Gott nervt!

Zlatan Ibrahimovic kokettiert weiter mit einer Rückkehr in die schwedische Auswahl. Der Nationaltrainer ist das Thema leid.

An Selbstvertrauen fehlt es ihm nicht: Zlatan Ibrahimovic.

An Selbstvertrauen fehlt es ihm nicht: Zlatan Ibrahimovic. Bild: AP

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Je nach Thema oder Tagesform ist er Gott. Wahlweise auch eine Legende, ein König oder – wie bescheiden! – ein Löwe. Zlatan Ibrahimovic hat viele grossspurige Namen, die meisten hat er sich selbst zugelegt. Der 36-Jährige war schliesslich ein herausragender Fussballer mit überbordendem Selbstvertrauen und losem Mundwerk.

Seit Freitag ist Ibrahimovic ein Stürmer von Los Angeles Galaxy mit überbordendem Selbstvertrauen und losem Mundwerk. Ob er nach seiner langwierigen Knieverletzung noch einmal herausragend wird, muss sich weisen. Einer zweifelt jedenfalls in keiner Weise daran: er selbst. So kommt es, dass der Schwede nach wie vor mit einer Rückkehr in die Nationalmannschaft kokettiert, die er nach der EM 2016 verliess.

«Wenn ich will, bin ich dabei»

Nach seiner Ankunft in Los Angeles sprach Ibrahimovic davon, dass sein «Hauptfokus auf Galaxy liegt». Er sagte mit Blick auf die Landesauswahl aber auch: «Wenn ich mich hier wohlfühle, mache ich den nächsten Schritt. Wenn ich so spielen kann, wie ich will, wird die Tür immer offen sein.» Dass ihn die Verantwortlichen des Verbands mit offenen Armen empfangen würden, davon ist der elffache schwedische Fussballer des Jahres felsenfest überzeugt, denn: «Sie rufen mich jeden Tag an und fragen, wie ich mich fühle, was ich will.» Für den Rekordtorschützen (62 Tore in 116 Länderspielen) kann das bezüglich Endrunde nur eines heissen: «Wenn ich will, bin ich dabei.» Wäre ja gelacht, läge diese Entscheidung nicht in der Hand Gottes.

In dieser Geschichte gibt es allerdings noch eine andere Figur, die ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Janne Andersson ist zwar nur Nationaltrainer, kraft seines Amtes aber der Mann, der selektioniert. «Ich habe keinen Kontakt mit Spielern, die Nein zur Nationalmannschaft gesagt haben», stellte er gegenüber dem Sender SVT klar. Der Zeitung «Expressen» sagte er: «Für mich gibt es keinen Zweifel daran, dass ich derjenige bin, der die Mannschaft aufstellt.» Und überhaupt sei es Generalsekretär Håkan Sjöstrand, der Kontakt zum Superstar habe. «Aber das ist im Namen des Verbandes, nicht der Nationalmannschaft.»

Die Aussagen des 55-Jährigen lassen nur einen Schluss zu: Gott nervt ihn gerade gewaltig. (kai)

Erstellt: 27.03.2018, 18:20 Uhr

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