internet einsetzt, wurde im letzten November in St. Gallen gegründet. Die Piraten kandidierten bei den St. Galler Kantonsratswahlen vom März und holten einen Stimmenanteil von 1,3 Prozent.

Linksrutsch im St. Galler Stadtparlament

Erstmals kandidierte die Piratenpartei nun auch in der Stadt St. Gallen. Sie verfehlte aber den Einzug. Die Gewinnerinnen der St. Galler Stadtparlamentswahlen sind die SP und die Juso. Die Verliererinnen sind die SVP, die FDP und die CVP. Die BDP erzielte auf Anhieb einen Sitz. Die Bürgerlichen halten aber weiterhin die Mehrheit im 63-köpfigen Stadtparlament. Die Stimmbeteiligung betrug 34,4 Prozent.

SP und Juso legten um drei auf 18 Sitze zu. Die Grünen/Junge Grüne holten 6 ( 1) Sitze. Die CVP kommt neu auf 12 (-1), die FDP auf 10 (-2) und die SVP auf 9 (-2) Sitze. Die GLP verteidigte ihre 4 Sitze, die EVP ihre 2 Sitze und die PFG einen Sitz. Keinen Sitzgewinn schaffte die SD. Auch die Unabhängige Volkspartei (UVP), die wie die Piraten zum ersten Mal bei Wahlen in der Stadt St. Gallen antrat, holte keinen Sitz.

Drei Bisherige schaffen die Wiederwahl

Bei den Wahlen in den Stadtrat von St. Gallen haben Stadtpräsident Thomas Scheitlin (FDP) sowie die beiden bisherigen Stadträte Nino Cozzio (CVP) und Fredy Brunner (FDP) die Wiederwahl klar geschafft. Zwei Sitze sind noch frei. Der zweite Wahlgang ist am 25. November.

Stadtpräsident Thomas Scheitlin holte 14'192 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 8099 Stimmen. Der Freisinnige war unbestritten und ohne Gegenkandidaten. Unbestritten waren auch Nino Cozzio und Fredy Brunner. Cozzio konnte 13'914 Stimmen auf sich vereinen bei einem absoluten Mehr von 9318, Fredy Brunner holte 12'545 Stimmen. Scheitlin musste auch als Stadtrat gewählt worden; hier holte Scheitlin 13'696 Stimmen.

Für die Sitze der Ende Jahr zurücktretenden Elisabeth Beéry (SP) und Barbara Eberhard (CVP) bewarben sich zwei Frauen und vier Männer. Von ihnen erreichte aber niemand das absolute Mehr. Das beste Ergebnis der Nichtgewählten machte Patrizia Adam-Allenspach mit 7791 Stimmen, gefolgt von Ruedi Blumer (SP) mit 7295 Stimmen. Für den parteilosen Markus Buschor legten 7065 Wähler und Wählerinnen ein, für Sylvia Huber (SP) deren 7004. Markus Straub (SVP) mit 5087 Stinmmen liegt weit und Christian Hostettler (Unabhängige Volkspartei) mit 1040 Stimmen abgeschlagen zurück.

(mw/sda)

Erstellt: 23.09.2012, 17:32 Uhr

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