Ribéry rastet aus, Robben kritisiert Lewandowski

Auch nach dem 3:0 gegen René Weilers Anderlecht kehrt bei den Bayern keine Ruhe ein – im Gegenteil.

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Wie bringt Bayern München die zuletzt aufgekommene Unruhe rund um den Verein am besten weg? Mit einem klaren Sieg im ersten Champions-League-Spiel gegen das vom Schweizer René Weiler gecoachte Anderlecht. Und wie belegt man deutlich, dass ebendiese Unruhe nicht von ungefähr kommt? Wenn trotz einem 3:0 gemotzt wird. Untereinander. Gegeneinander.

Unverständnis beim Trainer

Den Anfang macht Franck Ribéry. Die Bayern führen eine Viertelstunde vor Schluss gegen zehn Anderlecht-Spieler 2:0, als der Franzose für Thomas Müller ausgewechselt wird. Sauer stapft Ribéry in Richtung Ersatzbank und wirft sein Trikot auf den Stuhl. Trainer Carlo Ancelotti sagt nach Spielschluss, er könne die Aktion seines Spielers nicht verstehen, und Sportdirektor Hasan Salihamidzic – zuletzt in Interviews eher zurückhaltend – befindet: «Das darf es beim FC Bayern nicht geben. Ich werde mit Franck reden.» Passend zum aktuellen Stimmungschaos im Verein widerspricht Innenverteidiger Jérome Boateng: «Ich kann ihn verstehen. Er hat gut gespielt und wurde ausgewechselt. Soll er lachen und glücklich sein?» Könnte man nach einem 3:0-Sieg durchaus einmal.

München-Trainer Ancelotti über Ribéry: «Ich verstehe ihn nicht». Video: SID

Nicht so die Bayern. Wie angespannt die Lage in der Mannschaft ist, macht Arjen Robben deutlich. In Richtung von Robert Lewandowski, der zuletzt Kritik an der Vereinsführung übte, sagt der Holländer: «Wir müssen weniger reden. Und mehr auf dem Platz sprechen, mit unseren Füssen.» Ihm habe die Aggressivität bei seinen Teamkollegen gefehlt, die Geilheit auf Tore: «Nach dem Platzverweis in der 10. Minute hätten wir sie aus dem Stadion schiessen müssen. Wir müssen uns alle hinterfragen.»

Mahnende Worte von Robben

Und auch Boateng ist trotz seiner Rückkehr nach langer Verletzungspause unzufrieden, sagt zur Stimmung rund um den Club: «Das sind alles so Nebengeräusche. Wir sollten uns auf das konzentrieren, was wir können. Das ist Fussballspielen.» Dies müssten sie besser machen: «Und zwar als Mannschaft, zusammen. Nicht jeder einzeln.»

Nächster Champions-League-Gegner ist in zwei Wochen PSG, das sich seit der Verpflichtung von Neymar und Kylian Mbappé im Hoch befindet. Auch hier findet Robben mahnende Worte: «Wir wissen, was in Paris auf uns wartet. Dort müssen wir es besser machen als heute.» Eine erste Möglichkeit zur Rehabilitation bietet sich am Samstag: Dann gastiert Mainz in der Allianz Arena.

Selbstkritisch trotz Sieg: Robben und Boateng nach dem Spiel gegen den RSC Anderlecht. Video: SID (fas)

Erstellt: 13.09.2017, 10:12 Uhr

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