YB verliert seinen Meistertrainer

Adi Hütter wird Nachfolger von Niko Kovac bei Eintracht Frankfurt. Die Young Boys bestätigen den Wechsel des Coachs.

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Er ist in Bern zum Sehnsuchtstiller geworden, zu dem Mann, der der Stadt den ersten Meistertitel nach 32 Jahren schenkte. Nun, da seine Mission erfüllt ist, wird Adi Hütter YB definitiv verlassen, wie der Club in einer Medienmitteilung bestätigt. Der 48-jährige Österreicher wird neuer Trainer bei Eintracht Frankfurt und damit Nachfolger von Niko Kovac, der bei Bayern München Jupp Heynckes beerbt. Auch YB-Assistenztrainer Christian Peintinger nimmt die Herausforderung Bundesliga an und begleitet Hütter nach Frankfurt.

Gemäss Quellen aus Deutschland und Frankreich hiess es bislang, Kovacs Landsmann Slaven Bilic soll kurz vor einer Vertragsunterzeichnung beim Achtplatzierten der abgelaufenen Saison stehen. Nun haben sich die Verantwortlichen jedoch für Hütter entschieden. Die «Frankfurter Rundschau» schreibt, Sportchef Fredi Bobic habe sich schon länger mit Hütter befasst, aus Respekt vor YBs anstehenden Aufgaben in der Liga und im Cup aber Stillschweigen bewahrt. Die Clubführung traue Hütter zu, die Multi-Kulti-Truppe erfolgreich zu formen und zu führen, wie er es bei den Young Boys geschafft habe. Der YB-Meistercoach unterschreibt bei der Eintracht, bei der auch der Schweizer Internationale Gelson Fernandes spielt, einen Dreijahres-Vertrag. Eine offizielle Bestätigung der Eintracht steht indes noch aus. Dass sich Adi Hütter irgendwann ein Engagement in Deutschland wünscht, daraus hat er nie ein Geheimnis gemacht.

«Drei wunderbare Jahre erlebt»

YB-Sportchef Christoph Spycher sagt, er bedaure die Abgänge sehr. «Aber uns blieb natürlich nicht verborgen, dass unsere tollen Leistungen nicht nur Interessenten für unsere Spieler, sondern auch für Adi Hütter auf den Plan gerufen haben. Adi hat sich stets sehr korrekt verhalten und uns auf dem Laufenden gehalten», hebt Spycher hervor. «Wir gönnen ihm diesen Karriereschritt. Gleichzeitig werden wir alles daran setzen, den eingeschlagenen YB-Weg mit dem neuen Trainer weiterzugehen.»


Video: Adi Hütter verlässt YB

Der Meistertrainer wechselt auf die nächste Saison hin zu Eintracht Frankfurt. Video: Tamedia/Youtube


Hütter ist einerseits sehr stolz, Trainer eines deutschen Traditionsclubs vom Format von Eintracht Frankfurt zu werden. Anderseits sagt der Vorarlberger, werde es ihm nicht leicht fallen, YB zu verlassen. «Ich habe bei den Young Boys drei wunderbare Jahre erlebt und mich extrem wohl gefühlt. Ich werde diese Zeit immer in bester Erinnerung behalten, insbesondere natürlich den Gewinn des Meistertitels und die einzigartigen Emotionen und Feierlichkeiten», betont der Coach. Mit dem Wechsel zu Frankfurt gehe für ihn ein Traum in Erfüllung. «Als Spieler blieb mir die Bundesliga verwehrt, obwohl ich einmal ein Angebot hatte. Als Trainer hatte ich bereits das eine oder andere Angebot aus der Bundesliga ausgeschlagen. Aber nun freue ich mich umso mehr darauf, in der Liga des Weltmeisters tätig sein zu können.»

Double ist sein letztes grosses Ziel

Im September 2015 hatte Hütter in Bern die Nachfolge von Uli Forte und dem Interimstrainer und jetzigen Assistenten Harald Gämperle als Trainer angetreten und formte zusammen mit Sportchef Spycher die Mannschaft, die in diesem Frühjahr den FC Basel entthronte. Am Sonntag in einer Woche bietet sich den Bernern zudem mit einem Sieg im Cupfinal gegen den FC Zürich die Chance, das Double zu gewinnen. Der Cupsieg ist das letzte grosse Ziel, das Hütter mit YB erreichen will. «Ich werde mit meiner Mannschaft alles daran setzen, nach der Meisterschaft auch den Cup zu holen. Es würde mir enorm viel bedeuten, mit YB das Double zu gewinnen. YB wird ohnehin immer einen Platz in meinem Herzen behalten», sagt er. Vor knapp drei Jahren sei er nach Bern gekommen, als «mich hier kaum jemand gekannt hat. Und nach dieser Saison werde ich weiterziehen – im Wissen, dass wir gemeinsam Geschichte geschrieben haben. Das ist mir sehr, sehr wichtig.»

Hütter, der 2015 mit Salzburg das Double gewonnen hatte, war im letzten Herbst mit Werder Bremen in Verbindung gebracht worden, worauf der Vorarlberger aber sein vorläufiges Bekenntnis zu YB abgab und seinen Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2019 verlängerte. (mb/ddu/sda)

Erstellt: 16.05.2018, 14:32 Uhr

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