Krankenkasse frisst 14 Prozent des Einkommens

Die Ausgaben für die Krankenkasse sind in ärmeren Haushalten in der ganzen Schweiz gestiegen – obwohl die Prämien verbilligt wurden.

Getrübte Freude: Krankenkassenprämien beanspruchen einen immer höheren Anteil des Einkommens von Versicherten mit tiefem Einkommen. (Archiv)

Getrübte Freude: Krankenkassenprämien beanspruchen einen immer höheren Anteil des Einkommens von Versicherten mit tiefem Einkommen. (Archiv) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Viele Schweizer haben in diesem Jahr aufgeatmet als bekannt wurde, dass die Krankenkassenprämien im Vergleich zu den letzten Jahren mit durchschnittlich 1,2 Prozent nicht so stark aufschlagen werden.

Bisher unveröffentliche Daten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), die in der «Basellandschaftliche Zeitung» publiziert wurden, trüben die Freude daran: Die Auswertung belegt, dass Krankenkassenprämien in den letzten Jahren einen immer höheren Anteil des Einkommens von Wenigverdienern auffrassen, auch wenn diese Prämienverbilligungen bezogen.

Der Schnitt aller Kantone lag im Jahr 2017 bei 14 Prozent des Einkommens. Im Jahr 2014 hatte der Anteil noch bei 11 Prozent gelegen. Die BAG-Daten hätten eigentlich erst im Dezember veröffentlicht werden sollen.

Am höchsten war die Belastung für ärmere Prämienzahler in den Kantonen Baselland und Jura. Dort gaben die Versicherten im Durchschnitt 18 Prozent ihrer Einkommens für die Prämien aus. Auch hier wurde der Anteil für eine allfällige kantonale Prämienverbilligung schon abgezogen. Im Kanton Zürich flossen durchschnittlich 16 Prozent des Einkommens der untersuchten ärmeren Haushalte in Krankenkassenprämien.

Zuger zahlen am wenigsten

In den Kantonen Zug, Graubünden, Obwalden, Schwyz und Nidwalden war die Prämienbelastung vergleichsweise tief. So gaben Wenigverdiener in Zug laut der Auswertung durchschnittlich 7 Prozent des Einkommens für Krankenkassenprämien aus.

Zu den Kantonen mit den höchsten Abgaben für Wenigverdiener zählen neben Baselland und dem Jura auch Genf, Neuenburg und Bern. Die verbleibende Prämienbelastung beträgt in diesen Kantonen bei manchen untersuchten Haushalten mehr als 20 Prozent.

Prämienbelastung sollte tiefer sein

Die BAG-Studie arbeitet mit sieben verschiedenen Modellhaushalten mit tiefem Einkommen. Diese Aufteilung sei nötig, da die Prämienverbilligungen der Kantone ganz unterschiedlich wirken – je nachdem, wie die Haushalte zusammengesetzt seien. Grundlage ist das seit 1991 bestehende Sozialziel des Bundesrats, dass die Prämienbelastung eines Haushalts nicht mehr als 8 Prozent des steuerbaren Einkommens betragen darf.

Die Politik plant Massnahmen gegen die hohen Prämien. Die SP entscheidet Anfang Dezember, ob sie eine Volksinitative lanciert, mit der nur noch 10 Prozent des Einkommens in Krankenkassenprämien fliessen dürfte. Im Kanton Baselland können die Stimmbürger bereits am 25. November über eine entsprechende SP-Initiative abstimmen.

(Übernommen von 20 Minuten, bearbeitet von baz.ch/Newsnet) (red)

Erstellt: 15.11.2018, 12:36 Uhr

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