Hintergrund

Als Elsener das Toupet von Gross in den Abfalleimer warf

Wayne Rooney ist nicht der einzige Sportstar, der gegen den Haarausfall in den Krieg gezogen ist. Auch Andre Agassi und Christian Gross wollten den Verlust ihrer Mähne nicht so einfach hinnehmen.

Haarige Probleme: Rooney, Agassi, Gross (v.l.).

Haarige Probleme: Rooney, Agassi, Gross (v.l.). Bild: Keystone

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Die Haartransplantation von ManU-Stürmer Wayne Rooney war für die englische Boulevardpresse am vergangenen Wochenende das grosse Thema. Und für einmal lieferte die Hauptfigur das Bild zur Geschichte über den Internetdienst Twitter gleich selbst – hübsch dekoriert mit ein paar netten Zeilen an die Fans: «Hallo zusammen, hier seht ihr meinen Kopf. Es wird ein paar Monate dauern, bis die Haare wachsen. Zudem ist es immer noch ein bisschen blutig.»

Ganz freiwillig hat Rooney das Foto nicht veröffentlicht, wollte er doch einem Ansturm der Paparazzi zuvorkommen. Trotzdem ist seine Offenheit bemerkenswert. Haarausfall ist und bleibt ein heikles Thema für Männer, auch wenn man inzwischen längst weiss, dass Sean Connery im James-Bond-Film «Dr. No» Ursula Andres mit einem Toupet auf dem Kopf nachstellte.

Agassis Toupet zerfiel vor dem French-Open-Final in seine Einzelteile

Andre Agassi kostete die Verschleierung seines Haarverlustes 1990 sogar den French-Open-Titel. Am Abend vor dem verlorenen Final gegen den Ecuadorianer Andrés Gomez sei sein Haarteil beim Duschen regelrecht auseinandergefallen, verriet der US-Amerikaner in seiner 2009 veröffentlichten Autobiografie. Sein Bruder habe die Überreste des Toupets mit mehr als 20 Haarklammern am Kopf festgemacht und ihm geraten, er solle sich im Match möglichst wenig bewegen.

«Ich habe schon beim Aufwärmen gebetet, dass das Haarteil hält», so Agassi. «Bei jedem Ausfallschritt, bei jedem Sprung stellte ich mir vor, wie es im Sand landet. Ich stellte mir vor, wie ein Aufschrei durch die Menge geht, wie Millionen von Zuschauern näher an den Fernseher heranrücken, und sich fragen: Sind Andre Agassi etwa die Haare vom Kopf gefallen?»

1994 trennt sich Agassi auf Anraten seiner damaligen Frau Brooke Shields vom Toupet und von einer «Fessel», wie er schreibt. Fortan tritt er mit kurz geschorenem Haar und einem Piratentuch auf dem Kopf an, ehe er auch diese Camouflage aufgibt und zu seiner hohen Stirn steht. Am French Open in Paris, wo er am letzten Wochenende als Botschafter für die Schweizer Uhrenfirma Longines weilte, wunderte sich Agassi darüber, dass früher niemand bemerkte, dass er ein Toupet trug. Dabei sei es doch eigentlich so offensichtlich gewesen.

«Ein Haarteil, das noch schlechter sitzt als das von Elton John»

Amüsant ist auch das Ende der optischen Symbiose zwischen dem neuen YB-Trainer Christian Gross und seinem Toupet. Sein Mitspieler Ruedi Elsener nahm ihm das Haarteil vom Kopf, zerschnitt es und warf es in den Abfalleimer – mit den Worten: «Ehrlich Chrigel, so siehst du viel besser aus.» Heute ist der markante kahle Schädel eines der Markenzeichen von Gross. Elsener ist übrigens ein Leidensgenosse von Gross. Auch er verlor seine Haarpracht bereits in jungen Jahren. Doch der ehemalige Internationale hat stets auf ein Toupet verzichtet und stand zu seiner Glatze.

Wenn in der Fussballszene über Toupets gesprochen wird, fällt immer wieder auch der Name Urs Siegenthaler. Der Scout des deutschen Nationaltrainers Joachim Löw trägt laut dem Hamburger Abendblatt «ein Haarteil, das noch schlechter sitzt als das von Elton John». Während der WM 2010 in Südafrika schrieb die «Welt», Siegenthalers Kopfbedeckung wirke «in ihrer Solidität einerseits wie geschnitzt und hingenagelt», sei aber «an anderer Stelle gleichzeitig wieder von einer leichten und lockeren Luftigkeit».

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.06.2011, 10:03 Uhr

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Urs Siegenthaler. (Bild: Keystone )

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