Warum Dortmunder Siege die Kassen des FCB klingeln lassen

Manuel Akanjis Transfer von Basel nach Dortmund ist offiziell. Aber der Preis, den der BVB bezahlt, wird erst in ein paar Saisons feststehen.

Wiesendangen, Winterthur, Basel, Dortmund – und plötzlich bezahlt ein Club über 20 Millionen Franken für Manuel Akanji.

Wiesendangen, Winterthur, Basel, Dortmund – und plötzlich bezahlt ein Club über 20 Millionen Franken für Manuel Akanji. Bild: Keystone

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Am Ende war es nur noch ein Warten auf die Bestätigung. Und die kam am Montag um 14.20 Uhr. Manuel Akanji verlässt den FC Basel und wechselt zu Borussia Dortmund, wo er einen Vertrag bis Sommer 2022 unterzeichnet hat.

«Es hat mir jedesmal Spass gemacht, wenn ich ins Joggeli eingelaufen bin», verabschiedet er sich von den FCB-Fans, «aber für mich geht ein sehr grosser Traum in Erfüllung mit dem Wechsel, den ich nach Dortmund machen kann.»

Bleibt eigentlich bloss noch die Frage: Wieviel kostet er denn jetzt, dieser 22-Jährige, der im Sommer 2015 noch für eine Million Franken vom FC Winterthur nach Basel gewechselt war? 19, 22 – oder vielleicht doch 25 Millionen Franken?

Die simple Wahrheit ist: Akanji hat seinen Platz in der Rangliste der zehn teuersten Schweizer Fussballer auf sicher. Aber noch weiss niemand, wie viel die Dortmunder am Ende für ihren neuen Innenverteidiger bezahlen werden. Weil Transferverträge heutzutage vollgepackt sind mit Klauseln, die den Preis eines Spielers im sportlichen Erfolgsfall deutlich in die Höhe treiben. Das dürfte auch bei Akanji der Fall sein. Steht doch in der Mitteilung der Basler der interessante Satz: «Der FCB freut sich nach langen und intensiven Verhandlungen sehr, eine gute Lösung für den Spieler und den Club gefunden zu haben.»

Die zwölf teuersten Schweizer Fussballer

Es war lange klar, dass der FCB eine Ablösesumme von rund 25 Millionen Franken als angemessen erachtet für einen jungen, entwicklungsfähigen Spieler, der eine für seine Position überdurchschnittliche Sprintgeschwindigkeit aufweist. Und es ist auch logisch, dass die Dortmunder lieber weniger bezahlen möchten. Was dann geschieht, hat der ehemalige FCB-Präsident Bernhard Heusler einmal so beschrieben: «Es geht darum, die Lücke zwischen den Vorstellungen des abgebenden und des aufnehmenden Clubs zu überbrücken.»

Für den Fall von Akanji dürfte das bedeuten, dass die Dortmunder eine fixe Ablöse von rund 22 Millionen Franken nach Basel überweisen. Und der FCB partizipiert, wenn der BVB mit seinem neuen Spieler sportliche Erfolge feiert. Das heisst, dass die Kassen in Basel bis zu Akanjis Abschied aus Dortmund immer wieder einmal klingeln werden. Etwa, wenn Dortmund sich in dieser Saison für die Champions League qualifiziert, oder wenn es in den kommenden Spielzeiten vielleicht sogar für einen Titel reicht. Und natürlich werden die Basler mitkassieren, sollte Akanji von Dortmund einmal gewinnbringend weiter transferiert werden.

Basel drückt Dortmund die Daumen

Je nach Klauseln kann zu den 22 Millionen also noch einmal ein nettes Sümmchen dazu kommen. Auch wenn es wohl nicht ganz so heftig sein dürfte, wie im Fall von Granit Xhaka. Beim Wechsel des Mittelfeldspielers zu Gladbach baute der FCB fast jede denkbare Klausel ein. Unter anderem hatten sich die Basler eine progressiv steigende Beteiligung am Weiterverkauf ausbedungen. So stieg die Summe, die die Borussen am Ende nach Basel überwiesen von anfangs rund zehn auf geschätzte zwanzig Millionen Franken an.

Ganz so steil dürfte die Wertsteigerung von Akanji nicht verlaufen. Und doch werden die FCB-Verantwortlichen ab heute den Dortmundern ganz besonders die Daumen drücken. Und sich immer wieder mal darüber freuen, dass aus dem Ruhrpott die nächste Überweisung fällig wird. Schliesslich hat der FCB Leute, die sich in erster Linie um die Leistungen ehemaliger Spieler kümmern – nicht, dass noch eine Bonuszahlung vergessen geht.

Auch Winterthur erhält ein paar Franken

Nicht nur der FCB, auch der FC Winterthur darf sich auf deutsches Geld freuen. Akanjis Ex-Club ist mit drei Prozent am Transfer zu Dortmund beteiligt. Dazu hat er Anrecht auf einen Teil der ausbezahlten Ausbildungsentschädigung und der sogenannten Solidaritätszahlung. Diese wird bei internationalen Transfers fällig und beträgt fünf Prozent der Transfersumme, die unter jenen Clubs aufgeteilt wird, bei denen der wechselnde Spieler als Junior gespielt hat. Im Falle FCW und Akanji sind das noch einmal 3,25 Prozent der Transfersumme.

Insgesamt können die Winterthurer also in einer ersten Tranche mit rund 1,6 Millionen Franken rechnen, die in ihre klammen Kassen fliessen.

Erstellt: 15.01.2018, 14:56 Uhr

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