Das Timing ist perfekt

Wenig Erfahrung: Die Zweifel an der neuen FCB-Führungscrew um Bernhard Burgener und Marco Streller sind berechtigt.

Bernhard Heusler übergibt den FC Basel mit einer prallvollen Kasse.

Bernhard Heusler übergibt den FC Basel mit einer prallvollen Kasse. Bild: Keystone

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Die letzte Geste im Fussball ist bekanntlich die schwierigste. Sie gilt für den Stürmer, der den Ball richtig treffen muss, um ein Tor zu erzielen. Sie betrifft auch den Präsidenten, der im richtigen Moment erkennen muss, wann die Zeit reif für einen Abgang ist. Das Timing bei Bernhard Heusler und seiner Crew ist perfekt.

Heusler übergibt den Club mit einer prallvollen Kasse. Rund 40 Millionen Franken liegen auf der hohen Kante – das ist der sagenhafte Ertrag nach sieben Meistertiteln in Serie, magischen Champions-League-Nächten und unzähligen Top-Transfers. Der zweite Stern für den 20. Meistertitel, der wohl schon Anfang Mai perfekt sein dürfte, ist der Puderzucker auf die rotblaue Torte.

Heusler und Sportdirektor Georg Heitz haben den FC Basel zu einem Monster geformt, das in der Schweiz längst keine Gegner mehr kennt. Nun aber hat das perfekt harmonierende Duo gespürt, dass es die Grenzen nicht mehr weiter nach oben verschieben kann. Dafür ist die kriselnde Super League viel zu klein.

Vor allem aber wollen die beiden abtreten, solange die Fans im Plenum noch betrübt klatschen und nicht wütend pfeifen. Gerade in Basel liegen diese Extreme nahe beisammen.

Der Schatten, den Heusler und Heitz im St.-Jakob-Park werfen, ist riesig.

Die neue Crew um Medienunternehmer Bernhard Burgener und Marco Streller kann unbefangen und mit einem goldenen Fallschirm im Rücken loslegen. Vor Augen haben sie im Spätsommer 2017 die Gruppenphase der Champions League. Ihr folgen wird das 125-Jahre-Jubiläum, das der Club 2018 feiern wird. Sonnige Aussichten.

Doch der Schatten, den Heusler und Heitz im St.-Jakob-Park werfen, ist riesig. Mit feinem Gespür, kluger Menschenkenntnis und dem Mut zu unbequemen Entscheidungen haben sie den FCB durch das schnelllebige Tagesgeschäft geführt. Man kann sich am Stil von Bernhard Heusler reiben, man kann sich über seine eher weiche Linie in Hooligan-­Fragen ärgern – unter dem Strich war er Mister Perfekt.

Bernhard Burgener dagegen weiss zwar, wie man Filme verkauft. Aber er hat im Spitzenfussball keine Erfahrung. Marco Streller war als FCB-Stürmer ein Held, am Schreibtisch hat der volksnahe Mann aus Aesch noch nichts gerissen. Deshalb sind die Zweifel berechtigt.

Doch zum Scheitern verurteilt sind sie nicht. Wenn sie schlau genug sind Alex Frei, Massimo Ceccaroni und andere Köpfe gut einzubinden, sie es zudem schaffen, das Klima des Vertrauens weiter zu pflegen: Dann bleibt der FCB jenes hervorragende Fussball-Unternehmen, das wieder begeistert und die nationale Konkurrenz erblassen lässt. (Basler Zeitung)

Erstellt: 20.02.2017, 07:31 Uhr

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