Gigi Oeri tritt als FCB-Präsidentin zurück

Noch vor dem Spatenstich zum neuen Nachwuchs-Campus des FC Basel hat Clubpräsidentin Gigi Oeri am Freitagmorgen ihren Rücktritt bekannt gegeben.

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Kommuniziert wurde Gigi Oeris Abgang am Freitag kurz nach zehn Uhr in einer dringlichen, kurzfristig einberufenen Medienkonferenz. «Es ist nicht nur ein Grund, es war ein längerer Prozess», sagte die 55-Jährige gegenüber den Medien. Die Entscheidung sei ihr schwer gefallen und sie möchte keine Sekunde der 12 Jahre beim FCB missen. «Was ich sicher nicht bereue, ist die Tauchaktion im Whirlpool – das war eine eingelöste Wette», sagt sie lachend zu ihrem Bad mit dem Team nach dem FCB-Cupsieg 2002. Oeri sitzt seit 1999 im FCB-Verwaltungsrat, 2006 wurde sie Präsidentin des Clubs.

Auch finanziell sei sie nicht von heute auf morgen weg, so Oeri. «Jeder investierte Rappen bleibt beim FCB.» Auch beim FCB-Nachwuchscampus sind weitere Investitionen geplant. Es sei ihr wichtig gewesen, dass der Club bei ihrem Rücktritt finanziell gut dasteht. Mit der erneuten Champions-League-Teilnahme sei dies jetzt der Fall. «Man soll gehen, wenn es am schönsten ist», sagte eine lächelnde Oeri, die in den letzten zwei Jahren mit FCB-Trainer Thorsten Fink drei Titel feiern konnte. Die 55-Jährige tritt per Ende Jahr zurück, danach übernimmt der jetzige Vizepräsident Bernhard Heusler (47) – sofern er vom zuständigen Gremium gewählt wird (davon ist auszugehen). Oeri bleibt jedoch Präsidentin der «Stiftung Nachwuchs-Campus Basel». Deshalb falle sie jetzt auch nicht in ein grosses, schwarzes Loch, sagte Oeri weiter gegenüber den Medien. «Mit dem Campus habe ich ja weiterhin eine grosse Aufgabe.»

Ein Rücktritt in Raten

In den letzten Monaten ist es ruhig geworden um Gigi Oeri – auch aus gesundheitlichen Gründen, wie sie am Freitagmorgen sagte. Ob gegenüber den Medien oder an der Meisterfeier – die 55-Jährige hat sich in letzter Zeit stets im Hintergrund gehalten. Ganz überraschend kommt Gigis Oeris Abgang deshalb nicht.

Ein Rücktritt auf Raten liess sich bereits ab Anfang 2009 erahnen, als Vizepräsident Bernhard Heusler von Oeri das operative Tagesgeschäft übernahm, damit sich diese um den Nachwuchs-Campus, ihr Steckenpferd, kümmern konnte. Insofern ist es nachvollziehbar, dass Oeri sich jetzt, wo das Projekt (fast) zu Ende gebracht ist, absetzt. Dass sie es aber dermassen eilig hat und ihren Rücktritt bereits vor dem Campus-Spatenstich bekannt gibt, überrascht dennoch – torpediert sie doch auf diese Weise unter Umständen die mediale Aufmerksamkeit «ihres» Nachwuchs-Campus, für den sie sich nun mehr als zweieinhalb Jahre lang eingesetzt hat.

Gigi Oeri kann sich mit bestem Gewissen verabschieden: Der FCB-Campus ist aufgegleist und mit Bernhard Heusler, der als FCB-Vize in den letzten Monaten das Tagesgeschäft souverän und mit viel Charisma geleitet hat, steht eine mehr als würdiger Nachfolger in den Startlöchern, der von allen Seiten akzeptiert und respektiert wird. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.08.2011, 10:04 Uhr

Bernhard Heusler: Der jetzige FCB-Vize tritt Anfang 2012 voraussichtlich in Oeris Fussstapfen. (Bild: Joël Gernet)

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