Armee rechnet mit 180 Millionen pro neuem Kampfjet

Die Armee will die bestehenden Tiger- und F/A-18-Kampfjets mit 55 Fliegern ersetzen. Der Planungschef der Armee schätzt die Kosten für die neuen Kampfjets höher als für den Gripen ein.

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An einer Veranstaltung im Thurgau Mitte Oktober hat sich der Armee-Planungschef Rolf Siegenthaler dazu geäussert, wie viel seines Erachtens der Wunsch der Armee kosten würde, die bestehende Tiger- und F/A-18-Flotte der Schweizer Luftwaffe durch 55 neue Kampfjets zu ersetzen. Gemäss «Blick» soll er den Finanzbedarf für die Beschaffung auf 10 Milliarden Franken geschätzt haben.

Das würde heissen, die Armeeplanung rechnet pro Flugzeug mit Anschaffungskosten von rund 180 Millionen Franken – was 40 Millionen Franken teurer wäre als der Gripen, der vor über zwei Jahren an der Urne abgelehnt wurde. Eine Schätzung der Betriebs- und Unterhaltskosten erwähnt der Artikel nicht.

Flieger stossen an das Ende ihrer Lebensdauer

Das Stimmvolk hatte am 18. Mai 2014 den Kauf von 22 Gripen des schwedischen Herstellers Saab für 3,1 Milliarden Franken abgelehnt. 53,4 Prozent der Stimmenden legten ein Nein in die Urne.

In der Schweiz haben Anfang Jahr die Vorbereitungen für die Beschaffung neuer Kampfjets begonnen – nur zwei Jahre nach dem Volks-Nein zum Gripen. Verteidigungsminister Guy Parmelin hat dazu eine Expertengruppe und ein politisches Begleitgremium eingesetzt. Die Evaluation soll nächstes Jahr starten, der Typenentscheid ist 2020 geplant. Ab 2025 sollen die neuen Flugzeuge geliefert werden. Dann erreichen die 31 F/A-18-Kampfjets laut dem Verteidigungsdepartement das Ende ihrer vorgesehenen Lebensdauer.

Überblick der Optionen

Wie der «Tages-Anzeiger» vor einigen Monaten berichtete, stehen für den Kampfjet-Kauf voraussichtlich vier Hersteller im Vordergrund.

  • Saab: Der schwedische Hersteller des Gripen E werde wohl erneut mit allen Mitteln um den Milliardenauftrag kämpfen.
  • Airbus: Zu erwarten sei auch, dass die europäische Airbus mit dem Eurofighter erneut ins Rennen steigt.
  • Dassault: Die Franzosen unterlagen mit dem Rafale dem Gripen und sind nun mit einem älteren Jet auf dem Markt. Trotzdem dürfte das Produkt eines Nachbarstaats erneut zur Debatte stehen.
  • Lockheed Martin: Eine Alternative wäre der Joint Strike Fighter (F-35) der Amerikaner, der als Kampfjet der Zukunft gilt. Er ist jedoch teurer als die Jets der drei anderen Hersteller und als Angriffsflugzeug für die Bedürfnisse der Schweiz weniger geeignet.

Nicht ausgeschlossen werden könne zudem, dass Hersteller aus weiteren Ländern (etwa aus Russland, Japan oder China) in die Überlegungen miteinbezogen werden.

(mch/sda)

Erstellt: 27.10.2016, 11:10 Uhr

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