Ein Sorgentelefon für frustrierte Sion-Fans

Im Wallis geht die Abstiegsangst um, der FC Sion erhitzt die Gemüter. So sehr, dass sich das Lokalradio der Sorgen der Fans annimmt.

Im Zentrum des Unmuts: Sion-Präsident Constantin hat bei der Bevölkerung viel Kredit verspielt.

Im Zentrum des Unmuts: Sion-Präsident Constantin hat bei der Bevölkerung viel Kredit verspielt. Bild: Keystone

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Im Wallis geht es gerade wieder wild zu und her. Vergangene Woche wurde im Goms versehentlich ein Wolf erschossen. In einem Buch kritisiert sogar der Pater Martin Werlen höchstpersönlich die katholische Kirche. Und Christian Constantin entlässt seinen 47. Trainer.

Kein Wunder, brauchen die gescholtenen Bürger etwas Unterstützung. Besonders, wenn sie sich viel aus dem FC Sion machen. Der Club von Präsident Constantin kämpft abgeschlagen am Tabellenende, die geschundene Walliser Fussballseele leidet.

Als Lokalradio ist Radio Rottu seit Jahren am Puls der Region. «Wir wissen, was die Leute bewegt», sagt Redaktionsleiter Dominik Chanton. Regelmässig befragt Radio Rottu seine Hörerschaft via Whatsapp-Push zur «Lage der Nation». Thema am Mittwoch: der Trainerwechsel beim FC Sion. Aufruf auf Facebook: «Meldet euch per Sorgentelefon!»

«Wir berichten seit den 90er-Jahren von den Spielen von Sion», sagt Chanton, «so verdrossen mit dem Club wie jetzt waren die Leute noch nie.» Viel Frust sei zu spüren, seit Präsident Constantin immer mehr Fussballer und Trainer immer schneller durch den Verein jagt. Die meisten Leute meldeten sich per Sprachnachricht, machten ihrem Ärger Luft. «Der verlorene Cupfinal im Sommer war der Anfang vom Abstieg», sagt Chanton überzeugt. Und Constantins Mauscheleien um die Olympia-Kandidatur von Sitten hätten das Vertrauen der Bevölkerung in den Präsidenten weiter belastet. Resultat: Die Leute wenden sich vom Club ab. «Der Tenor bei den Leuten ist: Hört auf, das interessiert mich nicht mehr.»

Die Nummer des Rottu-Seelsorgetelefons bleibt übrigens bestehen. «Bei uns kann man sich immer melden», sagt Chanton lachend. Aber ab heute dreht sich die Hotline wieder um andere Themen. Es gibt noch weitere Druckstellen im Wallis.

Erstellt: 08.02.2018, 14:53 Uhr

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