«Wir haben bei Vogel Führungsdefizite festgestellt»

FCB-Präsident Bernhard Heusler erklärte auf Telebasel, warum er keine Details über Heiko Vogels Freistellung verrät und was er vom neuen Trainer Murat Yakin erwartet.

Bernhard Heusler in der Sendung «061live» vom 17. Oktober auf Telebasel.


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Bernhard Heusler sieht gezeichnet aus, als er sich am Mittwochabend im Telebasel den Fragen der Zuschauer stellte. Zu sehr hat ihn der Trainerwechsel von Heiko Vogel zu Murat Yakin mitgenommen. «Das war ein sehr schmerzhafter Entscheid. Stärke gibt einem dabei nur der Glaube daran, dass er richtig ist», erklärt der Präsident des FC Basel rund zwei Tage nach dem überraschenden Ereignis. Überraschend allerdings war es nur von aussen, das betont der Wirtschaftsanwalt immer wieder: «Wir haben die Situation über Wochen hinweg analysiert und schliesslich das getan, was wir als das Beste für den Club erachten. Für den Club, nicht für uns selbst.» Wer der Clubleitung nicht vertraue, die richtigen Entscheide zu treffen, solle Mitglied werden und die Führung abwählen.

Was viele Fans vor den Kopf stiess, sind die Gründe für Vogels Freistellung. Diese erläutert Heusler auch in der Sendung «061live» nicht. «Es gehört zu unseren Prinzipien, dass wir die Menschen schützen, die für uns arbeiten», sagt der 48-Jährige. Die Inhalte der Gespräche mit Vogel werden nicht öffentlich gemacht. Er sei kein Präsident, der den Verein wie ein «Komödiantenstadl» führt, wie bei anderen Clubs, wo sich sogar die Aktionäre zu Wort melden würden – eine klare Spitze in Richtung des FC Luzern, ausgerechnet Murat Yakins ehemaligen Arbeitgeber. «Wir hätten auch häppchenweise Informationen an die Medien geben können, um den Trainer zu destabilisieren», stellt Heusler fest. Das sei aber nicht der Stil des FCB. Im Gegenteil könne er Heiko Vogel immer noch in die Augen schauen. Dieser sei dem Club auch nach seiner Absetzung noch dankbar für die Chance, die er in Basel erhalten hatte.

Mehr Bindung zu Basel erwünscht

Aus Heuslers Aussagen konnte man aber dennoch gewisse Punkte heraushören, die zum Wechsel auf dem wichtigsten Posten des Schweizer Meisters geführt haben. So habe man bei Vogel «Führungsdefizite festgestellt», die eine Weiterentwicklung der aktuellen Mannschaft verhindert hätten. Bei der Wahl des neuen Trainers sei ebenfalls entscheidend gewesen, dass er seinen Lebensmittelpunkt in Basel habe. «Ich will, dass der Trainer des FC Basel in der Freien Strasse einkaufen geht und den Menschen begegnet. Das hat mir in letzter Zeit gefehlt», erklärt Heusler. Vogel ist bei jeder Gelegenheit nach Deutschland zu seiner Familie gefahren.

Mit Yakin hat man nun jenen Mann gefunden, der sich auf ganzer Linie mit Rotblau identifiziert und noch dazu Fachkompetenz mitbringt. «Muri gilt als akribischer Arbeiter. Er hat viel von Christian Gross' Besessenheit übernommen. Und Besessenheit erwarte ich vom Trainer», unterstreicht Heusler die Qualitäten des Münchensteiners. Diese kann Yakin am Sonntag an alter Wirkungsstätte ein erstes Mal zeigen. In der Luzerner Swissporarena wird der 38-Jährige unter der Beobachtung der ganzen Fussballschweiz stehen – und natürlich unter den Augen des Präsidenten. «Ich freue mich auf das Spiel, denn schliesslich geht es um Fussball», meint Heusler, der natürlich auf ein positives Resultat bei Yakins Einstand hofft. Dass der neue starke Mann an der Linie unter grossem Druck steht, räumt der Präsident ein: «Jeder Trainer in Basel muss mit Druck umgehen können. Aber Murat hat schon als Spieler und Trainer bewiesen, dass er das kann.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.10.2012, 11:58 Uhr

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