Lions schlagen überforderte Bieler, Kloten gewinnt in Langnau

Dank eines 5:1-Erfolgs über Biel behaupten die Zürcher die Tabellenführung. Kloten schlägt die Tigers 4:2.

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Nach der vermeidbaren Heimniederlage gegen Langnau blieb der EHC Biel am Samstagabend im Hallenstadion gegen die ZSC Lions chancenlos. Die Zürcher siegten 5:1; schon nach 17 Minuten stand es 3:0.

Zweimal innerhalb von 24 Stunden verschliefen die Bieler zweimal den Start. Gegen die SCL Tigers am Freitag liess Goalie Jonas Hiller in den ersten zehn Minuten gleich die ersten zwei Schüsse auf sein Tor passieren. In Zürich stand es bereits nach sechs Minuten 2:0 für die Lions. Zwei der ersten vier Schüsse fanden den Weg an Hiller vorbei ins Netz.

Damit war schon mehr als eine Vorentscheidung gefallen. Vor über 9000 Zuschauern erwiesen sich die Seeländer zu keiner Reaktion in der Lage. Die erste gute Torchance für Biel bot sich Marc-Antoine Pouliot erst in der 18. Minute. Wenig später gelang dem Heimteam in Überzahl das 3:0. Die ZSC Lions nützten die ersten beiden Powerplay-Chancen gleich zu Toren. Und nach Mike Künzle am Freitag gelang mit Inti Pestoni (3:0) auch dem zweiten temporär vom Team-Trainingsbetrieb ausgeschlossen gewesenen Akteur ein persönliches Erfolgserlebnis.

Trotz des problemlosen Samstagabend gab es auch bei den ZSC Lions nicht nur freudige Gesichter. Roman Wick, der PostFinance-Topskorer der Zürcher (20 Skorerpunkte in 21 Spielen), kehrte nach einem Check gegen den Kopf von Matthias Joggi im ersten Drittel wegen der Anzeichen auf eine Hirnerschütterung nicht mehr aufs Eis zurück.

SCL Tigers - Kloten: Harlachers siegbringende Premiere

Die Goalies Martin Gerber (31 Paraden) und Ivars Punnenovs (28 Paraden) sowie Klotens Verteidiger Edson Harlacher drüchten der Partie SCL Tigers - Kloten den Stempel auf. Kloten verspielte eine 2:0-Führung, setzte sich am Ende aber 4:2 durch.

Der 20-jährige Harlacher, ein Schweizer mit Wurzeln bis nach Angola, erzielte nach 52 Minuten zum 3:2 sein erstes NLA-Tor. Sein Weitschuss von der blauen Linie verdiente die Bezeichnung «Sonntagsschuss» am Samstagabend. Die Langnauer haderten mit den Referees, die vor diesem entscheidenden Treffer und im Getümmel vor dem Langnauer Tor ein Foul am Emmentaler Topskorer Chris DiDomenico übersahen.

Die SCL Tigers kämpften während der gesamten Partie mit viel Leidenschaft. Es fehlte indessen das Glück, das ihnen am Freitagabend beim Auswärtssieg in Biel noch beigestanden hatte. DiDomenico und Nüssli vergaben im Finish vorzügliche Ausgleichschancen. 47 Sekunden vor Schluss stellte Klotens Drew Shore mit einem Schuss ins leere Langnauer Tor den Sieger der Flieger sicher. Kloten gewann nach zwei Niederlagen erstmals wieder.

Die SCL Tigers, die erstmals diese Saison einen Zweitorerückstand aufholten, verpassten eine Möglichkeit, den Rückstand auf den Strich (sechs Punkte) zu verkleinern. Nach der erfolgreichen Aufholjagd vom 0:2 zum 2:2 gelang den Emmentalern aber kein weiteres Tor mehr. Beide Goalies wurden am Ende als beste Spieler ausgezeichnet.

Bern - Lugano: Bern siegt weiter

Der SC Bern setzte auch gegen Lugano den Siegeszug in der NLA fort. Das 2:1 war der siebente Erfolg in Serie für den Schweizer Meister.

