Bei Manchester United will keiner mehr spielen

Die Saison ist noch jung. Dennoch brodelt es bei Manchester United nach der Blamage gegen Brighton. Der Vorwurf: Den Spielern fehlt der Wille.

Das Potenzial ist vorhanden, doch den Spielern von Manchester United mangelt es an der Motivation.

Das Potenzial ist vorhanden, doch den Spielern von Manchester United mangelt es an der Motivation. Bild: Getty Images/Matthew Ashton

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Langzeit-Trainer Sir Alex Ferguson an der Seitenlinie, Edwin van der Sar zwischen den Pfosten, Rio Ferdinand als Abwehrchef, Paul Scholes als treuer Stratege, Cristiano Ronaldo als junger Goalgetter und Wayne Rooney als Captain: Das Manchester United von vor zehn Jahren war eine eingespielte, vielseitige Equipe – und eine erfolgreiche. Das Team feierte gerade den Champions-League-Triumph und den dritten Meistertitel in Serie. Die Fans wurden von ihrem Team richtiggehend verwöhnt.

Alle sind unzufrieden

Zehn Jahre danach brodelt es im Old Trafford. Denn: Nach zwei Saisonspielen ist die Stimmung bei Manchester United, wie bereits in den vergangenen Jahren, geladen. Die Gründe sind vielschichtig. Angefangen hat es im Juli mit einem andauernd lamentierenden Mourinho, der entweder mit der Transferpolitik seines Vereins nicht zufrieden war oder dann keine Freude an den Testspielen in Amerika fand. Letzte Woche geriet dann Spielmacher Paul Pogba ins Rampenlicht, der angeblich mit Barcelona liebäugelte und verärgert gewesen sein soll, dass Manchester nicht auf das Interesse der Katalanen einging. Zudem hat der Franzose gemäss britischen Medien ein extrem schlechtes Verhältnis mit Mourinho, was der Portugiese umgehend abstritt.

Und nun verloren die Red Devils auswärts gegen Brighton & Hove Albion das zweite Saisonspiel 2:3. Die Leistung der Spieler: emotionslos, energielos, uninspiriert. Die Verteidigung wirkte bei den Treffern ohne Orientierung, die Offensive schien keine Strategie zu verfolgen und selbst die Aktionen der Leader im Team, sprich von Paul Pogba oder Romelu Lukaku, konnten die Mannschaft nicht entscheidend antreiben. Mourinho sagte nach der Partie trocken: «Erwarten sie nicht von mir, dass ich mit Ihnen darüber rede.»

«Spieler wirkten nicht besonders engagiert»

Danny Murphy, ehemaliger englischer Nationalspieler und heute Fussball-Experte bei der BBC, fand nach der Partie klare Worte für die Leistung des Rekordmeisters: «Es sah so aus, als wollten sie gar nicht spielen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Spieler noch das tun wollen, was der Trainer von ihnen verlangt.»

Nachdem Manchester in Rückstand geraten sei, habe man eigentlich eine Reaktion erwartet. «Die kam jedoch nicht.» Den Spielern habe man die mangelnde Motivation angemerkt: «Es ist die Körpersprache, welche den Fans Sorgen bereitet. Keiner der Spieler wirkte in Brighton besonders engagiert.» Selbst Pogba konstatierte nach der Partie, dass der Hunger fehlte. Begründen konnte er diese Einstellung nicht.

Die nächste Prüfung gegen Tottenham

Auch die britische Zeitung «The Guardian» sah die unmotivierte Leistung der Manchester-Spieler und ging vor allem mit Pogba und Anthony Martial hart ins Gericht. Während Martial ausser einer Flanke über die Torlatte nichts zum Spiel beigetragen habe, habe sich Pogba bei seinen potenziellen Käufern aus Barcelona wohl kaum beliebter gemacht. «Es gibt einige Leute bei United, die sich in den Griff kriegen müssen.»

Eine Woche haben sie dafür Zeit, dann erfolgt der nächste Härtetest der Saison in Form eines Heimspiels gegen Tottenham Hotspur. Murphy meinte, dass noch kein Grund zur Panik bestehe, jedoch «muss die Körpersprache besser werden. Ist die Motivation vorhanden, kann das Team seine besten Qualitäten ausspielen.» Die jahrelang verwöhnten Fans wären den Spielern sicherlich dankbar. (nry)

Erstellt: 20.08.2018, 18:08 Uhr

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