Bürki ist überall

Borussia Dortmund entführt drei Punkte aus Leipzig: dank einer Portion Glück - und eines überragenden Schlussmanns.

Die grosse Show von Roman Bürki in Leipzig.

Die grosse Show von Roman Bürki in Leipzig. Bild: Keystone

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Roman Bürki musste noch einen Schrei loswerden. Der Ball war ein paar Meter neben ihm an der Bande eingeschlagen, nicht allzu weit vom Pfosten entfernt, nicht allzu weit von seinem Tor. Es wäre das 1:1 für die Leipziger gewesen, in der 93. Minute, es war eine letzte heikle Phase der Partie. «Brandgefährlich», nannte sie BVB-Trainer Lucien Favre später, da konnte er schon wieder mit gutem Gefühl auf die Tabelle schauen: Erstmals hatten die Dortmunder Leipzig in deren eigenen Arena besiegt.

Hände hoch: Roman Bürki rettet. Bild: Keystone

Es war ein Tor von Axel Witsel in der 19. Minute, mit dem der BVB nicht nur die Leipziger mit 1:0 (1:0) überwand, sondern auch die Gefahr bannte, die in der Tabelle herangekrochen war: Mit dem Sieg der Bayern am Freitagabend gegen die TSG Hoffenheim war der Vorsprung für fast 24 Stunden auf nur noch drei Punkte zusammengeschmolzen. «Natürlich haben wir das Spiel geschaut, aber wir schauen auch andere Spiele», sagte Favre in seiner ganzen Unaufgeregtheit, «wir machen weiter unsere Philosophie, Spiel für Spiel zu nehmen.» Und das war dann schon eine Szene, die die Qualität des Spiels widerspiegelte: wie neben ihm RB-Trainer Ralf Rangnick sass und nicht sehr viel weniger zufrieden wirkte als Favre.

Bürki rettet - und rettet

Eine Bundesliga-Saison ist kein Sprint, sondern ein Hindernislauf. Was schon mal erwähnt werden muss, wenn es um diese Jagd geht, die nun immer wieder angesprochen wird, wenn es um Bayern und Dortmund geht. In RB Leipzig hat der BVB am Samstagabend eine Hürde überwunden, die die Bayern in der Rückrunde der Saison erst noch erwartet. Die beste Defensive der Liga traf auf die beste Offensive, «ein Tor kannst du gegen eine Mannschaft wie den BVB schon kriegen», befand Rangnick - und war fast schon erstaunt, wie viele Chancen sich sein eigenes Team erspielt hatte. «Das ist schade, dass wir daraus nichts machen», sagte er.

Eine wache Partie hatte sich Rangnick von seiner Mannschaft gewünscht, hellwach war dann gleich zu Beginn Roman Bürki, der nach drei Minuten gegen Timo Werner den Ball aus kurzer Distanz übers Tor wuchtete. Es war eine von drei Rettungstaten, die Dortmund den Sieg ermöglichten.

Zum Haareraufen: Roman Bürki. Bild: Keystone.

So jubelten in der 19. Minute die Gäste, auch weil Lukasz Piszczek sich im richtigen Moment duckte: Er verlängerte einen Eckball, den Axel Witsel dankend annahm, abtropfen liess und sofort wieder Richtung Tor schickte - Piszczek machte sich klein, Unterkante Latte, drin. Nicht nur als Ballverteiler war Witsel damit eine gefährliche Waffe, sondern auch als Torschütze. Was an diesem Abend auch gefordert war: Marco Reus, erfolgreicher Verwandler der Hinrunde, war am Freitagabend umgeknickt und konnte nicht auflaufen.

Die zweite Hälfte begann mit einer Rettungsaktion von Bürki, Sabitzer stocherte am Pfosten herum und hätte beinahe den freistehenden Poulsen erreicht, doch Bürkis Arme verhinderten Schlimmeres. Im Anschluss hätte Dortmund die Führung ausbauen können, doch auch wenn der BVB-Zug ins Rollen kam, war am Ende stets ein Leipziger zur Stelle.

Das Spiel wurde wilder, in der 63. Minute hätte es für Bürki noch ein unschöner Abend werden können: Er rutschte weg, als er einen Rückpass annehmen sollte, plötzlich war Werner zur Stelle, doch Bürki konnte im letzten Moment klären. Auch Sabitzer bekam den Ball nicht ins Tor, als er nach schönem Zuspiel von Werner frei vor dem BVB-Keeper auftauchte (74.). Der Österreicher schoss Bürki ans Bein und strich sich danach mit aller Verzweiflung durchs Gesicht, die einen überkommt, wenn man gegen den Tabellenführer den Ausgleich hätte machen müssen, wenn man Bürki bezwingen hätte müssen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.01.2019, 10:29 Uhr

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