Solche Spielabbrüche kommen selten vor

Der Swiss Football League sind wegen der Chaoten wie in Lausanne die Hände gebunden. Die Clubs müssen reagieren.

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Chaoten, die das Stadion stürmen – «nicht schon wieder», denkt sich wohl mancher Fan. Solche Ereignisse in den Schweizer Stadien hat es in den vergangenen Jahren aber nicht viele gegeben. So wurde das Zürcher Derby im Oktober 2011 zuletzt wegen Fanausschreitungen im Stadion abgebrochen – und am Sonntag eben die Partie in Lausanne. «Leider überschatten diese Bilder eine sonst innerhalb der Stadien ausgesprochen friedliche Saison», sagt Philippe Guggisberg, Kommunikationsverantwortlicher der Swiss Football League.

Die Liga verurteilt die Vorfälle in der Pontaise scharf: «Solche Chaoten wollen wir nicht in unseren Stadien. Wir fordern, dass die Täter identifiziert und vom zukünftigen Besuch von Fussballspielen ausgeschlossen werden.»

Liga arbeitet eng mit Clubs zusammen

Klar ist, dass das Sicherheitsdispositiv in Lausanne nicht funktioniert hat. Dafür verantwortlich ist aber nicht etwa die Liga, sondern die Heimclubs selber. «Es gibt Sicherheitsauflagen der Liga, die erfüllt werden müssen und die überprüft werden. Wenn etwas im Dispositiv versagt, kommt es zu einer Untersuchung, und es können disziplinarische Massnahmen verhängt werden. Die Disziplinarkommission der Swiss Football League erhält nun alle Unterlagen, holt Stellungnahmen ein und fällt letztlich ein Urteil.»

Die Liga arbeitet im Bereich der Sicherheit sehr eng mit ihren Clubs sowie deren Sicherheitsverantwortlichen zusammen. So stelle jeder Verein gemeinsam mit den Behörden ein Sicherheitsdispositiv auf, welches von der Liga abgenommen werde. «Es ist nun die Aufgabe der Disziplinarkommission, zu untersuchen, was falsch gelaufen ist und welche organisatorischen Konsequenzen daraus gezogen werden müssen», so Guggisberg.

Chaoten stürmen die Lausanner Pontaise. (Video: Tamedia Leserreporter)

Was die Sicherheit im konkreten Fall in der Lausanner Pontaise betrifft, wurden in der Vergangenheit bereits verschiedene geforderte bauliche Massnahmen im Stadion umgesetzt, beispielsweise beim Gästesektor. «Was im letzten Heimspiel im Detail bezüglich Stadionorganisation nicht funktionierte, untersucht nun die Disziplinarkommission.»

Neue Spielstätte ab Sommer 2019

Wie geht es weiter? Wie kann die Liga dafür sorgen, dass die Stadien sicherer werden? Braucht es eine noch bessere Zusammenarbeit der Liga mit den Clubs? Auf diese Fragen hat die Liga keine konkrete Antwort. Guggisberg: «Die Kommission muss nun im Einzelfall die erforderlichen Konsequenzen ziehen, ohne dabei die funktionierende Sicherheitsorganisation in den anderen Stadien infrage zu stellen.»

Konkret wird Lausanne wohl mit einer Forfaitniederlage bestraft, so, wie schon der FCZ vor sieben Jahren gebüsst worden war, und es müssen Anpassungen in der Pontaise für die kommende Saison vorgenommen werden, bevor der Club im Sommer 2019 ins neue Stadion wechseln wird. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.05.2018, 12:50 Uhr

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