Schweizer sind unzufrieden mit der Politik

Den grössten Handlungsbedarf sehen die Schweizer laut einer Studie in der Gesundheitspolitik. Erstmals ist zudem eine Mehrheit für eine Erhöhung des Rentenalters.

Bei ihren Dossiers sehen die Befragten am meisten Handlungsbedarf: Die SP-Bundesräte Alain Berset und Simonetta Sommaruga.

Bei ihren Dossiers sehen die Befragten am meisten Handlungsbedarf: Die SP-Bundesräte Alain Berset und Simonetta Sommaruga.

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Die Schweizerinnen und Schweizer sind im gleichen Ausmass unzufrieden mit der Politik wie im vergangenen Jahr. Das zeigt eine gross angelegte Umfrage, die am Montag veröffentlicht wurde. Am unzufriedensten äusserten sich weiterhin Wählerinnen und Wähler der SVP.

69 Prozent von ihnen taten ihren Unwillen über die aktuelle Politik im Land kund, wie einer Online-Umfrage des Zusammenschlusses Vimentis zu entnehmen ist. Während 2017 die CVP-Wählenden mit 63 Prozent die Zufriedensten waren, war es dieses Jahr die Anhängerschaft der EVP.

Insgesamt waren 45 Prozent der Stimmbevölkerung mit der Politik unzufrieden oder eher unzufrieden. 36 Prozent fanden sie in Ordnung.

Drängende Gesundheitsfragen

Den grössten Handlungsbedarf sehen 18 Prozent der Teilnehmer in der Gesundheitspolitik. Die Sorge um das Gesundheitswesen ist damit am Steigen. An zweiter und dritter Stelle folgen die Ausländer- und die Asylpolitik mit 15 und 12 Prozent.

An vierter Stelle liegen Finanzierung und Kosten der Sozialwerke. Noch vor Jahresfrist hatten die Umfrageteilnehmer den Handlungsbedarf hier lediglich auf Platz sieben gesehen. Aktuell muss für 9 Prozent der Antwortenden die Politik bei den Sozialwerken am schnellsten handeln.

Auf die Alterskategorien gesehen, zeigen sich mit 10 Prozent die 15- bis 24-Jährigen in Sachen Gesundheitswesen am am wenigsten besorgt. Bei den Älteren sieht ein weit höherer Prozentsatz den Handlungsbedarf bei der Gesundheit am grössten. Grosse Unterschiede gibt es auch bei den Parteianhängern. Die Wählerschaft der Grünen gewichtet den Handlungsbedarf im Umweltschutz mit 32 Prozent am höchsten, während dies gesamtschweizerisch nur 6 Prozent so sehen. Die SVP-Wählerschaft legt die höchste Priorität auf den Ausländer- und Asylbereich.

Vertrauen in AHV-Renten

Eine knappe Mehrheit von 39 Prozent hält ihre AHV-Rente für sicher, 38 Prozent nicht. Im Vorjahr hatten noch 46 Prozent angegeben, ihre AHV-Rente wohl in den Wind schreiben zu müssen. Der Stimmungswandel geht auf die über 55-Jährigen zurück, deren Vertrauen stieg.

Erstmals ist zudem eine Mehrheit von 56 Prozent der Antwortenden für eine Erhöhung des Rentenalters. Die Veränderung ist beachtlich, denn im Vorjahr hatten erst 28 Prozent dieser Forderung zugestimmt. Unter den Parteien sind nur noch die Lega- und Grünen-Anhänger mit relativem Mehr gegen die Erhöhung.

Unterschiede gibt es beim Einkommen: Besserverdienende wollen gerne länger arbeiten. Herrscht Schmalhans in der Kasse, will das nur noch die Hälfte tun.

Unentschieden bei CO2-Abgabe

Punkto Klimaerwärmung fordern 72 Prozent die Politik zum Handeln auf. Am wenigsten Bedarf sehen SVP- und EDU-Wähler mit 49 Prozent. Soll die Erderwärmung über eine CO2-Abgabe bekämpft werden, halten sich mit je 43 Prozent Gegner und Befürworter die Waage.

Bei den Poststellen sind die Umfrageteilnehmer durchaus für mehr Komfort. Eine Poststelle oder Agentur muss für 65 Prozent in zehn Minuten erreichbar sein und nicht wie heute im Leistungsauftrag in 20 Minuten. 56 Prozent verlangen vom Bund Subventionen für nicht rentable Poststellen. 30 Prozent wollen der Post zudem das Briefmonopol bis 50 Gramm wegnehmen.

Die Online-Umfrage der Plattform Vimentis wurde vom 16. Oktober 2016 bis zum 27. Dezember 2017 mit zwischen 20'000 und 30'000 Teilnehmern durchgeführt. Da Internetumfragen in der Regel nicht repräsentativ sind, ist die Stichprobe nach verschiedenen Kriterien wie Bildung, Geschlecht und Region gewichtet worden. Die aktuelle Umfrage ist bereits die 14. zur politischen Zukunft der Schweiz. (amu/sda)

Erstellt: 12.02.2018, 12:38 Uhr

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