Streller: «Wir lernen aus den Fehlern»

Für FCB-Sportdirektor Marco Streller ist klar, dass Raphael Wicky nun Trainer bleibt.

Marco Streller freut sich über die Tore im Spiel zwischen dem FCB und dem FC Thun.

Marco Streller freut sich über die Tore im Spiel zwischen dem FCB und dem FC Thun.

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BaZ: Marco Streller, wie erlebten Sie am Samstag den Moment, in dem feststand, dass YB Meister ist – und die Erfolgsserie des FC Basel endet?
Marco Streller: Obwohl wir uns darauf vorbereiten konnten, wars ein schmerzhafter Moment.

Haben Sie das Spiel gesehen?
Nein, das konnte ich mir nicht antun. Ich war am 40. Geburtstag meines Cousins. Aber natürlich habe ich mitbekommen, was lief. Ich kann nur sagen: Gratulation an YB! Die Berner sind verdient Meister, weil sie die stabilste Mannschaft der Saison stellten. Als ihr 2:1-Sieg feststand, da gratulierte ich Goalie Marco Wölfli und Sportchef Christoph Spycher, die ich beide gut kenne, umgehend per SMS.

Der FCB wirkte am Folgetag beim 6:1-Sieg auf seltsame Art befreit, da jeder wusste, dass der Mist nun geführt ist …
Ich weiss nicht, ob es das war. In erster Linie sind wir alle enttäuscht, da es unser Ziel war, Meister zu werden. Aber ich verspüre auch so etwas wie Demut oder Erdung – irgendwie habe ich das Gefühl, dass uns dieser Misserfolg für die Zukunft auf seltsame Art guttut: Die Fans im Stadion waren enorm laut gegen Thun, die Mannschaft hat stark gespielt – ich denke, ab jetzt heisst es: nun erst recht! In der neuen Saison wollen wir beweisen, dass wir es besser können.

Was sind die Gründe für den verpassten Meistertitel?
Wir haben im Sommer auf Führungsebene viele Wechsel gehabt und wir haben die Philosophie angepasst: Gegen Thun standen phasenweise sechs Spieler mit Basler Herkunft auf dem Platz – und das ist ja, was wir wollten. Aber solche Veränderungen geschehen nicht spurlos. Hinzu kommt: YB war sehr stabil, hatte nie eine Schwächephase. Und wir haben es uns nach einem tollen Herbst samt Punkterekord in der Champions League bestimmt im ersten Monat nach der Winterpause versaut …

Dies, nachdem es im Januar zu einigen Transfers gekommen war. Waren das zu viele Wechsel, gab es falsche Entscheidungen?
Ich denke schon, dass man das heute so sehen kann. Fehler gehören dazu, wenn man neu ist. Wichtig ist, dass wir die Fehler nicht wiederholen. Ich bin sicher, dass wir aus unseren Fehlern lernen werden.

Nach der Resultatkrise im Winter haben Sie bekundet, gerne mit Raphael Wicky als Trainer in die neue Saison gehen zu wollen. Ist diese Absicht nun Gewissheit, da man nach klarer Steigerung vorzeitig als Zweiter feststeht?
Ja, klar. Auch wenn wir alles genau analysieren werden. Wicky macht sehr, sehr viel gut und ist noch ein junger Trainer. Aber genau so, wie ich auch Fehler gemacht habe, hat auch er vielleicht den einen oder anderen Fehler gemacht. (Basler Zeitung)

Erstellt: 30.04.2018, 09:56 Uhr

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