Ein Däne düpiert die Sprinter, Küng bleibt Leader

Mit dem überraschenden Sieg von Christopher Juul-Jensen, einem Teamkollegen Michael Albasinis, geht in Gstaad die 4. Etappe der Tour de Suisse zu Ende. Stefan Küng verteidigt sein Leadertrikot erfolgreich.

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Christopher Juul-Jensen, der 28-jährige Däne aus dem Team Mitchelton-Scott, gehörte einer Fluchtgruppe an, die sich unmittelbar nach dem Start in Gansingen abgesetzt hatte und in welcher mit Silvan Dillier auch ein Schweizer vertreten war. Der Däne war aber letztlich der Einzige, der sich vor dem Feld behaupten konnte.

Im Aufstieg zum Saanenmöser, dem letzten Aufstieg vor dem Ziel, hatten sich Juul-Jensen und der Franzose Nans Peters, Mannschaftskollege von Dillier, aus der Fluchtgruppe verabschiedet. Und 3,5 km vor dem Ziel hängte Juul-Jensen auch noch Peters ab. Zu diesem Zeitpunkt schien es aber, als käme das Feld nochmals heran. Doch der Däne mobilisierte aus dem Flugplatz Saanen nochmals seine letzte Kräfte und düpierte damit die Sprinter. 8 Sekunden hinter ihm gewann der Australier Michael Matthews lediglich den Spurt um Platz 2.

Vom Mountainbike auf die Strasse

Juul-Jensen feierte an diesem verregneten Dienstag seinen grössten Sieg überhaupt. Vor drei Jahren hatte er in seiner Heimat die Gesamtwertung der Dänemark-Rundfahrt für sich entschieden, aber ein Sieg in der World Tour ist halt noch höher zu gewichten. Aufgewachsen ist Juul-Jensen aber in Irland, wo er bis als 16-jähriger lebte. Auf der Insel reifte auch die Liebe fürs Zweirad. Zunächst versuchte er sich als Mountainbiker, ehe er auf die Strasse wechselte.

Erfolgreich kämpfte auch Stefan Küng. Der Thurgauer verteidigte das gelbe Leadertrikot, das er am Samstag beim Auftaktsieg von BMC im Mannschaftszeitfahren erobert hatte. Küng erreichte das Ziel als 23. mit dem Feld und weist im Gesamtklassement weiterhin drei Sekunden Vorsprung auf seine ersten Verfolger auf. Die nächste Aufgabe wird aber ungleich härter.

Küngs Kampfansage

Am Mittwoch folgt in der Tour de Suisse das bislang anspruchsvollste Teilstück, über 155 km von Gstaad nach Leukerbad. «Nun geht es so richtig in die Berge, und ich kenne die Anstiege nicht. Ich hätte nie gedacht, dass ich zu diesem Zeitpunkt der Rundfahrt immer noch im Leadertrikot unterwegs bin», gab Küng zu. Auch wenn es nicht sein Ziel sei, aufs Gesamtklassement zu fahren, «denn dafür ist bei uns Richie (Porte) zuständig», sei eines klar, so der Thurgauer: «Gelb gebe ich nicht kampflos ab.»

82. Tour de Suisse. 4. Etappe, Gansingen - Gstaad (189,2 km): 1. Christopher Juul Jensen (DEN) 4:35:56. 2. Michael Matthews (AUS) 0:08 zurück. 3. Yves Lampaert (BEL). 4. Peter Sagan (SVK). 5. Sonny Colbrelli (ITA). 6. Magnus Cort Nielsen (NOR). 7. Enrico Battaglin (ITA). 8. Michael Albasini (SUI). 9. Bjorg Lambrecht (BEL). 10. José Gonçalves (POR). 11. Greg van Avermaet (BEL). - Ferner: 22. Richie Porte (AUS). 23. Stefan Küng (SUI). 38. Mathias Frank (SUI). 54. Silvan Dillier (SUI), alle gleiche Zeit. 70. Reto Hollenstein (SUI) 2:07. 95. Gregory Rast (SUI) 5:22. 142. Michael Schär (SUI) 9:59. - 147 Fahrer gestartet und klassiert.

Gesamtklassement:
1. Küng 13:26:19. 2. Van Avermaet 0:03. 3. Porte. 4. Tejay Van Garderen (USA), beide gleiche Zeit. 5. Sagan 0:16. 6. Matthews 0:17. 7. Wilco Kelderman (NED) 0:23. 8. Sam Oomen (NED), gleiche Zeit. 9. Gregor Mühlberger (AUT) 0:30. 10. Enric Mas (ESP), gleiche Zeit. - Ferner: 14. Nairo Quintana (COL) 0:36. 15. Mikel Landa (ESP), gleiche Zeit. 21. Simon Spilak (SLO) 0:49. 38. Frank 1:10. 44. Dillier 1:23. 65. Juul Jensen 5:24. 79. Hollenstein 8:00. 92. Albasini 10:33. 102. Rast 13:15. 119. Schär 19:31.

Zeitplan, Mittwoch, 13. Juni. 5. Etappe, Gstaad - Leukerbad (155,7 km): Gstaad 13.15 Uhr - Gsteig 13.32 - Col du Pillon (Bergpreis 1. Kategorie) 13.48 - Les Diablerets 13.51 - Aigle 14.12 - Martigny 14.52 - Saxon 15.05 - Sitten 15.31 - Uvrier 15.41 - Lens 16.10 - Montana Village (Hors Catégorie) 16.22 - Siders 16.31 - Salgesch 16.38 - Varen 16.46 - Inden 17.08 - Leukerbad 17.20.

Bemerkung: Die Werbekolonne fährt jeweils rund eine Stunde vor den ersten Fahrern die Strecke ab.

(fal/sda)

Erstellt: 12.06.2018, 20:08 Uhr

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