«Wenn jemand von der Uefa im Bus gewesen wäre...»

Ex-Dortmund-Trainer Jürgen Klopp findet es daneben, dass die BVB-Spieler am Tag nach dem Angriff spielen mussten.

Ist wie Thomas Tuchel nicht einverstanden mit der schnellen Wiederansetzung des Spiels: Liverpool-Trainer Jürgen Klopp.

Ist wie Thomas Tuchel nicht einverstanden mit der schnellen Wiederansetzung des Spiels: Liverpool-Trainer Jürgen Klopp.

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Es war keine einfache Partie für die Spieler von Borussia Dortmund. Nicht einmal 24 Stunden nach dem Bombenangriff auf den Teambus mussten Roman Bürki und seine Teamkollegen im heimischen Stadion gegen Monaco antreten. Sportpsychologisch nicht gerade die optimale Schockverarbeitung. Dortmund verlor das Hinspiel im Champions-League-Viertelfinal 2:3.

Trainer Thomas Tuchel sagte nach der Partie zur Wiederansetzung : «Wir haben das als sehr ohnmächtig wahrgenommen. Wir stehen am Bus, der verletzte Bartra wird weggefahren.» Dann werde man aus Nyon über die Spielansetzung informiert. Das habe sich nicht gut angefühlt. «Es geht um unseren Champions-League-Traum! Da fühlten wir uns übergangen. Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht, die haben wir nicht bekommen.»

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Nun erhielt der Dortmund-Coach Zuspruch von seinen Trainer-Kollegen. Jürgen Klopp äusserte sich zum Thema schnippisch: «Wenn jemand von der Uefa im Bus gesessen hätte, hätten sie die Partie nicht gespielt.» Das Szenario im Bus sei halt nur schwer vorstellbar. «Es ist zwar schwierig, im engen Spielplan ein Ausweichdatum zu finden, jedoch hätte bei einer späteren Spielansetzung jeder Verständnis gehabt», sagte der Liverpool- und Ex-Dortmund-Trainer.

Bartra kehrt bald zurück

In die gleiche Kerbe schlug Niko Kovac. Der Frankfurt-Coach sagte: «Es ist schon paradox, wenn man als Fussballer keine Zeit mehr hat, um solche Dinge als Mensch zu verarbeiten.» Es müsse immer weiter und immer schneller gehen. «Wir können uns absolut nicht vorstellen, was da passiert ist. Wir können das nur versuchen.» Kovacs Frankfurt wird am Samstag der erste Bundesliga-Gegner von Dortmund nach der Attacke sein.

Logischerweise wird Bartra gegen Frankfurt nach seinem Speichenbruch und den Fremdkörpereinsprengungen im Arm noch nicht mittun können. Tuchel liess verlauten: «Bei Marc gehen wir von einer vierwöchigen Pause aus.» Eine Rückkehr ist demnach am 13. Mai gegen Augsburg wahrscheinlich. (nry)

Erstellt: 14.04.2017, 14:23 Uhr

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