Wie Wicky den FC Basel veredeln will

Schnelleres Passspiel, andere Systeme, grosse Flexibilität – der neue Trainer verlangt viel.

Alter Bekannter. Vor sechs Wochen waren sie noch Mitspieler, jetzt sind FCB-Verteidiger Manuel Akanji (r.) und Sporting-Stürmer Seydou Doumbia Gegner.

Alter Bekannter. Vor sechs Wochen waren sie noch Mitspieler, jetzt sind FCB-Verteidiger Manuel Akanji (r.) und Sporting-Stürmer Seydou Doumbia Gegner. Bild: Keystone

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Mit einem 3:2-Sieg über den portugiesischen Spitzenclub Sporting Lissabon im Gepäck ist der FCB nach seiner Walliser Woche in Crans-Montana wieder nach Basel zurückkehrt. Die Testspiel-Phase ist zu Ende, bis zum Saisonstart am Samstag in Bern gegen die Young Boys (19 Uhr, Stade de Suisse) bleiben noch fünf Tage, und Raphael Wicky sagt: «Ich bin zufrieden. Alle ziehen voll mit.»

Langsam schimmert durch, wie der 40-Jährige den Schweizer Serienmeister veredeln will. Zum Beispiel bei der taktischen Grundordnung. War unter Urs Fischer das 4-2-3-1 heilig, setzt Wicky deutlich mehr auf die Flexibilität seiner Spieler. In den Testspielen probierte er ein 3-1-4-2-Grundgerüst aus, später wechselte er auf das 4-2-3-1 zurück, auch ein 4-3-3-Modell hat er im Kopf.

Schnelles Passspiel

Doch ganz egal, wie die Zahlenreihe am Ende aussieht, hinter jeder Systemzahl steht die Forderung nach schnellem Passspiel aus der Abwehr heraus. «Immer, wenn wir schnell und direkt spielen, sieht es gut aus und wir kreieren Torchancen», stellte Wicky am Samstagabend in Portalban fest. Vor allem die Akteure im zentralen Mittelfeld – Delgado, Zuffi, Xhaka, Schmid, Serey Die – sind gefordert, den Ball möglichst direkt weiterzuleiten. Das schafft Räume in der anderen Platzhälfte und bringt die Gegner in Nöte.

Delgados Rolle

Um die Varianten im eigenen Kader weiter zu erhöhen, hat sich Wicky für gewisse Spieler neue Positionen ausgedacht. Spielmacher Matias Delgado könnte der neue – und einzige – Sechser vor der Abwehr werden. Eine grosse Umstellung für den Captain, der an seiner neuen Rolle jedoch Gefallen findet.

Sollte sich Wicky für die Dreierkette entscheiden, rückt Michael Lang rechts ein Stück nach vorne. Sein Pendant links könnte Renato Steffen werden; auch für den Nationalspieler eine neue Aufgabe. In einer 3-1-4-2-Anordnung wäre der zweite Platz im Angriff neben Ricky van Wolfswinkel noch zu vergeben. Mohamed Elyounoussi hat dort in den Testspielen nicht voll überzeugt; dafür sind andere Akteure wie Afimico Pululu, Dereck Kutesa oder Kevin Bua näher an die Stammelf gerückt.

Noch wenig zu sehen war das Pressing, das da und dort in der Presse gross angekündigt worden war. Für Wicky ist das eine Variante im taktischen Bereich, mehr nicht. Aber gegen Kaliber wie Athletic Bilbao oder Sporting Lissabon ist es selbst in Testvergleichen nicht einfach, ein knackiges Pressing aufzuziehen. In der Super League jedoch werden die Fans bestimmt bald eine Kostprobe davon zu sehen bekommen, wenn es gegen schwächere Teams geht.

Gewinner und Verlierer

26 Spieler waren in Crans-Montana dabei. Nur einer, Neftali Manzambi, ist momentan verletzt. Und wie bei jedem Trainer gibt es im Lauf einer Saisonvorbereitung Gewinner und Verlierer. Matias Delgado ist sicher ein Profiteur des Trainerwechsels, egal, ob er im zentralen Mittelfeld defensiv oder offensiv agieren kann. Er dürfte weiterhin der zentrale Mann beim FC Basel sein.

In der Verteidigung hat Eder Balanta nach einer schwierigen ersten Saison aufgeholt. «Eder ist da, er macht alles mit und zeigt gute Spiele», lobt ihn Wicky. Kevin Bua ist endlich verletzungsfrei, er könnte auch mal den Mittelstürmer geben. Aus der Abteilung «Jugend forscht» hat Dominik Schmid auf sich aufmerksam gemacht.

Und Rückkehrer Zdravko Kuzmanovic feierte gegen Sporting ein beachtliches Comeback nach sieben Monaten Verletzungspause. Doch bei ihm dämpft Wicky die hohen Erwartungen: «Wir bauen ihn Schritt für Schritt auf. Für die Super League ist er noch nicht fit.»

Eine schwierige Saison könnte es für Geoffroy Serey Die, Alexander Fransson und Davide Callà werden. Das Trio hat bärenstarke Konkurrenz vor der Brust. Serey Die zum Beispiel muss sich im Mittelfeldzentrum gegen Xhaka, Zuffi, Delgado, Schmid, den eben erst ins Training eingestiegenen Fransson und vermutlich Kuzmanovic durchsetzen. Und auch auf den Flügelpositionen ist das Gedränge riesig – ganz unabhängig davon, wie Raphel Wicky mit dem FC Basel zu spielen gedenkt. (Basler Zeitung)

Erstellt: 17.07.2017, 09:39 Uhr

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