Die Eishockey-Supermacht heisst Finnland

Die Ergebnisse der Nachwuchs-Auswahlen belegen es: Wer als Junior ein Topspieler werden will, der hat in Finnland die grössten Chancen.

Illustration: Kornel Stadler.

Illustration: Kornel Stadler.

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Wer nicht über die Landesgrenzen hinausschauen mochte, sah es in Davos am Spengler-Cup: KalPa Kuopio mit seinen Talenten, viele noch nicht 20, gewann das Turnier. Die Finnen liefen schneller, passten genauer, waren technisch besser als der Rest.

Wer über die eigene Bande hinaus blickte, sah nichts anderes: Auch dort, wo es um wertvolle Medaillen ging, drehte sich alles um die Finnen. Während die Schweiz jubelte, dass der eigenen U-20-Auswahl an der WM in Vancouver der Viertelfinal-Einzug gelang, rümpften sie in Finnland zuerst einmal die Nase: Zwei Niederlagen in den Gruppenspielen. Meine Herren, das geht so nicht. Die kritischen Federn der Berichterstatter waren gespitzt. Die Erwartungshaltung im Land ist so hoch. Alles ausser dem Titel kommt einer Enttäuschung gleich. So denken sie sonst nur noch in Kanada und den USA.

Die jungen finnischen Männer nutzten die spezielle Situation in Kanada, so nebenbei auch noch zu beweisen, dass sie mit Druck umgehen können. Finnland wurde Weltmeister. 2:1 nach Verlängerung im Viertelfinal über die Kanadier! 6:1 im Halbfinal über die Schweizer! 3:2 im Final über die USA! Zum ersten Mal triumphierte die kleine Nation auch auf dem kleinen Eisfeld. Über 500'000 Zuschauer sassen morgens ab 02.00 Uhr zuhause vor dem TV-Gerät.

Zum dritten Mal in den letzten sechs Jahren wurden die Finnen U-20-Weltmeister, dazu spielten in der gleichen Zeitspanne ihre U-18-Junioren in vier WM-Finals (zweimal Gold). Vor dieser eindrücklichen Bilanz verneigen wir uns. Denn sie belegt nichts anderes, als dass Finnland zumindest auf Junioren-Ebene eine Eishockey-Supermacht geworden ist. Russland holte letztmals 2011 bei der U-20 Gold, Schweden 2012, Tschechien 2001.

«Wir müssen mehr über das Spiel wissen als alle andern auf der Welt – und dann die Spieler unterstützen.» Das ist ein Leitsatz im Land, der selbst im Erfolg die Demut aufzeigt. Anderswo würde gefeiert: «We are the champions». Doch in Finnland diskutiert man bereits wieder nächste Schritte, um den Nachwuchs noch besser zu machen. Für all die jungen Schweizer, die im Eishockey wirklich hoch hinaus wollen, für all die Trainer, die mehr wissen wollen, lässt das nur einen Schluss zu: Ihre Reise muss so bald wie möglich nach Finnland führen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.01.2019, 13:07 Uhr

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