Gelöste Knoten

Blas Riveros, Valentin Stocker und Ricky van Wolfswinkel erleben im Match gegen den FC Zürich besondere Momente.

Der erste Treffer nach der Rückkehr. Zuerst erobert er sich den Ball, dann trifft Valentin Stocker (l.) mit einem präzisen Schuss in die rechte Ecke zum 2:0.

Der erste Treffer nach der Rückkehr. Zuerst erobert er sich den Ball, dann trifft Valentin Stocker (l.) mit einem präzisen Schuss in die rechte Ecke zum 2:0. Bild: Keystone

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Der 3:0-Sieg des FC Basel über den FC Zürich war auch ein Spiel der vielen kleinen Geschichten. Zum Beispiel jener des Abwehrchefs Fabian Frei oder jener des Comebacks von Raoul Petretta nach überstandener Verletzung.

Noch mehr allerdings richtet sich der Fokus auf die Offensive, wo mit Blas Riveros, Valentin Stocker und Ricky van Wolfswinkel drei Spieler die Treffer erzielten, die das schon lange nicht mehr getan haben.

Kapitel I: Der Vorwärtsgewandte

Blas Riveros wurde im Sommer 2016 verpflichtet, weil er als grosses Linksverteidiger-Talent galt. Wieso, war schon in der ersten Saison ansatzweise zu sehen: Der Paraguayer ist das, was man einen Offensiv-Verteidiger nennt. Mit Zug, mit Speed, mit einer ersten Bewegung, die nach vorne geht. Noch viel mehr aber fiel immer wieder auf, dass er in Sachen Verteidigen noch viel zu lernen hat – und das ist nicht so gut, wenn die Position, die er spielt, dieses Wort in ihrer Bezeichnung trägt.

Also wurde unter Raphael Wicky mit Raoul Petretta zunächst ein anderer junger Mann stärker gefördert. Riveros traf zwar in der Champions League als Einwechselspieler gegen Benfica Lissabon zum 5:0, war aber nur zweite Wahl mit gelegentlichen Einsätzen. Im Frühjahr verletzte sich Petretta – und erhielt Riveros Zeit, um sich zu beweisen. Das Ergebnis: mal ansehnlicher, mal weniger – aber nie richtig gut. Bis der FCZ kam. Riveros stürmte. Traf. Stürmte weiter. Bot Spektakel. Und erklärte danach, warum er sein Tor mit der Doppeladler-Geste feierte: «Ich habe im Coop einen Freund aus Albanien kennengelernt, der mir viel geholfen hat – und versprach ihm, dass ich für ihn so jubeln werde, falls ich treffe.»

Kapitel II: Der Rückkehrer

Valentin Stocker, das waren ganz viele Tore und Assists – in seiner ersten Phase beim FC Basel, in der er vom Nachwuchs- zum Schweizer Nationalspieler wurde, Meisterschaften für Rotblau entschied, zum Publikumsliebling beim eigenen und zur Reizfigur beim gegnerischen Anhang wurde.

Valentin Stocker, das waren ganz viele unglückliche Szenen, seit er im Januar seinen dreieinhalbjährigen Auslandaufenthalt in Berlin beendete. Sie trugen dazu bei, dass der FCB 2018 nicht Meister wird. Und das mit der Reizfigur machte sich auch beim eigenen Anhang bemerkbar.

Als er gegen den FCZ kurz vor Schluss ausgewechselt wird, da feiert ihn die Kurve wie früher. Stocker ist an allen Basler Treffern beteiligt gewesen – und das 2:0, das hat er mit einem platzierten Linksschuss von der Strafraumgrenze selbst besorgt. Es ist sein erstes Tor in Rotblau seit fast vier Jahren.

Kapitel III: Der Königstransfer

Als Ricky van Wolfswinkel im Sommer vom FCB verpflichtet wurde, da pries ihn Sportdirektor Marco Streller als Königstransfer an. Zunächst, da traf er königlich, obwohl es dem FCB nicht lief. Dann verletzte er sich und verpasste den goldenen Herbst. Und als er im Februar wieder auf dem Feld stand, da stotterte Rotblau plötzlich wieder so wie am Anfang – mit dem Unterschied, dass van Wolfswinkel beste Torchancen ungenutzt liess. Also spielte zuletzt Albian Ajeti – und lief es dem FC Basel wieder deutlich besser.

Das ist auch gegen den FCZ nicht anders. Aber in der 80. Minute, da darf Ricky van Wolfswinkel ran. Der FCB führt bereits mit 2:0, der Sieg ist nur noch Formsache. Und siehe da: Der Holländer legt seine Hemmungen vor dem gegnerischen Tor innerhalb von vier Minuten ab. Auf eine Massflanke von Samuele Campo lässt er einen perfekten Kopfball folgen, gegen den der Goalie keine Chance hat. Es ist van Wolfswinkels erster Treffer seit dem 5:0 gegen Benfica Lissabon. Das ist jenes Spiel, in dem er sich den Fuss brach … (Basler Zeitung)

Erstellt: 12.04.2018, 09:18 Uhr

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