Aldo Kalulu und die Frage nach der Geschwindigkeit

Der FCB verpflichtet einen schnellen Flügel – und schnell dürfte es auch gehen, bis Mohamed Elyounoussi und Michael Lang weg sind.

Kleiner als die FCB-Verantwortlichen. Aldo Kalulu, umrahmt von Sportchef Marco Streller (links) und COO Roland Heri.

Kleiner als die FCB-Verantwortlichen. Aldo Kalulu, umrahmt von Sportchef Marco Streller (links) und COO Roland Heri.

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Schnell soll er sein. Und schnell ist es auch gegangen. Jedenfalls, wenn man die Geschwindigkeit an der Zeit bemisst, die vom Aufschwappen des Gerüchts bis zur Verpflichtung verstrich: Am Wochenende hiess es in Frankreich, der FC Basel sei an Aldo Kalulu interessiert – nun hat der Flügelspieler bei Rotblau einen Vertrag bis Juni 2022 unterschrieben.

Der FCB soll damit den BSC Young Boys aus Bern ausgestochen haben, der ebenfalls an Kalulus hohem Tempo interessiert gewesen sein soll. Was das kostet? Sicher kein schlechtes Salär und eine Ablösesumme, deren Fixum sich offenbar in der Höhe von 800'000 Euro bewegt. Hinzu kommen allfällige Bonuszahlungen. Erhalten wird dieses Geld mit Olympique Lyon ein grosser französischer Club, bei dem Kalulu aber noch keine grossen Spuren hinterlassen hat: Die vergangene Saison war er als Leihspieler unterwegs – erst ein halbes Jahr bei Rennes, dann ein halbes Jahr bei Sochaux in der zweithöchsten Liga, wo er in 31 Einsätzen elf Treffer erzielte.

Offerten für Mohamed Elyounoussi

Es wird dies kaum die einzige Kaderveränderung bleiben, die schnell vonstattengeht: Auch wenn Kalulu aufgrund seiner Vita nicht als Realersatz für Mohamed Elyounoussi bezeichnet werden darf, so ist seine Verpflichtung doch ein klares Zeichen, dass der Abgang des Norwegers bevorsteht. Gestern weilte Elyounoussi zwar im Training und rechnete auch noch damit, dass er heute mit der Mannschaft an den Tegernsee reist. Doch es sollten keine Wetten darauf abgeschlossen werden, dass er von dort auch nach Basel zurückkehrt.

Schliesslich liegt nicht nur eine Offerte aus Wolfsburg vor, sondern auch aus der englischen Premier League: Southampton und der FCB stecken in Verhandlungen, wobei die vom Daily Star kolportierte Offerte von 21 Millionen Euro klar zu hoch sein soll. Englische Quellen berichten inzwischen von rund 12 Millionen Euro, welche die Südengländer geboten hätten – den Verantwortlichen des FC Basel ist das noch zu wenig.

Eine Einigung ist dennoch zu erwarten: Elyounoussi wird seinen Marktwert beim FC Basel kaum mehr steigern, zumal er im August 24 wird – ein gutes Fussballer-Alter, aber auch eine Zahl, die bei einem Profi, der noch nie in einer grossen Liga wirkte, allmählich auf das Preisschild drückt. Und schliesslich ist da immer auch der Wunsch des Spielers, der nicht ausser Acht gelassen werden darf: Elyounoussi träumt schon länger von England …

Für Michael Lang hingegen darf es gerne die Bundesliga sein. Noch mit der Schweiz bei der WM heisst es über ihn inzwischen in Deutschland, dass seinem Transfer zu Borussia Mönchengladbach nichts mehr im Wege stehe. Es muss also jederzeit mit der Vollzugsmeldung gerechnet werden. Dass sich diese hinzieht, könnte unter anderem darin gründen, dass die Schweiz heute gegen Costa Rica spielt und in Zeiten der übertrieben professionellen Vorbereitung nichts dieses Spiel stören soll.

Taulant Xhaka ist verletzt

Klar scheint auch, dass der FCB Ersatz sucht. Weder der 21-jährige Neftali Manzambi noch der 17-jährige Alessandro Stabile haben sich auf Profiniveau auf dieser Position bereits ausreichend bewiesen, als dass man sie als Starter sehen könnte. Das sagt auch Trainer Raphael Wicky indirekt, indem er seit Wochen vom Plan spricht, temporär mit Taulant Xhaka als Rechtsverteidiger für die ersten Pflichtspiele zu planen, zumal von Anfang an klar war, dass für Lang diese nach WM und Ferien zu früh gekommen wären.

Durchkreuzt wird dieser Plan womöglich nicht allein durch Langs Abgang: Xhaka hat eine muskuläre Verletzung erlitten, die gemäss Wicky «genauerer Abklärung» bedarf. Auf die Frage, was dies für die wichtigen Spiele zum Saisonstart bedeute, mochte der FCB-Trainer keine Entwarnung geben, sondern verwies abermals auf die Abklärungen. Das Ergebnis der Untersuchungen dürften sie beim FC Basel mit Spannung erwarten. (Basler Zeitung)

Erstellt: 27.06.2018, 09:40 Uhr

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