«Natürlich war es laut – richtig laut!»

Geoffroy Serey Die erzählt vor dem Heimspiel gegen Paris Saint-Germain (20.45 Uhr, baz.ch berichtet live), wie er den folgenreichen Eklat mit Paulo Sousa erlebte, und warum er dem FCB ewig dankbar ist.

«Ich kam von der WM und war ganz klar im Kopf: Ich wollte in Basel nach Möglichkeit meine Karriere beenden.» Nach einem Umweg über Stuttgart kann Geoffroy Serey Die diesen Plan wieder verfolgen.

«Ich kam von der WM und war ganz klar im Kopf: Ich wollte in Basel nach Möglichkeit meine Karriere beenden.» Nach einem Umweg über Stuttgart kann Geoffroy Serey Die diesen Plan wieder verfolgen. Bild: Keystone

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Erwartet wird, dass seine Geschichte in der Einleitung nacherzählt werden muss, wenn das Gespräch geführt ist. Weil Geoffroy Serey Die keiner ist, der hier und dort in der Zeitung plaudert. Weil es in eineinhalb Jahren beim VfB Stuttgart nie mit ihm geklappt hat. Und weil er schon früher nur selten ausführlich über Dinge sprach, in denen es Wirbel um seine Person gab.

Auch an diesem Nachmittag macht es zunächst nicht den Anschein, als ob Serey Die Lust habe, ausführlich zu werden, wenn es um seine Vergangenheit und darum geht, warum er im Januar 2015 Basel in Richtung Bundesliga verliess. Der Termin mit ihm wird von FCB-Spielerbetreuer Pascal Naef mit der Anmerkung versehen, Serey Die wolle so rasch als möglich weiter. Dazu passt, dass der ivorische Internationale nicht einmal ein Getränk bestellt.

Trotzdem ist die Erwartung falsch. Serey Die will nichts trinken, weil er gar nicht zum Trinken käme. Der 31-jährige Mittelfeld-Puncher öffnet sich im Gespräch sofort. Er spielt wieder für den FCB, er hat seine Verletzung aus Stuttgarter Zeit überwunden – und er ist bereit, über alles zu reden. Besonders über sein Zerwürfnis mit Paulo Sousa.

BaZ: Geoffroy Serey Die, Sie geben Ihr erstes grosses Interview nach eineinhalb Jahren beim VfB Stuttgart. Können wir es nun in Deutsch führen?
Geoffroy Serey Die: Oh … (in Deutsch:) Nein, das geht wohl noch nicht so gut.

Nicht? Uns ist in den vergangenen Wochen aufgefallen, dass Sie im Vergleich zu Ihrer ersten Zeit beim FCB immer mal wieder Deutsch sprechen …
Ja, das stimmt schon. (Nun Französisch:) Ich verstehe es inzwischen ganz gut und ich spreche auch ab und zu. Aber für ein Interview wird es wirklich noch nicht reichen.

Wann sprechen Sie Deutsch?
Wenn es um die Dinge geht, die ich brauche, zum Beispiel in einem Restaurant, dann reicht das. Und ich spreche auch auf dem Platz mit den Spielern inzwischen Deutsch: Links, rechts, nach vorne, zurück, da habe ich das Vokabular im Griff. Ich habe letzthin auch FCB-Konditionstrainer Marco Walker darum gebeten, mit mir Deutsch zu sprechen. Ich sagte ihm, ich würde mich schon melden, wenn ich etwas nicht verstehe …

Warum?
Weil ich nach meiner Zeit in Stuttgart eine gute Basis habe. Ich will mein Deutsch nun weiter verbessern.

Allein sprachlich hat sich Ihr Weggang vom FCB also gelohnt. Und sonst?
Auch sonst war es eine gute Erfahrung. Ich war wohl noch nie zuvor für eine Mannschaft so wichtig wie für den VfB. Ich wusste ja nicht, was mich erwartet, als ich nach dem Afrika Cup im Februar 2015 dort ankam. Aber ich spürte sofort viel Vertrauen in mich – von Sportdirektor Robin Dutt über den damaligen Trainer Huub Stevens bis zu Captain Christian Gentner. Ich bekam gleich die Rolle eines Co-Leaders und vermochte diese auszufüllen. Ich war damals der einzige Wintertransfer, den der Club in einer misslichen Lage tätigte. Am Ende der ersten Saison sagten viele im Club, ich sei der Grund dafür, dass der VfB nicht abgestiegen sei. Was für ein Riesenkompliment.

