«Wieso wurde Constantin nicht lebenslänglich gesperrt?»

Daniele Moro, Präsident der Disziplinarkommission der Liga, erklärt das Urteil gegen Christian Constantin.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Daniele Moro, viele forderten eine lebenslange Sperre für Christian Constantin. War das für Sie kein Thema?
Die Disziplinarkommission hält die Busse von 100'000 Franken und das 14-monatige Platzverbot für eine passende Sanktion.

Wissen Sie von einem vergleichbaren Fall, den die Disziplinarkommission behandeln musste?
Von der Disziplinarkommission der SFL nicht, aber die Commission pénale et contrôle de l'ASF hatte im 2006 einen ähnlichen Fall beurteilen müssen. Dieser spielte auch in der aktuellen Prüfung eine Rolle. Wir müssen immer abklären: Gibt es Vorstrafen? Herr Constantin hat ja mehrere davon.

Wieso dauerte es so lange bis zum Urteil?
Ich bin der Meinung, dass es nicht lange dauerte. Wir haben bei jedem Disziplinarverfahren vier Wochen Zeit, normalerweise sind wir aber deutlich schneller. Es gab viele Fragen zu klären und wir mussten den Parteien die Chance geben, sich zu äussern. Eine seriöse Prüfung braucht seine Zeit.

Daniele Moro, Präsident der Disziplinarkommission. Bild: slm.ch

Trafen Sie die Entscheidung alleine?
Wir sind ein Gremium von drei Personen, die am Schluss das Urteil fällen.

Es ist kaum davon auszugehen, dass Constantin die Sperre akzeptieren wird. Rechnen Sie mit einer Hängepartie?
Herr Constantin kann innert fünf Tagen beim Rekursgericht Einsprache einlegen, und auch danach hat er das Recht den Fall zum CAS (Internationaler Sportgerichtshof, die Red.) weiterzuziehen. Die Disziplinarkommission wäre somit nicht mehr zuständig.

Die Sicherheitskräfte vom Tourbillon sind jetzt in einer ungemütlichen Lage. Sie müssen im Extremfall ihrem Chef den Zutritt verweigern – erstmals bereits am Sonntag gegen St. Gallen.
Wir sind auf die Kooperation aller Clubs angewiesen, dieses Urteil mitzutragen – sie sind verpflichtet, zur Umsetzung mitzuwirken. Die Nichteinhaltung des Entscheids kann zu einem separaten Disziplinarverfahren führen sowie auch zu einer Sanktionierung (Art. 23 Rechtspflegeordnung SFV). (Anm. d. Red.: Die Strafen reichen von Bussen und Forfait-Niederlagen bis zu Geisterspielen, Punktabzügen oder gar Zwangsrelegation. Constantin könnte zusätzlich mit einer Funktionssperre belegt werden.) (fas)

Erstellt: 12.10.2017, 20:01 Uhr

Artikel zum Thema

Constantin für 14 Monate gesperrt

Die Liga zieht Christian Constantin für seine Tätlichkeit an Rolf Fringer monatelang aus dem Verkehr. Ausserdem muss Sions Präsident eine Busse von 100'000 Franken zahlen. Mehr...

So drohte Constantin Fringer per SMS

Video Der Übergriff des Sion-Präsidenten war ganz offensichtlich keine Affekthandlung. Das beweist er höchstpersönlich. Mehr...

Kommentare

Die Welt in Bildern

Riesig hohe Surfwellen: Vor der portugisischen Küste befindet sich im Meer der Nazare Canyon eine über 230 Kilometer lange Schlucht mit einer Tiefe von bis zu 5000 Metern, deshalb entstehen hier die beliebten Wellen.
(Bild: Rafael Marchante) Mehr...