Dieser Kopfball! Diese Parade! Und dann diese Geste!

Respekt trotz Rivalität – dass dies möglich ist, zeigte sich bei YB - FCZ. Zu reden gab auch ein Abwesender.

Guillaume Hoarau und Yanick Brecher klatschen sich gegenseitig ab. Video: Tamedia-Webvideo

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Die Flanke kam von rechts, und Guillaume Hoarau stieg hoch. Wuchtig nahm er den Ball mit dem Kopf und ahnte schon: Der kommt gut. Doch Yanick Brecher im Tor des FC Zürich war noch besser und vermochte den Ball zu parieren. Irgendwie. Ein grandioser Kopfball aus kurzer Distanz, eine grossartige Reaktion Brechers, Hoarau konnte es nicht glauben.

Und so ging der YB-Stürmer hin zum jungen Zürcher Schlussmann – und klatschte aus Respekt mit ihm ab. Eine kurze und seltene Geste im Fussball mit seinen Alphatieren und -tierchen, die beweist: Man kann Rivalen sein und doch die Achtung voreinander bewahren.

Frey mit einer Undiszipliniertheit

Zu reden gab in diesem «halben» Spitzenspiel zwischen Leader Bern und dem FC Zürich zudem ein Personalentscheid von FCZ-Trainer Ludovic Magnin. Im Aufgebot der Zürcher fehlte der Name von Michael Frey, Magnin hatte den früheren Young Boy für die Partie aus dem Kader gestrichen. Grund dafür waren «disziplinarische Gründe», wie der Coach vor Journalisten ausführte – ohne sie näher zu benennen.

Allzu gravierend scheint der Vorfall aber nicht gewesen zu sein, denn Magnin zeigte sich versöhnlich und fügte an: «Ich bin nicht nachtragend. Wenn Frey die Lektion begriffen hat, wird er am Mittwoch gegen St. Gallen von Anfang an spielen.» Der Trainer dürfte in Bern erkannt haben, dass dem FCZ in der Offensive ein Stürmer vom Schlage des grossgewachsenen Frey klar fehlte. Kollege Raphael Dwamena scheint die Kunst des Toreschiessens abhandengekommen zu sein; der Ghanaer schafft es derzeit nicht einmal, Gefahr auszustrahlen.

Hätte Sanogo vom Platz gehört?

So genügte YB ein Treffer von Sékou Sanogo. Allerdings: Dass er es erzielen durfte, erzürnte die Zürcher – sie hätten ihn lieber vom Platz gestellt gesehen. Unmittelbar vor dem 1:0 provozierte der Ivorer erst den Foulpfiff mit einem Dribbling, bekam vom Schiedsrichter Vorteil zugesprochen und rannte danach Adrian Winter um. Dabei soll er Winter einen Tritt verpasst haben, so die Zürcher Sichtweise.

Dieser Tritt sei gelbwürdig, und weil Sanogo bereits Gelb gesehen hat, hätte er wegen Gelb-Rot den Freistoss gar nicht mehr auf dem Platz erleben dürfen, so die FCZ-Logik. Captain Victor Palsson vertrat diese Sichtweise noch auf dem Platz sehr vehement und zettelte eine Rudelbildung an – für die er verwarnt wurde. (wie/czu)

Erstellt: 16.04.2018, 08:20 Uhr

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