Wenn die CVP reist, wird es teuer

Filippo Lombardi, Präsident der Aussenpolitischen Kommission, plant eine ausgedehnte Ozeanien-Reise.

«Die Reise hat einen wirtschaftspolitischen Mehrwert»: Parteikollegin Elisabeth Schneider-Schneiter über die Reisepläne ihres Präsidenten. Bild: Keystone/Christian Beutler

«Die Reise hat einen wirtschaftspolitischen Mehrwert»: Parteikollegin Elisabeth Schneider-Schneiter über die Reisepläne ihres Präsidenten. Bild: Keystone/Christian Beutler

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«Wenn die CVP am Ruder ist, wird es exotisch und teuer»: Der Satz eines Aussenpolitikers ist nicht nur als Scherz gedacht. Der Tessiner CVP-Ständerat Filippo Lombardi, schon als Ständeratspräsident bekannt für sein Reisefieber, plant als Präsident der Aussenpolitischen Kommission die traditionelle Reise seines Gremiums diesmal besonders auszudehnen: Singapur, Australien und dann gleich noch Neuseeland stehen auf dem Programm.

Statt der normalen sechs Tage werden ausgewählte sechs Ständeräte wohl zehn Tage unterwegs sein. Und das wird teuer: Bei Taggeldern für je sieben Arbeitstage von 440 Franken und Spesenentschädigungen für je zehn Tage von je 395 Franken sowie sechs Businessflug­paketen im Wert von je bis zu 18'000 Franken wird die Ozeanienreise der Reisegruppe Lombardi den Steuerzahler gegen 150'000 Franken kosten.

«Eine Reise in europäische Länder wäre günstiger und politisch wichtiger», murren Kommissionsmitglieder. Lombardi lässt sich nicht beirren und spricht von «wichtigen Partnern» und «bisher zu wenigen Kontakten».

In den Ratsbüros regt sich Widerstand

Teuer und von beschränktem Nutzen scheint vielen auch die Reise von Lombardis Parteikollegin Elisabeth Schneider-Schneiter. Als Chefin der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrates schlug sie eine Reise entlang der «neuen Seidenstrasse» vor, Chinas neuer Handelsweg von Peking durch den Orient nach Afrika. «1001 Nacht, ein schöner, teurer, aber wenig nützlicher Ausflug», meint ein Kommissionsmitglied. Schneider-Schneiter sagt indes: «Es ist wichtig, dass sich die Kommission mit dem neuen Handelsweg beschäftigt. Die Reise hat durchaus einen wirtschaftspolitischen Mehrwert.»

Weil die Reisepläne so umstritten sind, müssen die beiden Reiseleiter fürchten, dass ihre Ausflüge von den zuständigen Ratsbüros am Ende abgelehnt werden. Dort regt sich bereits Widerstand gegen die «doch eher ausgefallenen Ideen». Man erinnert daran, dass sich eine gewisse Bescheidenheit eingebürgert habe und Reiseziele für die Schweiz von politischem Interesse sein sollten.

Die letzten Reisen führten die Aussenpolitiker in europäische Länder und während der Flüchtlingskrise in die Türkei. Weil die Anträge noch nicht offiziell vorliegen, äussert man sich aber nicht offiziell dazu. Immerhin meint SVP-Nationalrat Roland Büchel, ebenfalls Kommissionsmitglied: «Die Reisen werden zu ernsthaften Diskussionen führen.»

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 21.01.2018, 15:55 Uhr

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