Strafverfahren gegen Neymars Chef eröffnet

Verdacht auf Bestechung: Nasser Al-Khelaifi und ein ehemaliger Fifa-Generalsekretär geraten ins Visier der Bundesanwaltschaft.

Sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Nasser Al-Khelaifi.

Sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Nasser Al-Khelaifi. Bild: Keystone

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Die Bundesanwaltschaft hat den früheren Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke am Donnerstag einvernommen. Ein Strafverfahren war gegen ihn im letzten März eröffnet worden. Ermittelt wird auch gegen Nasser Al-Khelaifi, den Präsidenten des Fussballvereins Paris Saint-Germain. Valcke wurde als Beschuldigter verhört, aber nicht in Untersuchungshaft genommen, wie die Bundesanwaltschaft (BA) weiter mitteilte.

In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden in Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien wurden zudem zeitgleich an verschiedenen Orten Hausdurchsuchungen durchgeführt. Diese koordinierte Operation wurde laut BA über die Europäische Stelle für justizielle Zusammenarbeit (Eurojust) ermöglicht.

Verdacht der Bestechung

Valcke wird verdächtigt, von Nasser Al-Khelaifi nicht gebührende Vorteile angenommen zu haben im Zusammenhang mit der Vergabe von Medienrechten für bestimmte Länder an den Fussball-Weltmeisterschaften von 2018, 2022, 2026 und 2030. Al-Khelaifi ist Geschäftsführer der Bein Media Group, die dem katarischen Sender al-Jazeera gehört.

Ausser gegen Valcke und Al-Khelaifi wird das Verfahren wegen Verdachts der Bestechung von Privaten, des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der Urkundenfälschung auch gegen einen Geschäftsmann im Bereich Sportrechte geführt. Valcke wird verdächtigt, auch von diesem Geschäftsmann nicht gebührende Vorteile angenommen zu haben.

Gegen Valcke läuft bereits ein anderes Strafverfahren, das die BA im März 2016 eröffnet hatte. Kenntnisse aus den Ermittlungen der BA im Rahmen dieses Verfahrens waren Grundlage für das neue Verfahren.

25 weitere Verfahren hängig

Im Zusammenhang mit dem «Fussball-Untersuchungskomplex» sind laut BA bisher 180 Verdachtsmeldungen der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) eingegangen. Darunter sind die Verfahren gegen den früheren Fifa-Präsidenten Sepp Blatter und gegen Valcke sowie Verfahren zum Thema Fussball-WM 2006 in Deutschland.

Im «Fussball-Untersuchungskomplex» – Vorkommnisse rund um den Weltfussballverband Fifa sind ein Teil davon – ermitteln die BA und die Justiz in den USA seit etwa zwei Jahren. Die BA führt dabei rund 25 Strafverfahren und analysiert eine Datenmenge von rund 19 Terabytes an sichergestellten Unterlagen. (fas)

Erstellt: 12.10.2017, 15:00 Uhr

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