Lässt sich Superstar Jagr bei Calgary entlassen?

Jaromir Jagr wird demnächst 46 Jahre alt. Doch vom Eishockey hat der unverwüstliche Tscheche noch nicht genug. Sehen wir ihn nun gar bei Olympia – gegen die Schweiz?

Aktuell läuft Jaromir Jagr für die Calgary Flames auf.

Aktuell läuft Jaromir Jagr für die Calgary Flames auf. Bild: Keystone

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Der Mann ist eine Legende. Mit seinem berühmten, wenn auch nicht mehr ganz zeitgemässen «Vokuhila». Mit der Rückennummer 68, die dafür sorgt, dass der Prager Frühling nie in Vergessenheit gerät.

Aktuell steht Jaromir Jagr noch bei den Calgary Flames unter Vertrag. Es ist sein neunter Club in der NHL, seit er vor 28 Jahren im Dress der Pittsburgh Penguins sein Debüt in der besten Liga der Welt gegeben hat. Als er dort 1991 und 1992 den Stanley-Cup gewann, waren viele seiner aktuellen Mitspieler und Gegenspieler noch nicht geboren. Bislang hielt er in der NHL in 1733 Spielen seine Knochen hin.

Mit einem irren Plan Calgary verlassen

Wo er auftritt, ist er wegen seiner Aura, seinem unverwechselbaren Stil und seiner Mähne noch immer die grosse Attraktion. Doch der Zahn der Zeit nagt auch an einem der Grössten seines Fachs. Schneller ist er in seinem Sport, der immer rasanter wird, nicht mehr geworden. Und sein defensives Gewissen lässt der Stürmerstar auch gerne mal in der Garderobe. Keine ideale Mischung für die NHL im Jahr 2018.

Jagr spielt derzeit auch eine sehr unbefriedigende Saison. Viele kleine Verletzungen plagten ihn, in seinen gerade mal 22 Einsätzen kam er lediglich auf 1 Tor und 6 Assists. Jagr soll mit seiner Situation in Calgary alles andere als glücklich sein. Und so gibt es nun einen irren Plan, der weit mehr sein soll als ein Gerücht und ihn aus dieser Situation befreien soll. Die Legende aus Kladno will sich offenbar feuern lassen und mit den Flames einen Auflösungsvertrag ausarbeiten.

Pyeongchang als sechster Olympia-Auftritt?

Dadurch würde sich für Jagr eine andere Türe öffnen, jene an die Olympischen Spiele nach Pyeongchang. Bekanntlich blockiert die NHL ihre Spieler für diese Winterspiele. Doch Jagr wäre dann kein NHL-Spieler mehr und könnte sich stattdessen der tschechischen Nationalmannschaft anschliessen und mit ihr die Reise nach Südkorea antreten.

Für Jagr, der schon mehrfach aus der Nationalteam zurückgetreten ist und bislang noch immer einen Weg ins Team zurückfand, wären es die sechsten Spiele nach 1998, 2002, 2006, 2010 und 2014. In Südkorea würde der Olympiasieger von 1998 auch grössere Eisrinks als in Nordamerika vorfinden, bekäme daher mehr Zeit und Raum für sein etwas gemächlicher gewordenes Spiel.

Interessant ist auch: Obwohl die NHL ihre Spieler nicht frei gibt, wurde Jagr vorsichtshalber von den Tschechen für das erste Grosskader nominiert, er wäre also auch spielberechtigt. Gibt es Jagrs Olympia-Plan intern also schon länger?

Am 18. Februar gegen die Schweiz

Von diesem betroffen wäre auch die Schweiz. Tschechien ist am 18. Februar nach Kanada und Südkorea der dritte und abschliessende Gruppengegner. Und dies drei Tage nach Jagrs 46. Geburtstag. An das letzte Duell gegen die Schweiz hat der zweifache Weltmeister übrigens gute Erinnerungen, 2015 an der WM in Prag kam er mit Tschechien zu einem 2:1-Sieg nach Penaltyschiessen. Nach dem Turnier trat Jagr zum bis anhin letzten Mal zurück.

Was die tschechische Ikone im Fall eines Ausstiegs bei Calgary wohl vergessen kann, ist der Rekord für die meisten NHL-Spiele von Gordie Howe, zu dem ihm bloss noch 34 Spiele fehlen. Oder doch nicht? Bei Jaromir Jagr weiss man nie. Vielleicht verhilft ihm ja sein Kumpel und langjähriger Mitspieler Mario Lemieux (52), inzwischen Mitbesitzer der Pittsburgh Penguins, dazu. Der Kreis würde sich dann für Jagr schliessen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.01.2018, 14:27 Uhr

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