Nur die Hälfte der Kinder kann den Purzelbaum

Springen, einen Ball prellen oder gezieltes Werfen: Dabei haben Erstklässer gemäss einer Untersuchung teils grosse Schwierigkeiten. Sportwissenschaftler kennen die Ursache dafür.

Kinder spielen viel weniger draussen: Sportunterricht an der Tagesschule Bungertwies in Zürich. (12. März 2015)

Kinder spielen viel weniger draussen: Sportunterricht an der Tagesschule Bungertwies in Zürich. (12. März 2015) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Kinder und Jugendliche von heute sind motorisch und koordinativ unbegabter als früher. Wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet, stellten Sportwissenschaftler in einer aktuellen Untersuchung mit über 300 Erstklässlern in Zürich fest, dass fast die Hälfte der Kinder nicht fähig ist, einen Purzelbaum zu schlagen. 75 Prozent der Kinder haben Schwierigkeiten, zu springen. Nur 35 Prozent gelingt es gut, einen Ball zu prellen.

Problem: Werfen eines Jonglierballs

Am meisten Mühe bereitet den Kindern das gezielte Werfen eines Jonglierballs. Ein Grund für die verminderte Leistungsfähigkeit der Kinder ist die «Verhäuslichung». Laut dem Bewegungs- und Sportwissenschaftler Andreas Krebs, verbringen Kinder heutzutage ihre Freizeit vermehrt im Haus, statt draussen.

Einher geht das mit dem steigenden Medienkonsum. Letztes Jahr haben die Sechs- bis Siebenjährigen täglich rund 40 bis 50 Minuten fern geschaut. Weitere Faktoren, warum die Kinder weniger draussen spielen, ist das Anwachsen des Verkehrs und die grösser werdenden Gefahren draussen. «Zumindest die Wahrnehmung von Gefahren wird grösser», so Krebs.

Sozial benachteiligte Kinder eher passiv

Gemäss dem Sportwissenschaftler Christian Herrmann geht die Schere bei den Kindern immer weiter auseinander. Es gebe immer mehr äusserst aktive Kinder, aus aktiven Familien, und immer mehr passive Kinder, vor allem aus sozial benachteiligten Familien, zitiert ihn die «Schweiz am Sonntag». Gut zu erkennen sei das Auseinanderklaffen auch bei den Gewichtsdaten: Kinder von Eltern ohne Lehrabschluss seien drei- bis viermal so oft übergewichtig wie Kinder von Eltern mit einem höheren Schulabschluss. (foa)

Erstellt: 10.07.2016, 06:10 Uhr

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