Ein Jahr später stieg der VfB Stuttgart trotzdem ab …
… und das ist die Kehrseite. Eine ganz bittere Erfahrung. Ich habe mich dort nach kurzer Zeit sehr heimisch gefühlt. Der VfB ist eigentlich ein grosser Club mit tollen Fans, mit denen ich fast wie in Basel rasch warm wurde. Sportlich lief es in der zweiten Saison zwischenzeitlich ganz solid – und dann verletzte ich mich, als ich dem Team noch einmal so hätte helfen sollen wie im Vorjahr. Das war gar nichts, grosse Leere. Ein sehr trauriges Ende …

Aber es bedeutete auch den Anfang einer Fortsetzung, ermöglichte Ihre Rückkehr zum FC Basel. Von wem ging die Initiative aus: Von den FCB-Verantwortlichen oder von Ihnen?
Das kann ich gar nicht so genau sagen. Ich hatte den Kontakt zu den FCB-Verantwortlichen nie verloren, war vor allem mit Präsident Bernhard Heusler und Sportdirektor Georg Heitz immer wieder im Austausch. Es war beidseitig, kristallisierte sich nach dem Abstieg relativ rasch heraus. Und es war für mich vor allem eines: alternativlos. Ich wollte nur zum FCB. Bevor ich in die Ferien ging, sagte ich zu meinem Agenten, dass er alles andere vergessen könne, es gebe für mich nur den FC Basel.

Warum?
Weil der Club und die Stadt in meinem Herzen und im Herzen meiner Familie sind. Aber vor allem auch, weil ich den Verantwortlichen beim FC Basel ewig dankbar sein werde.

Wofür?
Dafür, dass sie mich immer unterstützt haben – auch, wenn ich Probleme hatte. Sie haben mich nie verraten und sind immer zu ihrem Wort gestanden. Es gibt verschiedene positive Beispiele aus meiner Basler Zeit, entscheidend war aber der Fall Zamalek 2013 (die Fifa sperrte Serey Die erstinstanzlich für vier Monate, weil er 2008 erst bei Zamalek unterschrieb und dann zum FC Sion wechselte; die Red.). Es war ein Fall, von dem die FCB-Verantwortlichen nicht wussten, dass er noch hängig ist. In einem anderen Club wäre ich deswegen wohl fallen gelassen worden.

Und beim FC Basel?
Natürlich hatte man beim FCB auch keine Freude daran. Ich hatte einen Fehler begangen, und das wurde mir auch klar zu verstehen gegeben. Aber man stand trotzdem zu mir, nahm sich dem Fall an und half mir. Das hat mich schwer beeindruckt. Es hat meine Einstellung zum Beruf und zum Leben verändert.

Wie meinen Sie das?
Ich änderte mein Verhalten, wurde ruhiger. Ich sehe meine Aufgabe seither mit anderen Augen. Vorher, da ging es einfach darum, gut Fussball zu spielen. Von da an war da mehr. War das Gefühl einer wirklichen Verpflichtung gegenüber dem Club da, für den man spielt. Nach allem, was die Clubführung für mich getan hatte, fragte ich mich, was ich tun muss, um das zurückzugeben, damit diese Menschen stolz auf mich sein können. Es ist eine Einstellung, die ich auch nach Stuttgart mitnahm, als ich unverhofft den FCB verliess.

Unverhofft?
Na ja, nach der Episode mit Paulo Sousa im Herbst 2014 war natürlich allen sofort klar, dass es keinen gemeinsamen Weg mehr gibt. Aber noch im Sommer war es null Thema, den FCB zu verlassen. Auch nicht für eine grössere Liga. Ich weiss, es gab nach der WM in Brasilien Gerüchte über einen Wechsel. Es gab auch Interessenten. Aber ich kam von der Weltmeisterschaft und war ganz klar im Kopf: Ich wollte in Basel nach Möglichkeit meine Karriere beenden. Ich hatte noch zwei Jahre Vertrag und ich wollte verlängern. Es gab auch schon Gespräche deswegen.

