Ronaldo, der beleidigte Superstar

Pfiffe gegen Cristiano Ronaldo trotz drei Toren gegen Bayern München. Das lässt sich dieser nicht bieten.

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Zwei Tore im Hinspiel, drei im Rückspiel – Cristiano Ronaldo schoss die Bayern fast im Alleingang aus der Champions League. Und darum drängte sich diese Frage geradezu auf: Ob man, wurde der Portugiese nach dem Viertelfinal gefragt, denn nun eine Strasse nach ihm benennen sollte. «Eine Strasse?», fragte Ronaldo zurück. «Nein. Es wäre nur schon schön, würde man mich hier nicht auspfeifen.»

Ja, so ist das im Estadio Santiago Bernabéu: Hier ist das Publikum nicht so schnell zufrieden. Und schon die Grössten der Fussballgeschichte mussten unten durch. Der legendäre Alfredo Di Stéfano genauso wie später Emilio Butrageño, später ebenso Ronaldo, der Brasilianer, oder Iker Casillas, der langjährige Goalie. Und sogar Zinédine Zidane, einst der geniale Stratege und heute der Trainer, war längst nicht immer gut genug. In Madrid wird Perfektion verlangt.

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Die Pfiffe gegen CR7 sind...




Was aber hatte Cristiano Ronaldo getan, dass ihm ausgerechnet in diesem Duell mit den Bayern lange die Pfiffe und nicht die Herzen entgegenflogen? Es lief die erste Halbzeit, 0:0 stand es da noch, als CR nach einem Konter den Abschluss suchte und nicht den noch viel besser postierten Kollegen Karim Benzema. Augenfällig, wie ihm dabei der eigene Torerfolg wichtiger war als das Gemeinwohl. Also straften ein paar Zuschauer den Superstar ab.

Und als dieser dann später doch noch traf, in der 53. Minute, da legte er es eben darauf an: Zornig hielt er sich den Zeigefinger vor den Mund. Ruhe jetzt, das die Botschaft. «Ich weiss nicht, wie man an Cristiano Ronaldo zweifeln kann», sagte hinterher… Cristiano Ronaldo. Und sein Trainer Zidane stand ihm bei: «Er antwortet auf dem Platz. Fünf Tore in zwei Spielen, was soll ich da noch sagen?»

Zum 7. Mal in Folge im Halbfinal

Ronaldo hatte einst posaunt: «Real wäre in einer noch besseren Position, wären alle Spieler auf meinem Niveau.» Das kommt bestimmt nicht überall gut an, aber hat er nicht doch auch recht? Ronaldo ist vierfacher und aktueller Weltfussballer, zusammen mit Lionel Messi und Neymar der bekannteste Fussballer der Welt, er ist Europameister, hat dreimal die Champions League gewonnen und steht jetzt zum siebten Mal in Serie im Halbfinal der Königsklasse. 100 Tore hat er da erzielt, er verdient 35 Millionen Franken im Jahr, und auf Madeira ist der Flughafen nach ihm benannt. Selbst seine schlechteste Leistung wäre für 99,999 Prozent aller Fussballer ein Karrierehöhepunkt.

Was sind denn erst fünf Tore im Duell mit Bayern München?

Am Dienstagabend schien CR7 tief getroffen. Er sagte: «Ich würde den Zuschauern nie verbieten wollen, ruhig zu sein, aber ich bitte sie, nicht zu pfeifen. Denn ich gebe immer mein Bestes. Auch wenn ich einmal keine Tore für Real schiesse.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.04.2017, 09:26 Uhr

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