Hintergrund

FC Basel: «Naiv ist der richtige Ausdruck»

Der FC Basel verspielt mit einem 0:3 bei den Bayern seine Minimalchance auf das Weiterkommen in der Champions League. FCB-Trainer Fink sieht den Hauptgrund für die Niederlage in der mangelnden Effizienz.

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Der FC Basel spielte gegen Bayern München eine halbe Stunde lang, als sei er und nicht der deutsche Rekordmeister Herr in der Allianz-Arena. Vor allem Shaqiri brachte die neu formierte Bayern-Innenverteidigung mit Breno und Timostschuk mit seinem wunderbaren Steilpässen wiederholt in arge Bedrängnis. Frei und Streller scheiterten mit ihren Abschlüssen jedoch am glänzend aufgelegten Bayern-Ersatzgoalie Kraft.

Streller hätte die Basler Führung in der 34. Minute fast schon erzielen müssen, stattdessen fiel aber quasi im Gegenzug das 1:0 für den FC Bayern. Cabral wollte den Ball ins Out rollen lassen, übersah aber Contento, der Ribéry mit seinem klugen Querpass den Treffer ermöglichte. Als die Basler noch mit dem Schicksal und ihrem Mitspieler Cabral haderten, fiel schon das 2:0. Nach einem Corner stieg Gomez höher als Streller und verlängerte zu Timostschuk, der unter gütiger Patenschaft des passiven Safari einschoss.

FCB-Trainer Thorsten Fink trauerte in der Pause den vergebenen Chancen nach und wollte Cabrals Schnitzer erst gar nicht beschönigen. «Naiv ist vielleicht der richtige Ausdruck hierfür», sagte der frühere Bayern-Profi. «Man hat uns in der Champions League noch nie ausgespielt, aber wir schlagen uns selbst. Wenn man die Chancen nicht verwertet, bekommt man nun einmal einen Gegentreffer.» «So etwas darf einfach nicht passieren», fand auch SF-Experte Gilbert Gress. Er gestand den Baslern aber ebenfalls einen ausgezeichneten Start zu: «Man hat sich gefragt, wer der FC Bayern ist und wer der FC Basel.»

Costanzo verhindert ein Debakel

Die zweite Halbzeit war erst vier Minuten alt, da fiel bereits der dritte Treffer für die Bayern, und wieder hiess der Torschütze Ribéry. Müller bediente den Franzosen wie in einem Trainingsmatch, und dieser hatte keine Mühe zu vollenden. Die Lücken im Basler Abwehrverbund waren riesengross - auch in der 57. Minute, als FCB-Goalie Costanzo gegen Contento und Schweinsteiger innerhalb weniger Sekunden zweimal seine ganze Klasse ausspielen musste.

Costanzo war der einzige Basler, der in der zweiten Halbzeit wie ein Champion auftrat. Immer wieder warf er sich den Münchner Angreifern mutig in den Weg. Grossartig war seine Fussabwehr gegen Mario Gomez in der 78. Minute. Gomez, der in der laufenden Saison schon 16 Treffer für die Bayern erzielt hat, genoss unumschränkte Lufthoheit. Neben Ribéry war er der auffälligste Spieler in den Reihen der Bayern. Ribéry feierte seinen ersten Treffer mit seinem Bruder, der auf der Tribüne sass und zum Jubeln an den Spielfeldrand eilte.

Streller entschuldigt sich

FCB-Stürmer Streller entschuldigte sich nach der Partie für seine vergebene Chance unmittelbar vor dem 0:1. «Ich habe vielleicht etwas zu lange überlegt und gesehen, dass Breno noch von hinten kommt, das muss ich auf meine Kappe nehmen», so der Schweizer Internationale. Sein Trainer Fink war ihm aber ohnehin nicht böse. «Wir haben viele Chancen herausgespielt, also bin ich nicht enttäuscht», sagte er. «Wir sind sonst sehr effizient, nur diesmal waren wir es nicht. Wir haben unser Ziel im Europacup aber erreicht und spielen nun in der Europa League weiter. Vielleicht sind wir für die Champions League halt noch nicht gut genug.»

Streller, der sich in der ersten Halbzeit den Fuss übertrat und nach der Pause zusehen musste, ist vorsichtig optimistisch, dass er am Sonntag im Auswärtsspiel gegen die Grasshoppers wieder mit von der Partie sein kann. Ein weiterer Trost für ihn und den FCB ist die Tatsache, dass auch ein Sieg in München nicht zum Einzug in die Achtelfinals der Champions League gereicht hätte. Im Parallelspiel ergatterte die AS Roma mit einem 1:1 in Cluj nämlich den von ihr geforderten Punkt.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.12.2010, 22:45 Uhr

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Bayern - Basel 3:0 (1:0)

Allianz-Arena, 66'000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Hansson (Sd). - Tore: 35. Ribéry 1:0. 37. Timostschuk 2:0. 50. Ribéry 3:0.

Bayern: Kraft; Lahm, Timostschuk, Breno, Contento; van Bommel, Kroos (68. Altintop); Müller, Schweinsteiger, Ribéry; Gomez.

Basel: Costanzo; Inkoom, Abraham, Ferati, Safari; Shaqiri (76. Tembo), Yapi, Cabral (46. Almerares), Stocker; Frei, Streller (46. Granit Xhaka).

Bemerkungen: Bayern ohne Badstuber, Olic, Pranjic und Robben (alle verletzt). Basel ohne Chipperfield, Huggel, Kusunga und Zoua (alle verletzt). Verwarnung: 73. Frei (Foul).

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