China und Saudiarabien hängen die Schweiz ab

Das Reiseland Schweiz verliert zusehends an Bedeutung. Der Chef der Weltorganisation für Tourismus sieht unter anderem aufstrebende Länder als Ursache.

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Die Schweiz verliert weltweit immer mehr Marktanteile. Recherchen der «SonntagsZeitung» zeigen: 1950 lag die Schweiz gemessen an den Ankünften ausländischer Touristen noch auf Platz 5 – hinter den USA, Kanada, Italien und Frankreich. 2015 erreichte sie nur noch Platz 37, wie aus dem neusten internationalen Tourismusbarometer hervorgeht, das die Welttourismusorganisation veröffentlicht hat.

Die Liste für 2016 steht noch nicht fest, doch die Schweiz dürfte weiter abgerutscht sein. Denn wegen des starken Frankens gingen die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr zurück – und das bei einem weltweiten Plus von knapp vier Prozent bei den Ankünften.

Auch Städtetourismus spielt eine Rolle

Der Abstieg scheint unaufhaltsam: Vor vier Jahren hatte es noch für Platz 33 gereicht, 2010 für Platz 29, im Jahr 2000 sogar für Platz 19. In diesem Zeitraum wurde die Schweiz überrundet von Ländern wie Saudiarabien, Südkorea und Kroatien. Jüngst überholte auch Irland die Schweiz, im letzten Jahr zogen Südafrika und Vietnam an ihr vorbei.

Dass die Schweiz weltweit als Reiseziel an Bedeutung verliert, liegt vor allem daran, dass sie sich gegen wesentlich mehr Konkurrenz behaupten muss als noch vor sechzig Jahren. Zudem kann sie nicht so stark vom boomenden Städtetourismus profitieren wie andere Länder.

Um gegenzusteuern müsse die Schweiz noch stärker auf jüngere Gäste und Besucher aus Asien setzen, sagt Taleb Rifai, Chef der Weltorganisation für Tourismus, in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Die Schweiz sei zu lange auf europäische Gäste ausgerichtet gewesen. «Auch kann der Tourismus in der Schweiz noch innovativer werden.» (oli)

Erstellt: 14.05.2017, 18:00 Uhr

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