Es kam anders. Es kam das Aarau-Heimspiel, bei dem Sie auf der Tribüne sassen und sich danach nicht wie allgemein verlangt in der Kabine zeigten. Und es kam danach zum Wortgefecht mit dem Trainer vor versammelter Mannschaft …
Es war schon vorher klar, dass es nicht so werden würde, wie ich mir das zunächst ausgemalt hatte. Denn die Chemie zwischen Paulo Sousa und mir stimmte von Beginn an nicht. Ich weiss nicht, woran das lag, aber ich spürte es, so wie er mit mir sprach. Zuerst gab er mir kaum Einsatzzeit, dann warf er mich im Heimspiel gegen Liverpool ins kalte Wasser – wahrscheinlich nicht, weil er mich unbedingt spielen lassen wollte, sondern weil er erwartete, dass ich gegen diesen starken Gegner schlecht aussehe. Das Argument, auf mich zu verzichten, lieferte ich ihm bei unserem 1:0-Heimsieg damals nicht – dafür danach, mit meinem Platzverweis in Sofia gegen Ludogorez Rasgrad. Der Serey Die von früher wäre in dieser Zeit kaum ruhig geblieben. Der Serey Die, zu dem ich beim FC Basel wurde, hingegen schon. Zum Wohl des Clubs. Aber dann …

Aber dann?
Sie wissen ja, dass ich gegen Aarau nicht in der Kabine war. Wissen Sie auch, warum?

Nein.
Ich hatte Freunde zum Spiel eingeladen, die von auswärts kamen und die ich selten sehe, während ich meine zwei VIP-Tickets meiner Frau und einer Freundin von ihr überliess. Meine Freunde mussten nach dem Spiel auf den Zug. Ich entschied mich, sie zum Bahnhof zu bringen.

Eine Entscheidung mit Folgen …
Ja. Wissen Sie, alles wäre keine grosse Sache gewesen, wenn mich Paulo im Nachgang zu sich ins Büro gebeten und mich gefragt hätte, wo ich denn geblieben sei. Ich hätte ihm dasselbe gesagt wie jetzt Ihnen. Er hätte mich dafür tadeln können, mir eine Busse aufbrummen … Ich hätte das diskussionslos akzeptiert, mich entschuldigt. Aber so lief es nicht.

Sondern er informierte sich hinter Ihrem Rücken bei einem Mitspieler, ob Sie dagewesen sind, um Sie dann im Training in der Garderobe vor versammelter Mannschaft zur Rede zu stellen.
Das stimmt. Ich wusste da natürlich schon, dass er sich informiert hatte, anstatt mich einfach direkt zu fragen. Das war schon enttäuschend für mich. Aber als er dann vor allen fragte, warum ich nicht am Match war – was ja so nicht stimmte – da ärgerte mich das gewaltig. Ich finde, dass man das mit einem erfahrenen, gestandenen Spieler so nicht machen sollte. Vor allen. Vor jungen Spielern, denen ich Vorbild bin. Also habe ich entsprechend reagiert und Paulo Sousa darauf hingewiesen, dass er mich das nächste Mal gleich selbst fragen soll, wo ich gewesen sei. Von Angesicht zu Angesicht.

Und dann?
Na ja, meine Reaktion hatte er so wohl auch nicht erwartet. Entsprechend wütend war dann auch er.

Es war lauter als jetzt, da Sie mir das erzählen, oder?
Natürlich war es laut. Richtig laut. Ich bin froh, dass der damalige Captain Marco Streller schräg vor mir sass und meinen Oberschenkel tätschelte, um mich zu beruhigen. Ich bedankte mich danach auch bei ihm. Ich weiss nicht, wie schlimm es sonst noch geworden wäre.

Schliesslich forderte Paulo Sousa Sie auf, die Kabine zu verlassen …
Er sagte mir, die Mannschaft sei eine Familie und forderte mich auf, zu gehen. Ich weigerte mich, indem ich feststellte, dass diese Familie schon vor ihm existiert habe und wir schon ohne ihn Erfolg gehabt hätten. Ich teilte ihm mit, dass der Präsident oder der Sportdirektor mir sagen, wann ich zu gehen habe – aber sicher nicht Paulo Sousa.

Und dann?
Dann sass ich da, bis Georg Heitz kam. Er kennt mich. Er sagte nur «Serey». Ich schaute hoch. Und: «Viens!» Also ging ich mit ihm hinaus, wobei ich zu Sousa sagte: Siehst du? Er darf mir sagen, dass ich gehen soll – du nicht.

