Inländervorrang führt zu massiv mehr offenen Stellen

Damit haben wohl selbst Optimisten nicht gerechnet: Die Zahl der gemeldeten Jobs hat sich mit 30'004 im Juli praktisch verdoppelt.

Mehr Stellen zu haben: Der Job-Markt erfährt durch den Inländervorrang eine Belebung. Bild: Keystone

Mehr Stellen zu haben: Der Job-Markt erfährt durch den Inländervorrang eine Belebung. Bild: Keystone Bild: Keystone

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Die auf den 1. Juli 2018 eingeführte Stellenmeldepflicht in der Schweiz hat im ersten Monat zu einer starken Zunahme der offenen Stellen geführt. Das verantwortliche Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) ist entsprechend zufrieden. «Die Stellenmeldepflicht ist gut angelaufen», sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion Arbeit beim Seco, am Donnerstag an einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Konkret nahm die Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldeten offen Stellen im Juli um 13'150 auf 30'004 Stellen zu, wobei 14'284 der Stellen der Meldepflicht unterstanden. «Die Meldepflicht wurde breit umgesetzt, wobei die Zahl der neu gemeldeten Stellen unsere Erwartungen übertrifft», so Zürcher. Erfreulich sei zudem, dass auch rund 2'000 zusätzliche Stellen im Bereich der nicht meldepflichtigen Stellen bei den RAV gemeldet wurden.

Analyse nach einem Jahr

Wie wirksam die neuen Massnahmen sind, weiss das Seco allerdings noch nicht. Man könne nicht sagen, wieviele der gemeldeten offenen Stellen durch ein RAV besetzt worden seien, meinte der Seco-Verantwortliche. «Eine genaue Analyse machen wir erst, wenn wir zwölf Monate Erfahrung mit dem neuen System haben.»

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Inländervorrang: Doch eine gute Sache?




Bei der Stellenmeldepflicht handelt es sich um den sogenannten «Inländervorrang light», den das Parlament Ende 2016 zur Umsetzung der SVP-Masseneinwanderungsinitiative beschlossen hatte. Konkret gilt die Meldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 8 Prozent schweizweit.

106'052 Arbeitslose

Die Schweizer Arbeitslosigkeit bleibt auf tiefem Niveau. Die entsprechende Quote lag im Juli unverändert bei 2,4 Prozent und verharrt damit seit Mai auf einem Zehnjahrestiefstand. Saisonbereinigt blieb die Arbeitslosenquote mit 2,6 Prozent ebenfalls unverändert. Die Zahlen sind keine Überraschung. Alle von AWP befragten Ökonomen hatten genau diese Quoten geschätzt.

Insgesamt waren gemäss den Erhebungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) Ende Juli 2018 106'052 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 527 weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 27'874 Personen (-20,8%), wie das Seco am Donnerstag mitteilte. Im Juli 2017 hatte die Arbeitslosigkeit noch bei 3,0 Prozent gelegen.

Die Zahl der jungen Arbeitslosen erhöhte sich im Juli zwar gegenüber dem Vormonat um 10 Prozent auf 11'807, die Quote stieg damit leicht an auf 2,1 Prozent. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat war der Rückgang der Arbeitslosigkeit der 15 bis 24 Jährigen mit fast einem Viertel aber hoch.

In den meisten Kategorien sonst blieben die Quoten gegenüber dem Vormonat unverändert, einzig noch bei den Männern sank sie auf 2,3 von 2,4 Prozent. Auch in den übrigen Altersklassen und den Regionen blieben die Quoten auf dem Niveau des Vormonats. Auffallend ist hier, dass etwa die Quote mit 2,0 Prozent in der Deutschen Schweiz deutlich tiefer liegt als in der Westschweiz und im Tessin. (sep/sda)

Erstellt: 09.08.2018, 09:03 Uhr

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