Bundesliga-Star bekam in der Schweiz kein Asyl

Vedad Ibisevic spielte als 16-Jähriger für Baden. Heute ist er der Goalgetter des Bundesligaersten Hoffenheim.

Jubelt derzeit ziemlich oft: Vedad Ibisevic von Hoffenheim.

Jubelt derzeit ziemlich oft: Vedad Ibisevic von Hoffenheim. Bild: Keystone

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Vedad Ibisevic vom Bundesliga-Tabellenführer TSG Hoffenheim ist der Mann der Stunde im deutschen Fussball. Zehn Mal hat der 24-jährige in neun Spielen getroffen, öfter als Bremens Diego und Dortmunds Alex Frei zusammen.

Ibisevic stand aber nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens. Vor acht Jahren musste er zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester vor dem Krieg in Bosnien fliehen. Die erste Anlaufstation der Familie war ein Onkel in Baden AG. Dort lebte Ibisevic zehn Monate lang, spielte für den örtli­chen Fussballklub und lernte Schweizerdeutsch. Dann aber zerschlug sich die Hoffnung auf eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung oder gar eine Einbürgerung in der Schweiz.

Über die USA zurück nach Europa

Die Odyssee der bosnischen Kriegsflüchtlinge ging weiter, schliesslich landeten sie in den USA. «Dort haben wir unser Glück gefunden», erzählt Ibisevic. Bis im Jahr 2004 kickte er für das Team der University of St. Louis, ehe ihn Paris St-Germain zurück nach Europa lotste. Im vorletzten Sommer kam er über die Stationen Dijon und Aachen nach Hoffenheim.

Seine Wurzeln hat er dabei nie vergessen: «Wenn es im Fussball schlecht läuft, denke ich immer an die Kriegstage zurück. Dann erkenne ich, dass es noch viel schlimmere Sachen auf der Welt gibt, als das Tor nicht zu treffen. Die Dinge, die in Bosnien passiert sind, trage ich immer im Herzen», sagt Ibisevic. «In meiner Familie sind einige Angehörige im Krieg gefallen. Und natürlich haben wir auch den Krieg mit allen seinen schlimmen Seiten miterlebt.» (NEWS)

Erstellt: 28.10.2008, 14:47 Uhr

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