Andrew Ebbett und Thomas Rüfenacht brachten die Berner in der 39. Minute mit ihren jeweils ersten Toren in dieser Saison innert 14 Sekunden 2:0 in Führung. Beide waren Ende Oktober von Verletzungen zurückkehrt. Luganos Linus Klasen gelang in der 51. Minute mit einer schönen Einzelleistung nur noch der Anschlusstreffer. Eine klare Chance zum Ausgleich hatten die Gäste in der Folge nicht mehr. Kurz vor dem Ende lieferten sich SCB-Verteidiger Justin Krueger und Luganos Haudegen Maxim Lapierre noch einen Faustkampf.

Die Berner waren der verdiente Sieger in der Neuauflage des diesjährigen Playoff-Finals, hatten sie doch deutlich mehr Spielanteile. Sie sündigten jedoch im Powerplay, alleine in den ersten zehn Minuten mussten vier Spieler der Bianconeri auf die Strafbank. Nach dem 0:1 nahm Luganos Trainer Doug Shedden eine (erfolglose) «Coaching-Challenge». Als Folge davon hatte er am Ende kein Timeout mehr zur Verfügung, um die neunte Niederlage der Tessiner im elften Auswärtsspiel der Saison noch abzuwenden.

Fribourg-Gottéron - Zug: Starke Zuger Reaktion

Zug reagierte mit einem 4:0-Sieg bei Fribourg-Gottéron auf die 0:3-Niederlage vom Freitag im Spitzenspiel gegen Bern. Drei der vier Tore fielen im letzten Drittel.

Fribourg ist für Zug ein gutes Pflaster, war es doch der siebente Sieg der Zentralschweizer in den letzten zehn Auswärtsspielen gegen Gottéron. Nachdem der EVZ gegen Bern im Abschluss noch gesündigt hatte, trumpfte er diesmal im letzten Drittel gross auf. Sandro Zangger (45.), Jarkko Immonen (47.) und Lino Martschini (48.) erhöhten innert 209 Sekunden von 1:0 auf 4:0. Damit gab es über den Ausgang des Spiels keinen Zweifel mehr.

Der Zuger Topskorer Martschini hatte in der 25. Minute bereits für das erste Tor der Partie verantwortlich gezeichnet. Immonen traf erstmals seit dem 1. Oktober in der NLA; damals war er ebenfalls gegen Fribourg (zum 1:0) erfolgreich gewesen. Torhüter Tobias Stephan feierte derweil dank 22 Paraden seinen dritten Shutout der Saison.

Der EVZ unterstrich mit dem fünften Erfolg in Serie gegen Fribourg seine Stabilität in der laufenden Saison - das Team von Harold Kreis verlor bislang nie mehr als zwei Begegnungen hintereinander. Gottéron dagegen offenbarte in der Defensive gravierende Mängel und verlor zum dritten Mal in den letzten vier NLA-Partien. Drei der vier Gegentore kassierte der Topblock mit Julien Sprunger, Roman Cervenka und Michal Birner.

Davos - Ambri-Piotta: Davos dank starkem Powerplay

Der HC Davos feierte den sechsten Sieg in Serie gegen Ambri-Piotta. Die Bündner siegten dank einem starken Powerplay mit 6:3.

Ende Oktober hatte Ambris Headcoach Hans Kossmann einen neuen Assistenten erhalten - der Russe Dimitri Zygurow ersetzte Diego Scandella. Den erwünschten Effekt brachte der Wechsel vorerst aber nicht, verliessen doch die Leventiner auch in der zweiten Partie nach der Nationalmannschaftspause das Eis als Verlierer. Ambri hat nun neun der letzten zehn Spiele verloren.

Die Davoser Tore vom 1:1 (4.) zum 4:1 (28.) fielen allesamt im Powerplay. Den dritten Treffer der Bündner erzielte der Finne Tuomo Ruutu, der schon am Vortag in Genf bei seiner Premiere für den HCD erfolgreich gewesen war. Der Davoser Topskorer Perttu Lindgren hatte bei drei der ersten vier Tore seines Teams den Stock im Spiel.

Nach dem ebenfalls in Überzahl erzielten 2:4 von Adrian Trunz (34.), der erstmals in dieser Saison traf, dauerte es nur 18 Sekunden, ehe Robert Kousal den Dreitore-Vorsprung für die Davoser wieder herstellte.

Die Gastgeber bezahlten den Sieg aber teuer: Im ersten Drittel schieden Mauro Jörg mit einem Schlüsselbeinbruch und Dick Axelsson mit einer Hirnerschütterung aus. Jörg wird dem HCD während sechs bis acht Wochen fehlen. Auch bei Ambri konnten mit Matt D'Agostini (Oberkörper) und Paolo Duca (Bein) zwei Spieler die Partie nicht beenden.

