Das FCB-Duo der Zukunft?

Beim 3:1 gegen den FC St. Gallen überzeugen Eray Cömert und Eder Balanta in der Abwehr – davon profitiert auch ein anderer Spieler des FCB

Eder Balanta überzeugte beim 3:1 gegen St. Gallen an der Seite von Eray Cömert

Eder Balanta überzeugte beim 3:1 gegen St. Gallen an der Seite von Eray Cömert Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Kompliment kam vom Chef persönlich. «Eder Balanta», sagte Marcel Koller, «ist ein wichtiger Mann. Er hat Kraft und Power. Und zwischendurch beisst er gewisse Situationen richtig gut ab.»

Mittlerweile ist es ja fast schon etwas ungewohnt, wenn nach einem Auswärtsspiel im Basler Lager Komplimente verteilt werden. Das 3:1 in St. Gallen war der erste Auswärtssieg in der Liga in dieser Saison. Man höre, rechne und staune.

Auf den ersten Blick gab es für eine ansprechende Leistung der Basler einfach nur drei Punkte. Doch wer am Samstag genauer hinschaute, kommt zum Schluss, dass sich im Gefüge der Rotblauen einige Dinge nun doch noch zum Positiven entwickeln könnten. Zum Beispiel die Besetzung der Innenverteidigung.

In St. Gallen kehrte Eder Balanta nach seiner Rotsperre ins Team zurück. Der Kolumbianer verteidigte im Zentrum neben Eray Cömert. Diese Besetzung war nicht neu – neu ist, dass es nun Hinweise gibt, die beiden könnten das Duo der Zukunft sein. Cömert und Balanta sicherten die Mitte gut ab. Vor allem Letztgenannter wirkte derart bissig und konzentriert, dass es für eine kleine Liebeserklärung des Trainers reichte.

Cömerts Fehler

Eray Cömert kam zwar wieder nicht fehlerfrei über die Runden. Vor dem 1:0 der St. Galler fälschte er den Ball mit dem Knie unglücklich ab; nur deshalb flog die Kugel vor die Füsse von Sierro (31.). «Der Ball wäre wohl ins Out geflogen», ärgerte sich Cömert hinterher noch ein bisschen.

Letztlich überwog auch beim Basler die Erleichterung über den ersten Sieg auf fremdem Terrain. Dass die Young Boys zeitgleich in Bern überraschend ihr Heimspiel gegen Luzern verloren, war im rotblauen Lager nicht mehr als eine Randnotiz. Auch Cömert sagt: «Wir schauen auf uns, nicht auf YB. Es gibt noch einiges zu verbessern in unserem Spiel.»

Cömert gefiel nicht, wie schnell er und seine Teamkollegen immer wieder den Ball hergaben oder gar in St. Galler Konter liefen. «Wir müssen ruhiger werden am Ball, nicht immer hektisch agieren», bemängelt Cömert. Wer ihm zuhört, könnte meinen, Marcel Koller stehe vor einem – der Trainer benutzt seit Wochen dasselbe Vokabular. Ein anderer Punkt, der zu denken gibt: Auch im zehnten Ligaspiel schafften es die Basler nicht, die Null zu halten. Sierros Treffer war das 20. Gegentor. «Einen Match ohne Gegentor kriegen wir noch nicht hin», seufzte auch Cömert. Doch letztlich überwog auch beim 20-Jährigen die Genugtuung über den Sieg und die Leistung.

Freis Kreativität

Für das Duo Cömert/Balanta der Zukunft spricht auch der Umstand, dass damit Fabian Frei endlich für das zentrale Mittelfeld frei wird. Frei wird frei – mehr als nur ein Wortspiel. Agiert der Captain eine Reihe weiter vorne, ist er definitiv wertvoller für die Mannschaft denn als Innenverteidiger. Frei hatte beim 1:1 durch Albian Ajeti die Füsse im Spiel. Auch sonst überzeugte der Frauenfelder mit klugen Zuspielen. In der Endphase rückte er sogar noch weiter nach vorne und gab den Spielmacher – für den ausgewechselten Luca Zuffi, den Torschützen zum 2:1.

Frei im Mittelfeld: Das verschärft den Konkurrenzkampf in der Mitte deutlich. Im gut besetzten und sehr lauten Kybunpark fand sich Taulant Xhaka überraschend auf der Ersatzbank wieder; Koller hatte sich auf seiner Position für Geoffroy Serey Die entschieden. Der 33-jährige Ivorer ist einer der grossen Gewinner des Trainerwechsels. Koller steht auf die Puncherqualitäten des Afrikaners. Xhaka dagegen kommt in dieser Saison nur schwer in die Gänge. Ein Muskelfasseriss im Juni warf den Terrier weit zurück. Retour im Team, holte er sich im Heimspiel gegen Thun eine Rote Karte ab und war schon wieder zum Zuschauen verdammt.

Kollers Sieger

Wenn ein bald 34-Jähriger als Sieger des neu entfachten Konkurrenzkampfs hervorgeht, ist es mit dem Konzept «Für immer Rotblau» samt verjüngern, verkleinern und verbaslern doch sehr weit her. So ist das unter Koller. Der 57-jährige Zürcher bevorzugt Ruhe und Erfahrung im Spielaufbau.

Xhaka ist nicht der Einzige, der beim FCB auf dem Prüfstand steht. Im Prinzip gilt das für alle Kaderspieler nach diesem Katastrophen-Start. Auch Eder Balanta braucht nun mal eine Phase der Bestätigung. Zu oft war der 25-jährige Südamerikaner in diesem düsteren 2018 verletzt, gesperrt oder geistig abwesend. In St. Gallen zeigte er, wie viel Talent und Power in ihm steckt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.10.2018, 09:16 Uhr

Artikel zum Thema

Der FC Basel verspielt in Lugano ein 2:0

Der FCB schafft auch im vierten Versuch keinen Auswärtssieg in der Super League – nur 2:2 in Lugano. Sion siegt unter Murat Yakin erstmals. Mehr...

Luzern stoppt die YB-Siegesserie

Super League In der 10. Super-League-Runde gewinnt der FCL auswärts gegen YB. Basel siegt in St. Gallen. Mehr...

Dossiers

Kommentare

Die Welt in Bildern

Volle Lippen: Indische Künstler verkleiden sich während des Dussehra Fests in Bhopal als Gottheit Hanuman. (19.Oktober 2018)
(Bild: Sanjeev Gupta/EPA) Mehr...