Zwei Punkte und Fabian Schär verloren

Erst die Wende vom 0:1 zum 2:1, dann Schärs Knieverletzung, schliesslich der späte Ausgleich – beim 2:2 (0:1) gegen den FC Sion erlebte der FC Basel eine emotionale Berg-und-Tal-Fahrt.

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Eigentlich wären die Rollen der beiden Trainer schon vor dem Spiel verteilt gewesen. Murat Yakin untermauert mit einem Heimsieg seines FC Basel gegen den FC Sion seinen Ruf als Erfolgstrainer, während die Pleite Michel Decastels wackligen Stuhl endgültig zu Fall bringt. Doch für dieses Szenario fehlten drei Minuten. «Gefühlte 85 Minuten haben wir das Spiel dominiert. Mehr Torchancen kann man gar nicht herausspielen. Die letzten drei Minuten haben wir nicht gut ausgesehen, aber das sind klar zwei verlorene Punkte», sagte Yakin. Und Christian Constantin, der streitbare Sion-Präsident, stärkte Decastel für einmal den Rücken: «Ich bin sehr zufrieden mit diesem Punkt. Nun gilt es, uns auf das Spiel gegen YB vorzubereiten. Natürlich mit Michel.»

Wahrscheinlich glaubte aber nach der 65. Minute nicht einmal mehr «CC» an einen Punktgewinn seines Vereins. Mohamed Salah hatte die Wende im Spiel perfekt gemacht, indem er einen wunderbaren Steilpass von Marco Streller kaltblütig verwertete. Den Ausgleich hatte Valentin Stocker nur gerade acht Minuten zuvor mit einem Treffer Marke «Traumtor» bewerkstelligt. Die halbhohe Vorlage von Matias Delgado hämmerte der formstarke Flügel mit seinem starken linken Fuss volley in den rechten Winkel. «Ich legte alle Kraft in diesen Schuss», gab Stocker später zu Protokoll. Die Wende war die logische Konsequenz einer markanten Leistungssteigerung der Basler nach der Pause.

Pechvogel Schär

Allen guten Vorsätzen zum Trotz musste der FCB einmal mehr in dieser Spielzeit einen Rückstand wettmachen. Schon in der zweiten Minute schlug es hinter Yann Sommer ein – allerdings auf äusserst unglückliche Art und Weise. Der grosse Pechvogel in jener Szene war Fabian Schär. Erst köpfelte er eine Freistossflanke nicht genügend weit weg und behinderte nach dem abgefälschten Schuss von Vincent Rüfli seinen eigenen Torhüter. Der Ball lag deswegen anstatt in Sommers Händen auf der Linie vor Vilmos Vanczak, der nur noch vollenden musste.

Doch damit nicht genug des Pechs für Schär. Der Innenverteidiger mit Offensivdrang hatte zwar seine Füsse beim Ausgleich im Spiel, musste später aber verletzt vom Platz. In der 70. Minute brach der Ostschweizer nach einem Pass ohne gegnerische Einwirkung zusammen. «Wenn jemand sich auf diese Art verletzt, dann sieht das nicht gut aus», meinte ein besorgter Yakin. Eine Ultraschall-Untersuchung soll Aufschlüsse über das Ausmass des Schadens geben. «Es ist sicher nichts mit den Bändern», sagte Fabian Frei, der als Erster zu seinem Teamkollegen eilte, und bestätigt damit Yakins Vermutung, dass die Patellasehne in Mitleidenschaft gezogen sein könnte.

Pechvogel Sauro

Ob der FCB ohne den Ausfall von Schär den Sieg über die Runden gebracht hätte, ist müssig zu diskutieren. Fakt ist, dass Schärs Ersatz Gaston Sauro so massgeblich am 2:2 durch Ebenezer Assifuah beteiligt war, dass er dafür fast einen Assistpunkt reklamieren könnte. Sein Kopfball quer durch den eigenen Strafraum wurde zur perfekten Vorlage für den Ghanaer, der am rechten Pfosten lauerte. Safari und Sommer versuchten vergebens zu retten. Fairerweise muss man aber anmerken, dass Streller zwei Minuten vor jener verhängnisvollen Szene das 3:1 auf fahrlässige Weise vergeben hatte. «Meine Spieler haben sich diesen Punkt mit grossem Einsatz verdient. Nach einem Rückstand in Basel nochmals zurückzukommen, ist ausserordentlich», lobte Decastel.

Einen kleinen Trost über dieses nicht ganz nach Wunsch gelaufene Heimspiel erhielten die Basler aus Zürich. Dank der Niederlage der Grasshoppers übernimmt der Meister mit je einem Punkt und Spiel mehr als der Titelrivale die Tabellenspitze. Hinsichtlich des anstehenden Knüllers gegen Schalke wäre Rotblau ein gesunder Schär aber wohl lieber. Am Sonntag wird der Club über dessen Verletzung informieren.

FC Basel - FC Sion 2:2 (0:1)
St.-Jakob-Park. – 26'256 Zuschauer. – SR Hänni. – Tore: 2. Vanczak (Rüfli) 0:1. 57. Stocker (Delgado) 1:1. 65. Salah (Streller) 2:1. 87. Assifuah (Léo) 2:2.
Basel: Sommer; Voser, Schär (70. Sauro), Ivanov, Safari; Fabian Frei (64. Diaz), Xhaka; Salah, Delgado, Stocker (83. Elneny); Streller.
Sion: Vanins; Vanczak, Lacroix, Ferati, Pa Modou; Léo, Kouassi, Perrier (79. Max Veloso), Rüfli (84. Herea); Christofi (61. Assifuah), Vidosic.
Bemerkungen: Basel ohne Ajeti (verletzt). 35. Freistoss von Stocker an die Latte. 55. Pfostenschuss von Vidosic. Verwarnungen: 43. Schär (Foul). 78. Perrier (Foul). 93. Safari (Foul).
(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.09.2013, 23:16 Uhr

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