ZSC Lions - Biel 5:1 (3:0, 1:0, 1:1) 9037 Zuschauer. - SR Koch/Wehrli, Bürgi/Gnemmi. Tore: 3. Sjögren (Patrik Bärtschi, Roman Wick) 1:0. 6. Geering (Cunti/Ausschluss Nicholas Steiner) 2:0. 18. Pestoni (Nilsson, Geering/Ausschluss Joggi) 3:0. 40. (39:54) Suter (Trachsler, Thoresen) 4:0. 51. Suter (Thoresen, Cunti) 5:0. 59. Gaetan Haas 5:1. Strafen: 3mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 5mal 2 plus 5 Minuten (Joggi) plus Spieldauer (Joggi) gegen Biel. PostFinance-Topskorer: Roman Wick; Earl. ZSC Lions: Schlegel; Blindenbacher, Jonas Siegenthaler; Rundblad, Geering; Seger, Samuel Guerra; Phil Baltisberger; Roman Wick, Sjögren, Thoresen; Nilsson, Cunti, Kenins; Chris Baltisberger, Schäppi, Pestoni; Patrik Bärtschi, Trachsler, Künzle; Suter. Biel: Hiller; Nicholas Steiner, Maurer; Dave Sutter, Fey; Jecker, Wellinger; Valentin Lüthi, Dufner; Horansky, Fabian Sutter, Jan Neuenschwander; Rajala, Gaetan Haas, Julian Schmutz; Joggi, Earl, Rossi; Holdener, Pouliot, Micflikier. Bemerkungen: ZSC Lions ohne Hächler und Shannon (beide verletzt), Marti (krank) und Herzog (gesperrt), Biel ohne Lundin (überzähliger Ausländer), Tschantré und Pedretti (beide verletzt). Roman Wick mit Anzeichen auf Hirnerschütterung ausgeschieden (19.).

SCL Tigers - Kloten 2:4 (1:2, 1:0, 0:2) 6000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Eichmann/Prugger, Borga/Fluri. Tore: 10. Grassi (Shore) 0:1. 16. Sheppard (Stoop) 0:2. 18. Pascal Berger (Kuonen, Sven Lindemann) 1:2. 25. Schirjajew (Roland Gerber, Claudio Moggi) 2:2. 53. Harlacher 2:3. 60. (59:13) Shore (Hollenstein) 2:4 (ins leere Tor). Strafen: 2mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 3mal 2 Minuten gegen Kloten. PostFinance-Topskorer: DiDomenico; Hollenstein. SCL Tigers: Punnenovs; Seydoux, Koistinen; Zryd, Flurin Randegger; Weisskopf, Yves Müller; Adrian Gerber; Elo, Shinnimin, Nils Berger; DiDomenico, Albrecht, Nüssli; Kuonen, Pascal Berger, Sven Lindemann; Claudio Moggi, Schirjajew, Roland Gerber; Currit. Kloten: Martin Gerber; Sanguinetti, Frick; Stoop, Serge Weber; Back, Harlacher; Gähler; Praplan, Santala, Hollenstein; Grassi, Shore, Sheppard; Romano Lemm, Schlagenhauf, Kellenberger; Obrist, Homberger, Leone. Bemerkungen: SCL Tigers ohne Schremp, Lukas Haas, Stettler und Yannick Blaser, Kloten ohne Boltshauser, von Gunten und Tim Ramholt (alle verletzt).

