Mit Volldampf gegen die Passmaschine

Der FCB hat gegen Manchester City nur Aussenseiterchancen – das ist seine Chance.

Hoch das Bein im Abschlusstraining. Die FCB-Spieler Eder Balanta, Geoffroy Serey Die, Neftali Manzambi und Léo Lacroix (v.l.) beim Einwärmen.

Hoch das Bein im Abschlusstraining. Die FCB-Spieler Eder Balanta, Geoffroy Serey Die, Neftali Manzambi und Léo Lacroix (v.l.) beim Einwärmen. Bild: Keystone

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Es ist eine dieser Zahlen der Uefa, die dem Beobachter mit rotblauem Herzen Angstschauer über den Rücken jagen könnte: 3996. So viele Pässe spielten sich die hochdekorierten Profis von Manchester City in der Gruppenphase der Champions League zu. Das sind 666 Zuspiele auf den Mann pro Match, was selbstverständlich Rekord bedeutet – etwas anderes passt ja momentan auch kaum zu diesem Manchester City Ausgabe 2017/18. Der FCB brachte es im gleichen Zeitraum im Herbst auf 1811 Zuspiele, das ist weniger als die Hälfte.

Nun kann man über die Zahl 3996 lachen. Was allein bedeuten schon so viele Pässe, wenn am Ende doch nichts herauskommt? Man kann von dieser Zahl aber auch beeindruckt sein oder gar erstarren. Denn sie belegt, mit welch ungeheurer präziser Passmaschinerie es der FC Basel heute zu tun bekommt (20.45 Uhr, SRF 2 live).

Der statistische Spitzenwert aus dem Zahlenfundus der Uefa ist nur einer der vielen Superlative, die dieses Manchester City derzeit umgibt. Die Citizens führen die heimische Premier League mit sagenhaften 16 Punkten Vorsprung an. Zumindest im taktischen Bereich gilt Trainer Pep Guardiola als Weltbester seines Fachs. Kevin de Bruyne reist mit dem Attribut «Bester offensiver Mittelfeldspieler» im St.-Jakob-Park an, allein der Marktwert der ersten Elf beläuft sich gegen eine halbe Milliarde Euro (siehe Seite 35).

Der Perfektion so nahe

Natürlich, es gibt auch einen Lionel Messi in Barcelona, einen Cristiano Ronaldo in Madrid und Neymar in Paris. Aber kein anderes Team kommt in Sachen Einheit und Spielidee momentan der Perfektion so nahe wie Manchester City.

«Die Mannschaft hat fast keine Schwächen», sagt FCB-Trainer Raphael Wicky über die himmelblaue Prominenz aus England, «wir müssen realistisch sein». Nur – was ist im Fussball schon realistisch? Im letzten September wurde der FC Basel nach einem miesen Saisonstart in Grund und Boden geschrieben. In der folgenden Champions-League-Kampagne holte er dann mit zwölf Punkten die Sterne vom Himmel. Ist es realistisch, wenn ein No-Name-Team wie Burnley ein 1:1 gegen Manchester City erreicht? So geschehen vor zehn Tagen in der Liga.

Hoffnung lässt sich auch mit einem Blick auf die Statistik schöpfen. Englische Mannschaften liegen dem FC Basel, davon zeugen grosse Siege gegen Liverpool, Chelsea, Tottenham und zuletzt Manchester United. Kritische Geister mögen nun anfügen, Manchester City pflege einen untypischen britischen Stil; keinen Hauruckfussball, sondern eleganten Ballbesitz, der sich mit blitzschnellem Umschaltspiel abwechselt, etwa so, wie dies Arsenal 2016 praktizierte. Damals gab es für Basel Anschauungsunterricht und zwei saftige Niederlagen (0:2/1:4).

«Wie immer in solchen Spielen müssen wir einen perfekten Abend haben», ahnt Raphael Wicky, «Glück, Taktik, Personalwahl, Spielverlauf – alles muss zusammenpassen.» Der 40-jährige Walliser steht zum ersten Mal in seiner noch jungen Trainerkarriere in einem Achtelfinal der Königsklasse; für die Basler insgesamt ist es das dritte Mal nach 2012 und 2015. Damals blieb Rotblau gegen Bayern München (1:0/0:7) und Porto (1:1/0:4) chancenlos.

Die Systemfrage

Natürlich muss der Schweizer Vorzeigeclub allein schon im körperlichen Bereich mit Volldampf dagegenhalten, will er die britische Passmaschine ins Stottern bringen. Aber auch die taktische Ausrichtung ist von zentraler Bedeutung. In den bisherigen sechs Champions-League-Spielen wählte Wicky sechsmal eine 3-4-3-Ordnung – und bewies damit feines Gespür. Gegen den 3-Mann-Sturm der Engländer wäre eine Dreier-Fünfer-Abwehr heute wohl ein griffiges Gegenargument.

Doch ausgerechnet jetzt ist Eder Balanta mit Muskelbeschwerden fraglich. In Thun musste der Kolumbier früh vom Platz. Ob er spielen kann, entscheidet sich erst heute. Da sich Manuel Akanji nach Dortmund verabschiedet hat, bieten sich für eine Dreierkette neben Marek Suchy nur noch Neuzugang Léo Lacroix, Taulant Xhaka oder Fabian Frei an. In dieser Zusammensetzung hat es Wicky in der Liga noch nie probiert. Ob er dennoch den Mut dazu hat? Oder bleibts beim 4-2-3-1? (Basler Zeitung)

Erstellt: 13.02.2018, 09:30 Uhr

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