Das Bundesamt für Umwelt sammelt zu viele Daten

Angesichts von Kosten von mehreren hunderttausend Franken für einzelne Messungen sieht die Eidgenössische Finanzkontrolle Sparpotenzial beim Bafu.

Eine Art Insektenfalle, die für den Aufbau eines Monitoring-Netzwerkes von Feinden von Kulturpflanzen eingesetzt wird. (Archiv)

Eine Art Insektenfalle, die für den Aufbau eines Monitoring-Netzwerkes von Feinden von Kulturpflanzen eingesetzt wird. (Archiv) Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone

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Politik und Verwaltung benötigen gute Datengrundlagen. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) produziert jedoch zu viele davon. Zu diesem Schluss kommt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK).

Das Bafu deckt zwölf Umweltbereiche ab, darunter Luft, Abfall, Wald und Holz. Insgesamt werden 530 Indikatoren ermittelt. Das liege deutlich über den internationalen Erfordernissen, schreibt die EFK in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Das Bafu mache eindeutig zu viel, sagt Andreas Baumann von der Finanzkontrolle gegenüber srf.ch: Im Bafu seien sehr begeisterte Naturwissenschaftler. Es sei eine Luxuslösung und eine sehr wissenschaftliche Lösung. «Es ist aber vermutlich nicht immer die wirtschaftlichste Lösung», so Baumann.

Daten ohne Relevanz

Zudem seien nicht alle Informationen gleich nützlich. Das liege unter anderem daran, dass Zielwerte fehlten oder dass die Indikatoren nicht für interne Entscheidungen herangezogen würden. Umweltinformationen seien nur nützlich, wenn sie bewertet würden und dadurch relevant für Entscheidungen seien, schreibt die EFK.

Auch auf der Internetseite des Bafu sind die Indikatoren nur teilweise bewertet, die zugrundeliegenden Daten sind nicht systematisch abrufbar. So könnten sich Bevölkerung und Politik nur schwer ein Bild über den Zustand eines Umweltbereichs machen, heisst es im Bericht.

Die EFK empfiehlt daher, die Anzahl Indikatoren zu reduzieren. Diese müssten zudem mit Zielwerten hinterlegt, konsequent bewertet und veröffentlicht werden. Der gesetzliche Spielraum ist vorhanden. Von 177 Indikatoren, die die EFK untersucht hat, ist weniger als ein Fünftel eindeutig in einer gesetzlichen Grundlage genannt.

Kostenpunkt Messungen

Sehr präzise geregelt ist der Umweltbereich Biodiversität. Nicht definiert ist jedoch, wo und wie oft die Daten erhoben werden. Die Häufigkeit der Messungen und die Anzahl der Messpunkte seien entscheidende Kostentreiber, heisst es im Bericht. Hinzu kommt, dass hoch aufgelöste Messdaten laut EFK nicht besser genutzt werden. Angesichts der Kosten von mehreren hunderttausend Franken für einzelne Indikatoren sieht sie Sparpotenzial.

Bei den Kosten ortet die EFK ein weiteres Problem. Das Bafu hat 2017 für Grundlagendaten im Umweltbereich rund 21 Millionen Franken ausgegeben. Das sind aber nur die Kosten für extern eingekaufte Leistungen. Die internen Personalkosten werden nicht ausgewiesen. Das müsste sich nach Ansicht der EFK ändern. In seiner Stellungnahme weist das Bafu darauf hin, dass eine Vollkostenrechnung nicht mit vertretbarem Aufwand zu realisieren sei.

Insgesamt vermisst die EFK bei der Einführung neuer Indikatoren oder Datenerhebungen, dass der Zusatznutzen begründet und die gesamten Kosten beziffert werden. Auch müssten die Ausgaben von den jeweils zuständigen Stellen genehmigt werden. (nag/sda)

Erstellt: 27.03.2018, 07:35 Uhr

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