Fussball kurios – Schiri holt Teams aus der Kabine

In der Partie Mainz gegen Freiburg entschied Schiedsrichter Winkmann auf Elfmeter, als die Gäste bereits in der Kabine waren.

Im Blickpunkt: Schiedsrichter Guido Winkmann muss eine ungewohnte Entscheidung in Mainz treffen. (16. April 2018)

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Mainz verschaffte sich mit dem 2:0 im Montagsspiel gegen Freiburg etwas Luft im Abstiegskampf und verliess vorübergehend die Gefielde des Relegationsplatzes. Das 1:0 der Gastgeber, die sich vier Runden vor Saisonende mit nun 30 Zählern an den punktgleichen Freiburgern vorbei auf Rang 15 schoben, kam dabei auf ein Art zustande, die einmal mehr die Diskussion um den Videobeweis anfeuert.

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit griff Mainz nochmals an. Daniel Brosinski sah jedoch seinen Schuss aus spitzem Winkel abgefälscht und vom Freiburger Keeper abgewehrt. In der Folge pfiff der Schiedsrichter Guido Winkmann zur Pause, die Gäste-Spieler begaben sich in die Kabine, wollten Kräfte Tanken um nochmals alles zu geben im Abstiegskampf. Doch noch sollten sie sich nicht ausruhen können.

Nach einem Gespräch mit Video-Assistentin Bibiana Steinhaus sah sich Winkmann die Szene nochmals an, sanktionierte ein Hands von Freiburgs Kempf und entschied auf Elfmeter. Die Freiburger mussten nochmals raus auf den Rasen, auch wenn Stürmer Nils Petersen tobte: «Wir gehen nicht raus!». Es half nichts, De Blasis verwandelte sieben Minuten nach dem Pausenpfiff sicher zur Mainzer Führung.

Wo stand der Schiedsrichter?

Der Video Assistant Referee (VAR) befindet sich in der Bundesliga zurzeit noch in einer Testphase, was dazu führt, dass die VAR-Regeln noch nicht offiziell zum Regelwerk des DFB gehören. Wie Kicker.de aber erklärt, sehen die Regeln des IFAB (International Football Association Board) für die vorliegende Situation folgendes vor: So darf der Videoassisten nach Punkt 8.13 auch nach dem Halbzeit- oder Schlusspfiff eingreifen, um eine Szene zu korrigieren, die während der laufenden Partie nicht richtig erkannt wurde – solange der Unparteiische das Spielfeld noch nicht verlassen hat. Wo die Spieler stehen, ist dabei unerheblich.

Wie die Videoaufnahmen in diesem Fall zeigen, überquert Winkmann aber die Seitenlinie mit dem Ball unter dem Arm – erst dann hält er inne. Die Frage die hier zu beantworten wäre ist, wann er den Hinweis des Videoassistenten erhalten hat. Das ganze könnte also noch ein Nachspiel haben.

Fakt ist, dass der VAR in einer solchen Situation eingreifen kann, darf und dies korrekterweise auch tat. Doch «das war keine Werbung, was den Ablauf betrifft», meinte Lutz Michael Fröhlich, der Projektleiter des Videobeweises beim DFB gegenüber Eurosport. (dmo)

Erstellt: 17.04.2018, 08:41 Uhr

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