Dieses Angebot kann der FCZ nicht ablehnen

Raphael Dwamena wechselt für rund 15 Millionen nach England. Der Transfer folgt der Logik des Geschäfts.

Schön wars: Raphael Dwamena vor der Zürcher Südkurve.

Schön wars: Raphael Dwamena vor der Zürcher Südkurve. Bild: Keystone

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Letzte Woche noch hatten die Vertreter des FC Zürich fleissig den Anschein erweckt, der Deal sei geplatzt. Aber dann ging über das Wochenende doch alles ganz schnell. Brighton & Hove Albion besserte sein ursprüngliches Angebot von zehn Millionen Franken noch einmal auf. Und am Montagabend schon sass Raphael Dwamena im Flugzeug nach England, um den medizinischen Check zu absolvieren. Mit erfolgsabhängigen Prämien dürften gegen 15 Millionen Franken nach Zürich fliessen.

Der Wechsel des 21-jährigen Stürmers war am Ende nicht zu verhindern. Zu logisch fügten sich die Einzelteile ineinander: Hier der junge Mann aus Ghana, dessen Karriereziel immer der Sprung in die Premier League gewesen war. Dort der FCZ, der immer wieder erklärt, dass er auf einen Transferüberschuss angewiesen ist, um sein strukturelles Defizit aufzufangen. Wie sollte das Präsidenten-Ehepaar Canepa da diesen Wechsel ablehnen? Im Winter erst hatte der FCZ den Stürmer verpflichtet. Die ursprüngliche Ablösesumme von 300 000 Franken mag sich durch den Aufstieg und Dwamenas erste Einsätze in Ghanas Nationalteam verdoppelt haben. Und doch bleibt eine schwindelerregende Wertsteigerung in kürzester Zeit.

Einziger Verlierer: die Fans

So bleibt eigentlich nur ein Verlierer bei diesem Wechsel: die FCZ-Fans. Sie verlieren einen spektakulären Spieler. Einen, der mit seiner Klasse für die Hoffnung stand, dass sich der Aufsteiger über die gesamte Saison als Spitzenteam präsentieren könnte. Die Anhänger dürfen sich diese leicht nostalgische Trauer erlauben. Aber der FCZ als Verein hätte einen strategischen Fehler begangen, wenn er Dwamena trotz eines sehr guten Angebots aus Brighton in Zürich gehalten hätte. Nicht, weil der so gewirkt hat, als nehme er sich gleich ein Beispiel am Berufskollegen Dembélé, der seinen Abgang von Dortmund mit Arbeitsverweigerung erzwingen will. Sondern weil es auf mögliche Zuzüge abschreckend gewirkt hätte.

Kein junger Afrikaner unterschreibt in Zürich, weil er immer schon davon geträumt hat, einmal in der Super League zu spielen. Schweizer Clubs können nur deswegen talentierte ausländische Spieler verpflichten, weil sie sich ihnen als Sprungbrett für den Wechsel in eine attraktivere Liga anbieten. Mit diesem Versprechen im Ohr entschied sich Dwamena im Winter für den FCZ und gegen Spartak Moskau. Da gibt es für die Zürcher nur eine Wahl, wenn ein Angebot aus der Premier League eintrifft: Eine gute Ablösesumme aushandeln und den Spieler ziehen lassen. So aber kann Dwamena für den FCZ in künftigen Verhandlungen zum Plus werden. Ein Club, der einen Spieler direkt in die Premier League bringt, steigt in der Hierarchie der Branche. Entsprechend steigt die Chance, das nächste vielversprechende Talent unter Vertrag nehmen zu können.

Thomas Bickels Liste

Genau das ist nun Thomas Bickels aktuelle Aufgabe. Er darf für sich in Anspruch nehmen, dass sein erster bedeutender Transfer als «Leiter Sport» des FCZ gleich zur fast schon märchenhaften Erfolgsgeschichte geworden ist. Das dürfte seine Position im Club weiter stärken. Jetzt kann er beweisen, dass er auf den Abgang gut vorbereitet ist. Eine Liste mit möglichen Nachfolgern hat er erarbeitet. Dem Vernehmen nach spielen alle möglichen Dwamena-Nachfolger im Ausland. (Mitarbeit: czu) (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.08.2017, 06:21 Uhr

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36. Runde

02.06.FC Basel 1893 - FC St. Gallen4 : 1
02.06.FC Lugano - FC Luzern0 : 1
02.06.FC Sion - Grasshopper Club1 : 1
02.06.FC Vaduz - FC Thun1 : 3
02.06.BSC Young Boys - FC Lausanne-Sport2 : 0
Stand: 02.06.2017 22:38

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.FC Basel 189336268292:3586
2.BSC Young Boys36209772:4469
3.FC Lugano361581352:6153
4.FC Sion361561560:5551
5.FC Luzern361481462:6650
6.FC Thun3611121358:6345
7.FC St. Gallen361181743:5741
8.Grasshopper Club361081847:6138
9.FC Lausanne-Sport36981951:6235
10.FC Vaduz36792045:7830
Stand: 02.06.2017 22:39

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