Sie durften nicht mehr mit der Mannschaft trainieren, wussten, dass es nicht mehr weitergeht. Bereuten Sie?
Es war hart, es war traurig. Aber nein, ich bereue nicht. Paulo und ich sind beide stolze Menschen. Ich habe fraglos nicht alles richtig gemacht – aber er auch nicht. Beim jetzigen Trainer Urs Fischer habe ich viel mehr das Gefühl, dass er noch weiss, wie ein Spieler funktioniert. Er erwartet auch viel und trifft harte Entscheidungen. Aber er spricht immer direkt mit dir, wenn es was zu sagen gibt. Und ich sehe heute auch, was mir jenes Zerwürfnis gebracht hat.

Nämlich?
Ich glaube, dass Gott schon schaut, das alles seinen Sinn hat. Die schwierige Zeit motivierte mich unheimlich für das, was im neuen Jahr kam. Ich weiss nicht, ob wir mit der Elfenbeinküste im Winter 2015 den Afrika Cup gewonnen hätten ohne diese Episode. Ich wusste, dass ich mich beweisen und mich zeigen muss – und ich war stark. Und auch in Stuttgart danach brauchte ich keine Angewöhnungszeit. Ausserdem war die Bundesliga ja insgesamt eine sehr interessante Erfahrung. Und es war ein sehr berührendes Erlebnis, als ich nach Basel zurückkehrte.

Warum?
Weil ich merkte, dass man mich nicht vergessen hat. Als die Fans im Stadion meinen Namen skandierten, obwohl ich gar noch nicht mitspielte, nur in zivil da war – das ging unter die Haut.

Man kennt Sie halt – und man erkennt Sie sofort: Die Frisur ist immer noch dieselbe. Mögen Sie diese eigentlich noch oder ists nur ein Markenzeichen?
Ich mag sie, weil sie zum Markenzeichen geworden ist. Aber ich habe den Streifen in der Mitte auch schon abrasiert, weil ich was Neues wollte.

Warum ist er trotzdem wieder da?
Weil es Einwände gab. Während meiner ersten Basler Zeit bat mich einmal ein Sponsor, den Streifen wieder stehen zu lassen. Und als ich ihn nach meiner Ankunft in Stuttgart rasierte, da fand mein Berater, das gehe nun wirklich gar nicht mehr. Man müsse sein Markenzeichen pflegen, man kenne mich so und nicht anders.

Also bleibt er nun stehen?
Genau. Bis zum Karriereende.

Und danach?
Kommt er weg und wird eingerahmt (lacht). Ich denke, ich rasiere ihn. Auch wenn meine Töchter sich wechselweise uneinig sind, ob ihnen diese Frisur gefällt oder nicht.

Wie kams dazu?
Schritt für Schritt. Ich wollte einfach eine neue Frisur, als ich Anfang 2013 von Sion nach Basel kam. Das mit dem Streifen war in, also machte ich es. Doch ich wollte es nicht wie jeder andere haben. Also wurde es nicht nur blondiert, sondern wurde vorne auch ein Stück weggelassen. Der Haarkamm verlief aber noch gerade. Zwei Monate später kam hinten die Kurve zur Seite dazu.

Wenn Sie Ihre Heimat besuchen …
… dann trage ich oft eine Kappe. Meist ohne Erfolg, früher oder später fliege ich auf. Mit meinem ersten Wechsel nach Basel und dem sofortigen Aufstieg in die ivorische Nationalmannschaft und zum Stammspieler wurde mein Bekanntheitsgrad in Verbund mit der Frisur sehr hoch. Zeige ich mich in der Heimat in der Öffentlichkeit, bleibe ich wirklich nie lang allein. Ich gehe deshalb dort viel weniger aus. Besuche ich Verwandte, dann geschieht dies meist per Fahrt von Garage zu Garage.

Ein anderes, nicht ganz so auffälliges Markenzeichen ist der Verband um Ihre rechte Hand. Sind Sie abergläubisch?
Ich finde nicht. Ich bin keiner, der immer den rechten Schuh zuerst anzieht und all diese Dinge. Aber ohne diese Bandage fühle ich mich auf dem Feld nicht richtig wohl.

