«Rafa, wirst du jetzt Schweizer?»

Die lange erwartete Premiere des Doppels Federer/Nadal sorgte am Laver-Cup in Prag für Emotionen und gipfelte in einem Lachanfall des Wimbledonsiegers nach Mitternacht.

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Der erste Match von Roger Federer und Rafael Nadal Seite an Seite hielt in der ausverkauften 02-Arena an der Moldau, was man sich von ihm versprochen hatte – und das war einiges gewesen. Immerhin verbindet die mit total 35 Einzeltiteln zwei erfolgreichsten Spieler der Grand-Slam-Geschichte eine 13-jährige Rivalität, in der sie sich offiziell 37-mal gegenüber gestanden hatten. Nachdem sie am Laver-Cup die starken Amerikaner Sam Querrey und Jack Sock 6:4, 1:6, 10:5 geschlagen hatten, war die Stimmung unter den beiden Rivalen – für die sich der Doppel-Kurzname «Fedal» durchsetzte – entsprechend locker und ausgelassen.

Traumduo: Federer und Nadal begeistern das Publikum am Laver-Cup. (Video: SRF)

Gemeinsam gingen sie danach für einmal auch auf die Interview-Runde, was für Federer allein schon höchst ungewöhnlich war. «Irgendwie kommt mir das alles surreal und komisch vor. Das war ein absolut einmaliger Tag, anders als alles, war ich bisher erlebt hatte», sagte der 19-fache Grand-Slam-Sieger. Und etwas später, Mitternacht war vorbei, begann Nadal neben ihm auch noch spanisch zu sprechen.

Das war zu viel für Federer, er wurde von einem intensiven Lachanfall befallen und hielt sich längere Zeit die Hand vor das Gesicht. «Du sprichst sehr schnell Spanisch», sagte er zum dann Mallorquiner. Dieser antwortete, in dieser Sprache müsse er halt auch nicht nachdenken.

«Für immer Rivalen»

Die beiden wiesen darauf hin, wie schwierig für sie dieses Doppel gewesen war. «Für Leute, die wenig von Tennis verstehen, war klar, dass wir gewinnen würden. Aber es war doch sehr kompliziert», sagte Federer, der sich nicht einmal mehr erinnern mochte, wann er letztmals Doppel gespielt hatte. «Es war ein riesiges Privileg, neben Roger spielen zu dürfen», sagte Nadal. Irgendwann ging Federer die ganze Harmonie – Friede, Freude, Eierkuchen – dann aber zu weit, und er betonte: «Dieses Spiel ändert nichts daran, dass wir ewig Rivalen bleiben werden.»

Doch dann wollte ein italienischer Journalist, der für ungewöhnlichen Fragen bekannt und berüchtigt ist, von den beiden auch noch wissen, ob sie sich vorstellen könnten, nach ihren Einzelkarrieren nur noch Doppel zu spielen – gemeinsam. Das war für Federer dann aber zu absurd. «Rafa, wirst du jetzt Schweizer?», fragte er seinen Rivalen und Partner mit unverhohlener Ironie, «dann könnten wir auch noch gleich die Olympischen Spiele gemeinsam bestreiten...» Der Spanier betonte derweil, er sehe sich immer vor allem als Einzelspieler, das seine Mission.

Europa führt nach ihrem Sieg im Doppel gegen den Rest der Welt 9:3. Um den Laver-Cup zu gewinnen, sind 13 Punkte nötig. Das bedeutet, dass die Europäer heute immer noch zwei der verbleibenden vier Partien gewinnen müssen, wenn sie ein Playoff vermeiden wollen, denn heute werden pro Sieg drei Punkte vergeben. Bei 12:12 würde ein Satz in einem Doppel über den Gewinn des Laver-Cup entscheiden. Dabei kommt es am Sonntag (ab 12 Uhr) zu folgenden Paarungen (live TV24):

Berdych/Cilic - Sock/Isner
Zverev - Querrey
Nadal - Isner
Federer - Kyrgios
(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.09.2017, 10:27 Uhr

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