Viele Badeanstalten fallen durch Hygiene-Test

Es lädt nicht gerade zum Baden ein, was die Inspektoren in Schweizer Schwimmbecken finden.

Nicht alle Becken sind sauber: Badegäste in einem Schweizer Schwimmbad. (Archivbild)

Nicht alle Becken sind sauber: Badegäste in einem Schweizer Schwimmbad. (Archivbild) Bild: Gabriele Putzu/Keystone

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Sobald die Temperaturen steigen, füllen sich die Freibäder. Längst nicht alle sind sauber. Das zeigen die Testergebnisse der Kantonalen Labors, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Im Kanton Zürich wurden letztes Jahr 195 Schwimmbecken in Freibädern kontrolliert, bei 166 Pools gab es Beanstandungen.

In 30 Becken wiesen die Wasserinspektoren zu viel Harnstoff nach, in sieben Becken Escherichia coli, also Keime aus Fäkalien. Bei anderen Schwimmbecken stimmte der pH-Wert oder die Dosierung des Desinfektionsmittels nicht. In 113 Becken war zu viel Chlorat, eine Chemikalie, die bei der Aufbereitung des Badewassers und wahrscheinlich auch durch UV-Strahlen im Becken entsteht. «Chlorat schädigt die roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Körper zuständig sind», sagt der Zürcher Kantonschemiker Martin Brunner.

Jedes vierte Becken bemängelt

Im Kanton Aargau schnitten von 148 Freibad-Becken 39 «ungenügend» ab – jedes vierte. Auch im Kanton Bern bemängelten die Inspektoren bei jedem vierten geprüften Becken die Qualität des Badewassers. Im Kanton Basel-Stadt stellten die Prüfer bei 15 Prozent der Wasserproben aus Freibädern einen zu hohen Harnstoffgehalt fest, «deutlich häufiger» als ein Jahr zuvor – eine Folge «wiederholten Schönwetterperioden» und dem «grösseren Ansturm auf die Bäder», wie das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt zu den Testergebnissen schreibt.

Gerade in Hitzesommern, wie ihn die Schweiz derzeit erlebt, sorgt der Grossandrang in den Freibädern für mehr Verschmutzungen im Schwimmbecken. Schuld sind oft Grüsel-Gäste. Das Duschen sei ein «Dauerthema», sagt Michel Kunz, Präsident des Schweizer Bademeister-Verbands. «Die Leute finden das nicht nötig, da sie ja angeblich zuhause schon geduscht haben.» Bei groben Fällen von Duschverweigerern könne «ein Badiverbot» ausgesprochen werden. (chk)

Erstellt: 29.07.2018, 05:19 Uhr

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