Woher rührt das?
Am Anfang stand ein Tackling gegen Streller, als ich noch bei Sion war und wir gegen den FCB spielten. Ich blieb dabei mit dem Daumen so im Rasen hängen, dass dieser aus dem Gelenk sprang. Eine Operation war Thema, ich wehrte mich dagegen – und trug fortan die Bandage. Wahrscheinlich länger als nötig, weil ich noch lange Angst hatte, dass es mir wieder passieren könnte. Als ich dann wieder ohne Verband spielte, da fehlte etwas. Im Prinzip hab ich immer noch Angst, dass ohne Verband etwas passiert.

Auch wenn die Bandage – wie Sie sagen – kein Glücksbringer ist: Braucht der FCB zu Hause gegen Paris Saint-Germain einfach etwas mehr Glück als im Hinspiel, um Zählbares zu erreichen?
Ich denke nicht so. Das wäre viel zu einfach. Man kann nicht einfach sagen, wir spielen genau gleich und treffen nun ins Tor statt an den Pfosten, dann kommts gut.

Birgt die eigentlich gute Leistung in Paris folglich auch die Gefahr, dass man das Gefühl hat, es liege gegen diesen Gegner zu Hause ja sicher etwas drin?
Die Gefahr, dass man die Aufgabe als nicht mehr gleich schwer wahrnimmt als noch vor dem ersten Vergleich, die besteht. Aber es ist ein neues Spiel, auf das man sich neu einstellen muss. Es kann mit der gleichen Taktik sein – aber auch mit einer anderen. Nur: Dafür ist der Trainer zuständig.

Bislang sieht es weniger nach einem europäischen Basler Höhenflug, sondern viel mehr nach einem harten Kampf um den dritten Gruppenplatz gegen Rasgrad aus. Was ist, wenn der FCB erstmals seit der Saison 2009/2010 im Winter nicht international spielt?
Wir werden spielen.

Warum?
Weil wir spielen werden. Es gibt keinen Grund, zu zittern. Ich sehe die Mannschaft, die Mentalität meiner Mitspieler. Und was ich sehe, gibt mir das Vertrauen, um festzustellen, dass wir auch im Winter noch international spielen werden.

Ist es für Sie spezieller, gegen eine Mannschaft aus Frankreich zu spielen, weil Ihnen die Sprache, womöglich auch die Kultur, vertrauter ist?
Es ist speziell, gegen Serge Aurier und damit gegen einen Kollegen aus dem ivorischen Nationalteam zu spielen. Aber sonst? Wenn ich auf dem Feld stehe, dann mache ich meine Arbeit. Kommt einer mit dem Ball, will ich ihm den wegnehmen.

Sie gelten als leidenschaftlicher Vorkämpfer und Mann fürs Grobe. Ihre Spielweise ist sehr intensiv und weit von jener Leichtfüssigkeit entfernt, die andere auszeichnet. Beneiden Sie die grossen Ballkünstler wie Ronaldo oder Messi um deren Können?
Nein. Zu Beginn meiner Karriere pflegte ich auch eher das schöne Spiel. Als Profi hab ich mich gewandelt, weil es mein Ziel war, vom Fussball leben zu können und möglichst weit zu kommen. Ich bin sehr glücklich, was dabei herauskam. Dass ich bei einem tollen Club wie dem FCB spiele, noch dazu in der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste stehe, dort Vize-Captain bin. Und dass mich nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder für meine Spielweise mögen. Schaue ich Messi und Ronaldo zuhause vor dem Fernseher gerne zu und bewundere das? Gewiss. Aber auf dem Feld will ich sie einfach besiegen. Ich verstehe das Spiel als Kampf, habe die Einstellung eines Kriegers auf dem Platz. Natürlich nur im übertragenen Sinn, ich will ja niemanden verletzten.

Gibt es auf dem Fussballplatz grössere Kämpfer als Geoffroy Serey Die?
Gennaro Gattuso!

Der spielt nicht mehr …
Stimmt. Da PSG vor der Tür steht, darf ich sagen, dass unser kommender Gegner mit Blaise ­Matuidi den vielleicht grössten Kämpfer des aktuellen Fussballs in seinen Reihen hat.

Und dahinter kommt gleich Serey Die?
Ich? Ich bin im Vergleich dazu klein. Ich bin kein Star. Ich bin Serey Die. Ich spiele im Club meines Herzens. Ich ruhe wieder in mir selbst. (Basler Zeitung)

Erstellt: 01.11.2016, 07:32 Uhr

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