Ein Schritt aus der Krise

Die Schweizer Nationalmannschaft arbeitet die Fehler der WM auf. Reichlich spät, aber immerhin.

In einer Charme-Offensive der Schweizer Nationalmannschaft stellten sich alle Spieler den Journalisten zum offenen Gespräch.

In einer Charme-Offensive der Schweizer Nationalmannschaft stellten sich alle Spieler den Journalisten zum offenen Gespräch. Bild: Keystone

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Die Kommunikationsabteilung des Schweizer Fussballverbandes hat in den letzten Wochen für ihr Versagen rund um die WM gehörig aufs Dach bekommen. Am Dienstag sammelte sie Pluspunkte. Der überraschende Auftritt von Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und Co. war genauso stark und frisch wie das Signal gegen aussen: Wir stehen hin. Wir erklären uns und unsere Gefühle. Wir beantworten Fragen. Dass es dafür geschlagene zehn Wochen brauchte, ist ein Lehrstück für alle Kommunikationsexperten, wie es nicht gehen sollte.

Ist nun alles wieder gut? Zweifellos hat die Schweizer Nationalelf ein Imageproblem, welches sie schon länger mit sich schleppt. Es fehlt an Identifikation und Glaubwürdigkeit. Die Doppeladler-Affäre um Xhaka und Shaqiri hat Wunden aufgerissen, die schon verheilt schienen.

Es ist kein Problem, dass die beiden Schlüsselspieler ihre Wurzeln in Kosovo haben. Aber politische Gesten sollten sie in der Öffentlichkeit unterlassen. Sie waren es, die mit ihrem Verhalten hitzige Diskussionen auslösten; richtig amateurhaft war, wie der Verband sich der Debatte lange verweigerte und offensichtliche Probleme negierte.

Die neue Transparenz, die nun angekündigt worden ist: Sie ist ein Schritt aus der Krise – mehr aber auch nicht. Das nächste Spiel wird kommen, die nächste Provokation des Gegners, das nächste grosse Turnier. Erst langfristig wird sich zeigen, ob wirklich alle aus den Sünden von Russland gelernt haben. (Basler Zeitung)

Erstellt: 05.09.2018, 07:27 Uhr

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