Untergang im Rappi-Gesang

6000 Zuschauer schrien die Lakers zum zweiten Sieg in der Ligaqualifikation. Für Kloten rückt der Abstieg näher.

Der Abstieg rückt immer näher: Rapperswil fertigt Kloten im zweiten Spiel der Ligaqualifikation 4:0 ab. (Video: SRF)

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Wer in der Ligaqualifikation bestehen will, der benötigt vier Siege. Die SCRJ Lakers haben die Hälfte des Weges hinter sich gebracht. Nach drei Saisons in der National League B oder Swiss League fehlen ihnen noch zwei Erfolge zur Rückkehr in die Spitzenklasse. 6011 Zuschauer schrien die Mannschaft zum 4:0 und feierten ihre Helden.

Die mussten im zweiten Match gegen den Letzten der National League einiges mehr für ihre Treffer tun. Das heisst: für die ersten. Am Ende wurde es dann, wie Jan Mosimanns 4:0 zeigte, wieder einfach. Hätte Mosimann dieses Goal schiessen müssen, er hätte es kaum erzielt. Kloten wehrte sich trotz der vielen Unterzahl­phasen eigentlich lange recht gut. Aber als eine Strafe gegen Robin Leone wegen ­hohen Stocks angezeigt wurde, ­waren die Lakers schneller im gegnerischen Drittel. Cyrill Geyer erzielte nach einem Abpraller die Führung nach knapp zehn Minuten. Vielleicht war es des Verteidigers letztes Tor für die Lakers. Denn nach dieser Saison tritt er endgültig zurück und widmet sich als Trainer dem Nachwuchs.

Tor 2 kam in doppelter Überzahl zustande. Wie die Lakers diese Gelegenheit nach nur 22 Sekunden nützten, zeigte, wie gefestigt und stilsicher dieses Team ist. Und natürlich voller Selbstvertrauen. Corsin Casutt, dessen letzte Station auf dem Weg nach Rapperswil in der NLA Kloten war, konnte an der weiten Ecke problemlos verwerten. Die Klotener zeigten später, wie ein angeschlagener Letzter der höchsten Liga eine solche Situation spielt: erfolglos.

Vom 0:5 von 1994 zum 4:0 im April 2018

Die Wege der Rapperswiler und der Klotener haben sich in der Vergangenheit bei historischen Momenten gekreuzt: 1994, als die Rapperswiler ihren ersten Match in der NLA spielten, taten sie das zum Saisonstart in Kloten. Sie verloren 0:5, Trainer Pekka Rautakallio stufte die Leistung dennoch als «gut» ein. «Schliesslich verloren wir gegen den Meister.» Auch den 1000. Match in der höchsten Spielklasse trugen die SCRJ Lakers gegen Kloten aus. Das war kurz vor dem Abstieg.

Und jetzt scheint es, dass Kloten kurz vor dem Abstieg steht – in der Serie gegen die Lakers. Auch die Klotener haben die Hälfte ihres Wegs hinter sich. Sie stecken im Lift nach unten, noch zwei Etagen trennen den dienstältesten Topclub vor der zweithöchsten Liga und der sportlichen Ungewissheit.

Die Klotener erlebten einen Untergang im Rappi-Gesang. Das Verrückte daran: Eigentlich spielten sie um einiges besser als in ihrer lauen und fehlerhaften Auftaktpartie vom Donnerstag. Sie versuchten, dem Gegner nicht mehr so viel Möglichkeiten zu Kontern in Überzahl zu offerieren. Das gelang zwar einigermassen. Aber es wird dann halt schwierig, so weiterzuspielen, wenn die andere Mannschaft einmal eines oder zwei Tore erzielt hat. Leben ist noch in der Mannschaft. Aber dieses Besser war halt wieder nicht gut genug. Und wenn man dann trotz Steigerung keinen Treffer erzielt, dient das nicht zur Steigerung des Selbstvertrauens. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.04.2018, 00:14 Uhr

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