Schweiz produziert zurzeit keinen Atomstrom

In der Nacht auf den Montag wurde das Kernkraftwerk Gösgen vom Netz genommen. Damit sind vorübergehend alle Schweizer AKW ausser Betrieb.

Reparatur einer Dampfleckage: Das AKW Gösgen produziert zurzeit keinen Strom. (Bild vom 29. Juni 2011)

Reparatur einer Dampfleckage: Das AKW Gösgen produziert zurzeit keinen Strom. (Bild vom 29. Juni 2011)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das AKW in Gösgen ist wegen einer Ursachenabklärung und der Reparatur einer Dampfleckage im nicht nuklearen Turbinenkreislauf vom Netz genommen worden. Dies teileten die Betreiber mit. Die Störung habe keine Auswirkungen auf die Umwelt gehabt.

Um die Reparatur ausführen zu können, müsse der betroffene Anlagenteil freigeschaltet und abgekühlt werden, teilte die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG am Sonntagabend mit. Nach der Reparatur und den entsprechenden Prüfungen werde das Kraftwerk die Produktion wieder aufnehmen.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI und die Energiewirtschaft sind laut den Betreibern über die geplante Abstellung informiert worden.

Vier Monate in Revision

Seit Freitag produziert auch Block 2 des AKW Beznau im Kanton Aargau keinen Strom mehr. In einer vier Monate dauernden Revision soll unter anderem der Deckel des Reaktordruckbehälters ausgewechselt werden.

Der Block 1 ist bereits seit März abgestellt. Grund sind Unregelmässigkeiten im Material des Reaktordruckbehälters, die dank neuster Messtechnologie gefunden wurden.

Der Prüfkopf registrierte beim Abtasten des Reaktordruckbehälters an einigen Stellen Anzeigen, die auf Unregelmässigkeiten bei der Herstellung hinweisen. Der Betreiber Axpo reichte bei der ENSI einen vorläufigen Prüfbericht ein.

ENSI erwartet Bewertung der Axpo

Das ENSI erwartet nun von der Axpo eine Bewertung dieser Befunde. Der Bericht müsse aufzeigen, ob und wie der Reaktordruckbehälter durch die Befunde geschwächt werde und ob die Anforderungen des Regelwerks noch erfüllt seien.

Der Betrieb von Block 1 darf gemäss ENSI erst wieder aufgenommen werden, wenn die Sicherheit des Reaktordruckbehälters nachgewiesen ist. Dieser Block ist das älteste kommerziell betriebene AKW der Welt. Er ist seit September 1969 offiziell in Betrieb.

Weil auch das AKW Leibstadt und das Kernkraftwerk Mühleberg für die Jahresrevision vom Netz genommen wurden, wird in der Schweiz derzeit kein Strom aus Atomenergie produziert. (bee/sda)

Erstellt: 17.08.2015, 08:48 Uhr

Artikel zum Thema

Gösgen und Beznau müssen nachbessern

Die Sicherheitsmargen sollen weiter erhöht werden: Das ENSI verlangt, die AKW gegen schwere Erdbeben und Überflutungen zu sichern. Mehr...

Bund soll Risiken bei AKW senken

Die AKW-Betreiber haben bis Ende 2013 zu wenig Geld in den Fonds für den Rückbau eingezahlt. Sollten dieser nicht reichen, müsste der Steuerzahler für die fehlenden Milliarden geradestehen. Politiker von Mitte-Links wollen dies unbedingt verhindern. Mehr...

Die Schweiz produzierte noch nie so viel Atomstrom

Von Energiewende noch keine Spur: Der Anteil an Atomstrom ist im letzten Jahr weiter gestiegen. Der Stromverbrauch ist insgesamt aber gesunken. Dafür hat der Bund eine einfache Erklärung. Mehr...

Blog

Blogs

History Reloaded Wie stoppt man einen Hitler?

Mamablog Wenn sich gute Freunde trennen

Die Welt in Bildern

Wer wird Präsident? Ein traditionell gekleideter Chilene, ein sogenannter Huaso, verlässt nach seiner Stimmabgabe in Santiago die Wahlkabine. (19. November 2017)
(Bild: Esteban Felix/AP) Mehr...