Nationalspieler im Formcheck

Die Schweizer Nationalmannschaft trifft in der WM-Qualifikation auf Andorra und Lettland. Das sind die Ausrufe- und Fragezeichen im Team.

Erlebt bei Arsenal eine turbulente Zeit: Granit Xhaka.

Erlebt bei Arsenal eine turbulente Zeit: Granit Xhaka.

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Zakaria, der AbgebrühteAusrufezeichen

Von Denis Zakaria wird in Gladbach einiges erwartet. Zum einen weil der 20-Jährige nicht wenige im Borussia-Park an Granit Xhaka erinnert, den Schweizer Mittelfeldspieler, der im ähnlichen Alter nach Gladbach wechselte und das Team bald darauf prägte. Zum anderen weil Mittelfeld-Regisseur Mahmoud Dahoud den Club diesen Sommer verliess und darum Zakaria von Beginn an gefordert ist.

Drei Pflichtspiele hat der defensive Mittelfeldspieler nun schon absolviert. Und er hat das so gut gemacht, dass Teamkollege Patrick Herrmann kürzlich sagte: «In seinen jungen Jahren spielt er schon einen super Part.» Christoph Kramer ergänzte: «Denis ist schon sehr weit. Er macht das wirklich gut.»

Am vergangenen Wochenende erzielte Zakaria gegen Augsburg sein erstes Bundesliga-Tor. Einzelne Gladbach-Fans tauften ihn bereits «Xhakaria». Gut möglich, dass ihm bald auch im Nationalteam eine wichtigere Rolle zuteilwird.

Seferovic, der TreffsichereAusrufezeichen

Einen kleinen Dämpfer erlitt Haris Seferovic am vergangenen Wochenende dann doch. Der Rekord von Eusebio konnte er nicht egalisieren. Benficas Clublegende gelangen einst fünf Tore in den ersten fünf Spielen der Saison. Seferovic erhält also vorerst keinen Platz in den Clubchroniken. Er wird es verkraften.

Denn was der 25-Jährige in den vergangenen Wochen sonst bei seinem neuen Club zeigte, ist ansprechend. Nach seinem Wechsel von Frankfurt zu Benfica Lissabon blühte der Schweizer Nationalstürmer richtiggehend auf. In den ersten vier Spielen traf er viermal. Seferovic hat jetzt schon so viele Tore geschossen wie in der gesamten letzten Bundesliga-Saison.

Er verhalf seinem Team zum Supercup-Sieg, und er sicherte seiner Mannschaft im zweiten Saisonspiel mit einem Absatztor in der Nachspielzeit drei Punkte. Seferovic und Benfica – das passt. Vorerst. Für ihn gilt es nun, seine ansprechende Form zu konservieren. Fürs Nationalteam. Aber auch für die weiteren Wochen und Monate in Portugal. Denn es ist in seiner Karriere schon ein paar Mal vorgekommen, dass Seferovic nach torreichen Wochen plötzlich wieder stagnierte.

Rodriguez, der WiedererstarkteAusrufezeichen

Die vergangene Saison war für Ricardo Rodriguez vor allem eines: kompliziert. Erst wurde er im Herbst wegen Personalnot zum Innenverteidiger umfunktioniert, dann schlitterte Wolfsburg in eine tiefe Krise, und schliesslich erlitt er einen Anriss des Syndesmosebandes.

Dem 25-Jährigen war längst klar: Es braucht eine Luftveränderung, einen Neuanfang. Einen Teil der 200 Millionen, die die AC Milan in diesem Sommer ausgibt, investiert sie in den Schweizer Nationalspieler. 18 Millionen kostet Rodriguez.

Er funktioniert sofort. Im ersten Pflichtspiel trifft er gleich per Freistoss. Seither spielte Rodriguez stets durch. Das Selbstvertrauen ist zurück. Das freut auch Nationaltrainer Vladimir Petkovic. Ein wiedererstarkter Rodriguez ist nicht nur defensiv wertvoll, sondern auch wegen seiner Standards.

Schär, der NeustarterFragezeichen

Während der Einsatz von Trainertalent Julian Nagelsmann am Ursprung vieler Hoffenheimer Glücksmomente steht, war er für Fabian Schär der Anfang vom Ende. Zu Beginn war die Spielzeit zwar noch ganz ordentlich, doch in der vergangenen Saison schmolz sie auf läppische 372 Minuten. Er war mehr als nötig, der Neustart.

Das Gefühl, wieder gebraucht zu werden – Schär spürt es endlich wieder. Und zwar in La Coruña, beim letztjährigen 16. der spanischen Liga. Er versucht sich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden, lernt eine neue Sprache und einen neuen Fussball kennen. Viel Ungewisses auf einmal. Aber: In den ersten beiden Partien spielte der 25-Jährige durch. Ob er auch in der Nationalmannschaft von Beginn an spielen wird, ist jedoch fraglich. Auch, weil Nationaltrainer Vladimir Petkovic mit Manuel Akanji und Nico Elvedi über weitere valable Optionen verfügt.

Behrami, der HinterfragteFragezeichen

Die Zeiten, in denen Valon Behrami garantiert einen Platz in der Startformation der Nationalmannschaft erhielt, sind vorbei. Das liegt nicht etwa an seinem Alter oder daran, dass sein Leistungsvermögen nicht mehr genügen würde.

Es liegt am Nachwuchs, der allmählich Druck macht. Da ist zum einen ein 20-jähriger Denis Zakaria, der im Gladbacher Mittelfeld ziemlich schnell ziemlich viel Verantwortung übernimmt. Zum anderen ein 21-jähriger Edimilson Fernandes, der vergangene Saison bei West Ham zum Transfer des Jahres gekürt wurde.

Dazu kommt, dass Behrami einen unruhigen Sommer hinter sich hat. In Watford eröffnete ihm sein Trainer, dass er in seinen Überlegungen keine Rolle mehr spielte. Der 32-Jährige sondierte daraufhin den Markt und wechselte kürzlich zu Udinese.

Der Generaldirektor erklärte nach dem Transfer, dass Udinese einen solch erfahrenen Spieler wie Behrami brauche. In den ersten beiden Saisonspielen kam er jedoch nur 25 Minuten zum Einsatz. Ob der Serie-A-Club für ihn wirklich eine tragende Rolle vorsieht, wird sich zeigen. Behrami wird jedenfalls hinterfragt, er muss sich beweisen. Auch in der Nationalmannschaft.

Xhaka, der ZwiespältigeFragezeichen

Der Saisonstart von Granit Xhaxa war vor allem eines: turbulent. Da gewinnt er mit Arsenal Anfang August erst den Supercup gegen Chelsea, und drei Wochen später verlieren er und die Gunners gegen Liverpool sang- und klanglos mit 0:4. Mal brillierte Xhaka, mal hat er Schwierigkeiten.

Der 24-Jährige ist nicht nur oft bei Toren Arsenals involviert, sondern eben auch bei Gegentreffern. In allen drei bisherigen Saisonspielen verschuldete er einen. Selbstverständlich ist Granit Xhaka im Nationalteam aber weiterhin unbestritten. Die Schweiz braucht ihn. Vielleicht nicht unbedingt in Spielen wie am Donnerstag gegen Andorra. Drei Tage später in Lettland dafür umso mehr. Nur, wie geht es mit ihm weiter? Und wie beeinflusst der durchzogene Saisonstart seine Leistungen in der Nationalmannschaft? Antworten gibt es am Donnerstag.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.08.2017, 18:53 Uhr

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