Jetzt droht Deutschland der Abstieg

Deutschland verliert in der Nations League auswärts gegen Frankreich 1:2. Die Luft für Joachim Löw wird immer dünner.

Der Franzose erzielt ein wunderbares Goal mit dem Kopf. Video: SRF

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Deutschland bleibt in der Krise. Der Weltmeister von 2014 unterlag im dritten Match der Nations League seinem Nachfolger Frankreich nach einer Führung mit 1:2. Antoine Griezmann wendete die Partie mit zwei Toren nach der Pause.

Der Druck auf Bundestrainer Joachim Löw war seit dem 0:3 gegen die Niederlande am Samstag nochmals angewachsen. Vehement wurden die personellen und taktischen Veränderungen gefordert, die er nach der blamablen WM in Aussicht gestellt hatte, bislang aber ausgeblieben waren. Im Stade de France präsentierte der 58-Jährige nun eine junge, zielstrebige Mannschaft, die nicht zuletzt mit ihrem Konterspiel zu überzeugen wusste und damit den Weltmeister eine Halbzeit lang immer wieder in Verlegenheit brachte.

45 Minuten zeigte Deutschland eine überzeugende Vorstellung. Anstatt aus Ballbesitz war Deutschland mit den Antreibern Leroy Sané und Serge Gnabry auf schnelle Angriffe aus. Dass bis zur Pause nicht mehr als der von Toni Kroos nach 14 Minuten verwertete Handspenalty heraussprang, lag an der mangelnden Präzision im vorletzten und letzten Pass. Sané und Gnabry waren zwei von fünf Neuen in der Startformation im Vergleich zum Spiel gegen die Niederlande. Auch Nico Schulz, Thilo Kehrer und Niklas Süle konnten diesmal von Beginn weg spielen. Süle bildet zusammen mit Mats Hummels und Matthias Ginter eine Dreierabwehr.

Verspätetes Geburtstagsgeschenk für Deschamps

Frankreich trat fast in der WM-Formation auf. Nur Innenverteidiger Samuel Umtiti fehlte verletzt. Für ihn spielte der 22-jährige Presnel Kimpembe, der wie schon beim 2:2 gegen Island keinen souveränen Einruck hinterliess und den Penalty unglücklich verschuldete. Aber der PSG-Verteidiger war nicht der Einzige, der in der ersten Halbzeit eine enttäuschende Leistung zeigte. Nach der Pause steigerte sich die Mannschaft von Didier Deschamps, der am Montag seinen 50. Geburtstag gefeiert hatte.

Der Weltmeister begann nach und nach, die Kontrolle über den Match zu gewinnen, auch weil das nach der Pause durch Deschamps verstärkte französische Mittelfeld die Oberhand gewann. In der 62. Minute ermöglichte eine Flanke von Lucas Hernandez den Kopfball-Treffer von Griezmann, und in der 79. Minute wurde Blaise Matuidi nach einem herrlichen Pass von Kylian Mbappé im Strafraum von Mats Hummels gefoult – Griezmann verwertete den umstrittenen Penalty sicher.

Frankreich hat nach diesem Sieg in der Gruppe 1 der Liga A vier Punkte Reserve auf die Niederlande und ist auf gutem Weg ins Finalturnier. Zum Abschluss der Gruppenphase spielen «Les Bleus» am 16. November in den Niederlanden. Deutschland steht hingegen dem Abstieg in die Liga B sehr nahe. und der Druck auf Löw wird nach der sechsten Niederlage in diesem Jahr nochmals grösser werden. Sechsmal in einem Jahr hatte Deutschland in seiner Historie bislang noch nie verloren.

Frankreich - Deutschland 2:1 (0:1)
Saint-Denis. - 78'000 Zuschauer. - SR Mazic (SRB).
Tore: 14. Kroos (Handspenalty) 0:1. 62. Griezmann 1:1. 80. Griezmann (Foulpenalty) 2:1.
Frankreich: Lloris; Pavard, Varane, Kimpembe, Hernandez; Pogba, Kanté (93. Nzonzi); Mbappé (86. Dembélé), Griezmann (91. Ndombélé), Matuidi; Giroud.
Deutschland: Deutschland: Neuer; Ginter (83. Brandt), Süle, Hummels; Kehrer, Kimmich, Kroos, Schulz; Gnabry (88. Müller), Werner, Sané (76. Draxler).
Bemerkungen: Frankreich u.a. ohne Umtiti, Mendy, Fekir und Tolisso (alle verletzt). Deutschland u.a. ohne Boateng, Reus und Gündogan (alle verletzt). (heg)

Erstellt: 16.10.2018, 22:42 Uhr

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