Bern - Lugano 2:1 (0:0, 2:0, 0:1) 16'799 Zuschauer. - SR Massy/Mollard, Castelli/Kovacs. Tore: 39. (38:01) Ebbett (Bodenmann, Lasch) 1:0. 39. (38:15) Rüfenacht (Arcobello, Moser) 2:0. 51. Klasen 2:1. - Strafen: 3mal 2 plus 5 Minuten (Krueger) plus Spieldauer (Krueger) gegen Bern, 8mal 2 plus 5 Minuten (Lapierre) plus Spieldauer (Lapierre) gegen Lugano. PostFinance-Topskorer: Arcobello; Klasen. Bern: Genoni; Untersander, Blum; Jobin, Krueger; Noreau, Gerber; Kamerzin, Kreis; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Randegger, Plüss, Scherwey; Lasch, Ebbett, Bodenmann; Berger, Reichert, Müller. Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Sartori, Wilson; Ronchetti, Vauclair; Brunner, Martensson, Klasen; Bertaggia, Lapierre, Bürgler; Fazzini, Gardner, Morini; Walker, Sannitz, Reuille; Romanenghi. Bemerkungen: Bern ohne Macenauer (überzähliger Ausländer) und Hischier. Lugano ohne Hirschi, Fontana, Ulmer (alle verletzt), Zackrisson, Sondell und Hofmann (alle überzählig). - Lattenschuss: 13. Klasen. - Bürgler (ab zweitem Drittel) und Wilson (25.) verletzt ausgeschieden. - Lugano von 58:57 bis 59:59 ohne Goalie.

Fribourg-Gottéron - Zug 0:4 (0:0, 0:1, 0:3) 5710 Zuschauer. - SR Schukies (GER)/Wiegand, Abegglen/Kaderli. Tore: 25. Martschini (Holden, Suri) 0:1. 45. Zangger (McIntyre, Lammer) 0:2. 47. Immonen (Klingberg) 0:3. 48. Martschini 0:4. Strafen: je 2mal 2 Minuten. PostFinance-Topskorer: Sprunger; Martschini. Fribourg-Gottéron: Conz/Saikonnen (47.-48.); Rathgeb, Picard; Stalder, Leeger; Maret, Chavaillaz; Abplanalp, Schilt; Sprunger, Cervenka, Birner; Neukom, Rivera, Neuenschwander; Mauldin, Bykow, Mottet; Chiquet, Schmutz, Marchon. Zug: Stephan; Diaz, Morant; Helbling, Grossmann; Schlumpf, Erni; Fohrler, Lüthi; Martschini, Holden, Suri; Zangger, McIntyre, Lammer; Klingberg, Immonen, Senteler; Schnyder, Diem, Peter. Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Gustafsson (krank), Ritola, Fritsche und Kienzle. Zug ohne Alatalo (alle verletzt).

Davos - Ambri-Piotta 6:3 (3:1, 2:1, 1:1) 4547 Zuschauer. - SR Kurmann/Mandioni, Küng/Progin. Tore: 4. (3:38) Marc Wieser (Axelsson, Lindgren) 1:0. 4. (3:48) D'Agostini (Emmerton) 1:1. 9. Corvi (Lindgren, Du Bois/Ausschluss Bastl) 2:1. 16. Ruutu (Kousal, Ambühl/Ausschluss D'Agostini) 3:1. 28. Walser (Lindgren/Ausschluss Pesonen) 4:1. 34. (33:21) Trunz (Hall, Pesonen/Ausschluss Forster) 4:2. 34. (33:39) Kousal 5:2. 51. Corvi 6:2. 53. Fuchs (Fora/Ausschluss Du Bois) 6:3. Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Davos, 5mal 2 plus 10 Minuten (Kostner) gegen Ambri-Piotta. PostFinance-Topskorer: Lindgren; Emmerton. Davos: van Pottelberghe; Schneeberger, Forster; Du Bois, Jung; Heldner, Paschoud; Kindschi; Ambühl, Kousal, Ruutu; Marc Wieser, Lindgren, Axelsson; Simion, Corvi, Jörg; Kessler, Walser, Eggenberger. Ambri-Piotta: Zurkirchen/Descloux (ab 28.); Fora, Zgraggen; Ngoy, Jelovac; Trunz, Collenberg; Berger, Kamber; D'Agostini, Emmerton, Pesonen; Berthon, Hall, Lauper; Duca, Fuchs, Bianchi; Kostner, Lhotak, Bastl. Bemerkungen: Davos ohne Egli (gesperrt), Dino Wieser, Sciaroni, Aeschlimann und Rahimi. Ambri-Piotta ohne Gautschi, Mäenpää, Guggisberg (alle verletzt) und Monnet (überzählig). - Pfostenschüsse: 22. Fuchs, 25. Simion, 32. Schneeberger, 34. Hall. - Jörg (15./Schulter), Axelsson (18./Hirnerschütterung), D'Agostini (Ende erstes Drittel) und Duca (Ende zweites Drittel) verletzt ausgeschieden. (SDA)

Erstellt: 12.11.2016, 19:34 Uhr

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