Ein Trainingslager in der Wärme oder Kampf um die WM-Teilnahme

Die Schweiz wird sich entweder direkt für die WM qualifizieren oder die Barrage bestreiten. Der Verband hat für beide Fälle vorgesorgt.

Granit Xhaka (links) und José Fonte im Laufduell. Kann die Schweiz ihren knappen Vorsprung gegen Portugal behaupten?

Granit Xhaka (links) und José Fonte im Laufduell. Kann die Schweiz ihren knappen Vorsprung gegen Portugal behaupten? Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Acht Siege in acht Gruppenspielen: Trotz der makellosen Bilanz ist die Teilnahme der Schweiz an der WM 2018 in Russland noch nicht gesichert. Zwei Spiele – in Basel gegen Ungarn und am Dienstag in Portugal – stehen noch aus, sechs Punkte sind noch zu vergeben. Sicher ist, dass die Schweiz entweder Gruppenerste oder -zweite wird. Diese Szenarien ziehen ganz unterschiedliche Folgen mit sich.

Szenario 1: Die Schweiz wird Gruppenerste

Mindestens ein Unentschieden gegen Ungarn und ein Unentschieden gegen Portugal: Das würde die direkte WM-Qualifikation bedeuten. Als Gruppenerste würde die Schweiz in den Genuss einiger Vorteile kommen. Im November müsste sie keine Barragespiele bestreiten. Trotzdem würden sich die Schweizer treffen und ein Trainingslager mit ein bis zwei Freundschaftsspielen ausrichten, sagte Marco von Ah, der Mediensprecher des Schweizerischen Fussballverbandes, gegenüber SRF.

Die Organisation und Planung sei jedoch kompliziert, weil ja auch die anderen Nationen nicht wissen, wie ihr Programm im November aussehen wird. «Diverse Optionen sind offen», so von Ah. Die Schweiz sei eine attraktive Testspielgegnerin, weil sie nun schon seit einiger Zeit in den Top Ten der Fifa-Weltrangliste stehe. Das Ziel von Petkovic sei, falls der Idealfall eintrifft, das Trainingslager in einer wärmeren Gegend abzuhalten.

Auch die Zuteilung in den WM-Gruppenspielen wird vom Qualifikationssieg beeinflusst werden. In Topf 1 kommen neben Gastgeber Russland die sieben besten der Fifa-Weltrangliste. Stand jetzt, wäre die Schweiz auf dem 7. Rang also ein Gruppenkopf und könnte grossen Kalibern wie Deutschland, Brasilien oder Belgien fürs Erste aus dem Weg gehen. Als Gruppenerster bereits qualifiziert sind Belgien, Deutschland und England.

Szenario 2: Die Schweiz muss in die Barrage

Wenn Portugal gegen Andorra gewinnt und die Schweiz in Lissabon nicht punktet, wird die Schweiz in ihrer Gruppe den 2. Rang belegen. Das heisst: Sie muss eine Barrage absolvieren. Diese besteht aus einem Hin- und Rückspiel, die zwischen dem 9. und 14. November stattfinden. Für die Barrage qualifizieren sich die acht besten Gruppenzweiten (von neun Gruppen).

Aber Achtung: Das Resultat gegen den Gruppensechsten wird nicht miteingerechnet. Der Grund dafür ist, dass zum Zeitpunkt der Qualifikationsgruppen-Auslosung in zwei Gruppen nur fünf Teams zugelost wurden. Erst später wurden Kosovo und Gibraltar die Teilnahme an der Qualifikation erlaubt und somit jede Gruppe auf sechs Teams aufgestockt. Die Regel, die Resultate gegen den Gruppenletzten zu streichen, wurde trotzdem beibehalten.

Die Auslosung der Barrage-Paarungen findet am 10. Oktober in Zürich statt. Von den acht Teams werden vier gesetzt und vier ungesetzt sein. Welche Teams gesetzt sein werden, bestimmen nicht direkt die Punkte aus den Qualifikationsspielen, sondern bestimmt die Fifa-Weltrangliste. Die vier Teams, die am weitesten oben im Ranking stehen, werden in der Barrage gesetzt sein.

Laut dem jetzigen Tabellenstand sind Portugal oder die Schweiz, Nordirland, Italien und Island in der Barrage gesetzt. Schweden, Dänemark, Bosnien-Herzegowina und Schottland wären ungesetzt, Wales würde als punktemässig schwächster Tabellenzweiter nicht an der Barrage teilnehmen können.

Auch für die mögliche Barrage hat der Verband Vorkehrungen getroffen. Mit «hoher Wahrscheinlichkeit» würde das Heimspiel in Basel stattfinden, so von Ah. Der St.-Jakob-Park sei bereits vorreserviert. Einen ersten Schritt, damit die Reservation nicht bestätigt werden muss, können die Schweizer an gleicher Stelle machen – das Spiel gegen Ungarn findet im St.-Jakob-Park statt. (va)

Erstellt: 06.10.2017, 17:19 Uhr

Artikel zum Thema

Wer ersetzt Behrami beim Finale?

Die Schweiz muss in den Entscheidungsspielen um die WM-Qualifikation auf ihren Kämpfer verzichten. Es stehen drei Alternativen zur Verfügung. Mehr...

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Kommentare

Die Welt in Bildern

Wagemutig: Der 95-jährige Kriegsveteran Thomas Norwood landet nach einem Tandemsprung in Suffolk, Virginia, USA (15. Oktober 2017).
(Bild: Vicki Cronis-Nohe) Mehr...